Rhein-Pfalz Kreis Rhein-Pfalz-Kreis bleibt schwarz

Der Rhein-Pfalz-Kreis bleibt „schwarz“ – in keiner Gemeinde zwischen Bobenheim-Roxheim und Römerberg konnte die jeweilige SPD-Kandidatin am CDU-Konkurrenten vorbeiziehen. Im Rennen um die Erststimmen in den Wahlkreisen 207 (Ludwigshafen-Frankenthal) und 208 (Neustadt-Speyer), auf die die Gemeinden des Rhein-Pfalz-Kreises verteilt sind, waren die Karten neu gemischt, nachdem die beiden christdemokratischen Urgesteine Maria Böhmer und Norbert Schindler nicht mehr angetreten waren. Neue Kandidaten, neue Gesichter – einzig Doris Barnett, die 64-jährige SPD-Abgeordnete aus Ludwigshafen, seit 1994 im Bundestag, war im Wahlkreis 207 ein Routinier. Christdemokrat Johannes Steiniger (30), Wahlkreis 208, hat immerhin schon vier Jahre Bundestagserfahrung – er war 2013 über die Landesliste nach Berlin gekommen. Torbjörn Kartes hat im Rhein-Pfalz-Kreis durchweg erheblich weniger Stimmen erhalten als Maria Böhmer vor vier Jahren und konnte sich deshalb meist nur knapp gegen Doris Barnett behaupten. Nur in zwei Kreisgemeinden holte er mehr als 40 Prozent: in Hochdorf-Assenheim 41,2 und Rödersheim-Gronau 40,8. Barnett erreichte ihre besten Ergebnisse in Kleinniedesheim (32,7) und Heßheim (32,5). Johannes Steiniger holte im Wahlkreis 208 gegenüber SPD-Frau Isabel Mackensen in Schifferstadt (41,3 gegenüber 20,1 Prozent), der Verbandsgemeinde Rheinauen (41 zu 23,3) und in der VG Römerberg-Dudenhofen (43,4 zu 22,1) den größten Vorsprung heraus. Mackensen kam nirgends über 30 Prozent. Apropos Schifferstadt: Dort konnte Lokalmatadorin Marion Schleicher-Frank deutlich punkten. Die Direktkandidatin der Freien Wähler errang in ihrer Heimatstadt 8,3 Prozent der Erststimmen und damit 0,5 Prozentpunkte mehr als bei ihrer ersten Kandidatur 2013. Im Durchschnitt hat die 52-Jährige in den südlichen Kreisgemeinden, die zum Wahlkreis 208 gehören, 4,8 Prozent der Stimmen erhalten. Ihr Freie-Wähler-Kollege im Wahlkreis 207, Hans Arndt, holte in den Kreisgemeinden im Schnitt nur 2,7 Prozent der Erststimmen. Das ist insofern interessant, als die Freien Wähler in einzelnen Orten kommunalpolitisch äußerst stark sind und sogar absolute Mehrheiten haben, zum Beispiel in Heuchelheim und Kleinniedesheim. Trotzdem kommt der FW-Bundestagskandidat dort nur auf 3,7 Prozent. In Großniedesheim erreichte Hans Arndt 4,5, in Rödersheim-Gronau 6,2 Prozent. Die FDP hat es in den Bundestag geschafft, und auch ihre beiden Direktkandidaten für die Wahlkreise 207 und 208 haben im Rhein-Pfalz-Kreis erheblich mehr Stimmen bekommen als bei der Wahl 2013. Thomas Schell, der schon vor vier Jahren kandidiert hatte, holte im gesamten Wahlkreis 207 im Schnitt 7,5 Prozent und im Landkreis 8,2 Prozent – in manchen Orten sogar über neun Prozent, zum Beispiel in Limburgerhof und Neuhofen. In der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim und in Bobenheim-Roxheim schnitt er zum Teil wesentlich schlechter ab. Vor vier Jahren hatte sich Schells Stimmenanteil in der Region um die drei Prozent bewegt. Markus Dürr, der für die Liberalen im Wahlkreis Neustadt-Speyer antrat, kann sich über ein Kreis-Ergebnis von im Schnitt 6,4 Prozent freuen. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im gesamten Wahlkreis. Vergleichsweise konstant geblieben ist der Stimmenanteil der beiden Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen. Raik Dreher aus dem Wahlkreis 207 erhielt im Schnitt 5,8 Prozent der Stimmen in den Kreisgemeinden. Sein Vorgänger hatte vier Jahre zuvor 4,9 Prozent geholt. Misbah Khan aus dem Wahlkreis 208 kommt im Rhein-Pfalz-Kreis auf durchschnittlich 7,6 Prozent. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als die Grünen-Kandidatin Jutta Paulus 2013. Auch bei der Linken gibt es wenig Veränderung. Gerald Unger erreichte in der Rhein-Pfalz-Kreis-Ecke seines Wahlkreises 4,5 Prozent der Erststimmen (2013 4,2 Prozent, auch damals mit Unger als Kandidat), und der erst 20-jährige Böhl-Iggelheimer Maximilian Keck erzielt im Wahlkreis Speyer-Neustadt durchschnittlich 4,6 Prozent der Erststimmen (2013: 3,9 Prozent). Den größten Zuwachs hat im Rhein-Pfalz-Kreis die Alternative für Deutschland (AfD) zu verzeichnen. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war kein Direktkandidat angetreten. Jetzt holte Marcus Künster in den Landkreisgemeinden des Wahlkreises Ludwigshafen-Frankenthal auf Anhieb durchschnittlich 13,3 Prozent der Erststimmen. Den meisten Zuspruch erhielt er in Altrip (16,9 Prozent), Kleinniedesheim (16,3) und Beindersheim (16,1). In Bobenheim-Roxheim kam Künster auf 14,9 Prozent. Gar auf 18,4 Prozent kam AfD-Kandidat Wolfgang Kräher im Wahlkreis 208 in Waldsee. Im Durchschnitt erreichte der 68-Jährige in den Kreisgemeinden 12,6 Prozent. Bundesweit hat die AfD 13 Prozent der Zweitstimmen bekommen, im Rhein-Pfalz-Kreis 13,8 Prozent. Mit 17,9 bis 19,2 Prozent wesentlich höher ist ihr Stimmenanteil in Altrip, Kleinniedesheim und Waldsee. Die Analyse auf Ebene der Ortsgemeinden ist mit Vorsicht zu genießen, denn sie beruht nur auf den Prozentzahlen, die in den Wahllokalen ermittelt wurden. Die Briefwahlstimmen sind im Gesamtergebnis für die jeweilige Verbandsgemeinde aufgegangen. Der Anteil der Briefwähler scheint von Wahl zu Wahl zu steigen. In der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim lag er bei 39,3 Prozent, in Bobenheim-Roxheim bei 30,5. Umso länger dauert mittlerweile das Auszählen am Wahlsonntag, weil bei Briefwahl immer zwei Kuverts zu öffnen sind.