Rhein-Pfalz Kreis „Rheinauen“ siegt

WALDSEE. Gestern am späten Nachmittag stand das Ergebnis der Namensumfrage für die Verbandsgemeinde Waldsee fest: Die Mehrheit will, dass diese künftig den Namen „Rheinauen“ trägt. Für eine Beibehaltung des bisherigen Namens „Verbandsgemeinde Waldsee“ sprechen sich 36,7 Prozent der Teilnehmer der Umfrage aus. Die ebenfalls zur Auswahl stehenden Vorschläge „Verbandsgemeinde Rheinbogen“ (zwei Prozent) und „Verbandsgemeinde Rheintal“ (3,9 Prozent) konnten allerdings nur wenige Stimmberechtigte überzeugen. Ihr Kreuzchen gemacht haben zwischen dem 23. März und dem 24. April 6379 Menschen. Das sind 29,1 Prozent aller 21.918 Stimmberechtigten. Nicht alle Stimmen waren gültig: 148 konnten nicht gewertet werden, sagt Detlef Schneider, Büroleiter der Verbandsgemeinde Waldsee. Sei es, weil die Bürger doppelt abgestimmt haben, den 16. Geburtstag noch nicht gefeiert hatten, nicht in einem der vier Orte wohnten – oder als „Osterhase“ an der Umfrage teilgenommen haben. Auffällig: Die Otterstadter lässt das Thema Verbandsgemeinde-Name relativ kalt, nur 19,6 Prozent der Stimmberechtigten haben tatsächlich auch einen Zettel ausgefüllt. In Altrip waren es 29,5 Prozent, in Neuhofen 25,8 Prozent. Die Waldseer hat das Thema am meisten beschäftigt – mit 38,4 Prozent „Wahl“-Beteiligung liegt die Gemeinde weit vorne. Und die Waldseer wiederum haben in großer Einigkeit dafür gestimmt, dass die Verbandsgemeinde auch in Zukunft Waldsee heißen soll: 92,7 Prozent. Das sehen die Bewohner von Altrip und Neuhofen anders: Sie wollen – wie auch die Ortsbürgermeister der Gemeinden – dass künftig der Name „Rheinauen“ die Briefköpfe der Verbandsgemeinde-Post ziert. Von den Altripern sind 86,3 Prozent für den Namen „Rheinauen“, in Neuhofen finden 82 Prozent den Namen dufte. Die Otterstadter sind zwar mehrheitlich (55,7 Prozent) für Rheinauen, aber sie haben sich nach jahrzehntelanger Partnerschaft auch an den Namen „Verbandsgemeinde Waldsee“ gewöhnt, was die hohe Waldsee-Zahl von 38,9 Prozent zeigt. Für die Verbandsgemeindeverwaltung Waldsee war die Umfrage mit viel Arbeit verbunden, wie Büroleiter Schneider berichtet. Alles in allem habe die Erfassung, Prüfung und Auswertung der Stimmzettel etwa drei Wochen gedauert. Ramona Hnatykiw habe die Zettel ausgewertet – Schneider lobt sie: „Sie hat wirklich die Kärrnerarbeit geleitet.“ Der letzte Schritt auf dem Weg hin zu einem (neuen) Namen für die Verbandsgemeinde war diese Meinungsumfrage jedoch, wie berichtet, noch nicht: Am 28. Mai trifft sich der Hauptausschuss der Verbandsgemeinde und spricht über das Ergebnis, und auch die Ortsgemeinden sollen sich in ihren Sitzungen noch einmal mit der Namens-Frage beschäftigen. Am 11. Juni ist Verbandsgemeinderatssitzung, bei der abschließend entschieden werden soll. Danach schickt die Verbandsgemeindeverwaltung die Unterlagen nach Mainz: Dort muss endgültig festgelegt werden, wie die Verbandsgemeinde Waldsee künftig heißen soll. Es fließt also noch etwas Wasser den Rhein runter, bis die im Juli 2014 fusionierte Groß-Verbandsgemeinde Waldsee einen neuen Namen hat.