Rhein-Pfalz Kreis Rosen sind rot, Hahnenfüße ... gelb?

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Wir haben uns auf der sicheren Seite gewähnt, aber so ganz sicher war sie wohl doch nicht. Allenthalben verbreitet Dannstadt-Schauernheim die Mär, dass es sich bei der roten Rose im Fuß seines Wappens um ein Adonisröschen handelt. Das steht so auf der Website der Ortsgemeinde, in den Jahresbüchern des Rhein-Pfalz-Kreises und im Pfälzer Wappenbuch von Karl Heinz Debus. Es ist ja auch genau so gedacht: Die Gemeinde hat sich die Blume für ihr Wappen gewünscht, weil sie auf das Naturschutzgebiet Dannstadter Gräberfeld verweisen will. Dort wächst das seltene Adonisröschen nämlich – und sonst an kaum einem Ort in Deutschland. Und jetzt das! Kundige Menschen – konkret: der ehrenamtliche Beauftragte für das Naturschutzgebiet Gräberfeld Hans-Peter Herrmann und seine hauptamtliche Kollegin Petra Jörns – tragen uns zu, dass die Sache mit der Rose gar nicht so hinhaut, wie sich die Gemeinde das denkt. Schon deshalb nicht, weil das Adonisröschen keine Rose ist, sondern ein Hahnenfußgewächs. Da bleibt dem Botanik-Laien nichts als andächtiges Staunen. Das Röschen? Keine Rose? Sapperlot! Und als ob das nicht genug wäre, geht es mit den Unstimmigkeiten direkt weiter: Das im Gräberfeld gedeihende Frühlingsadonisröschen blüht nicht rot, sondern gelb. Es hat auch nicht fünf Blütenblätter, sondern zehn bis 20. Nun ist es ja so, dass die Heraldik gern mit Symbolen arbeitet. Und das Adonisröschen trägt die Rose nun mal im Namen. Es wäre aber schon ganz gut, wenn am Ende wenigstens eine gewisse Ähnlichkeit bestünde. Was Dannstadt-Schauernheim in Schwierigkeiten bringen könnte – jedenfalls, wenn die Gemeinde Wert auf Präzision legt. Glücklicherweise haben die Fachleute da ein Schlupfloch parat. Es hört auf den schönen Namen Essigrose. Im Fachjargon: Rosa gallica. Im Volksmund: Franzosenrose. Die Fakten vorweg: Auch die Essigrose ist eine seltene Pflanze und auch sie gedeiht im Gräberfeld. Darüber hinaus hat sie fünf Blütenblätter und blüht hellrot bis dunkelpurpur. „Schön und gut“, denkt der Dannstadt-Schauernheimer da vielleicht. „Aber ist sie auch so besonders wie das Adonisröschen?“ Dazu kann sich der Botanik-Laie leider nicht qualifiziert äußern. Er weiß aber, dass die Franzosenrose eine besondere Verbindung zu Dannstadt hat. Es gibt da nämlich eine Sage. Die handelt von einem Mädchen namens Rosa – Röslein genannt –, das zu Zeiten König Ludwigs XIV. von Frankreich lebte und sich in einen französischen Soldaten verliebte, der bei Dannstadt stationiert war. Weil sie dafür vom Vater geprügelt und den anderen Dörflern geächtet wurde, traf sie sich heimlich mit ihm. Auf dem Gräberfeld. Er zog weiter, um das Heidelberger Schloss zu zerstören, und sie kehrte immer wieder zum Gräberfeld zurück, wartete dort auf ihren Geliebten, schlug eines Tages Wurzeln und verwandelte sich in ein Franzosenröslein. Wem die Sache mit dem Hahnenfuß zu heikel ist, der kann künftig also auch guten Gewissens behaupten, die Blume im Dannstadt-Schauernheimer Wappen sei eine Essigrose.

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