Rhein-Pfalz-Kreis
Reisebus-Unternehmen in der Region: Die Räder stehen still
Ruhe herrscht auf dem Betriebsgelände. Zu viel Ruhe. Sowohl bei Eberle-Reisen an der Langstraße in Hochdorf-Assenheim, als auch bei der Rau Reisebüro Star GmbH in der Dannstadter Industriestraße geht derzeit fast nichts mehr. Beides sind Familienunternehmen mit jahrzehntelanger Geschichte. Aber: „Eine solche Krise haben wir noch nicht erlebt“, sagt Walter Rau. Der Geschäftsführer und gemeinsam mit seinem Vater Heinrich Mitgründer der früheren Rau Touristik GmbH berichtet vom vollkommen weggebrochenen Umsatz, von 99 Prozent Stornierungen – und das natürlich bei weiter laufenden Kosten.
Die Hauptsaison für die Busunternehmen läuft eigentlich gerade. Etwa von März bis Oktober gehe sie, sagt Rau: Vereine machen ihre Ausflüge, Theaterfahrten werden organisiert, Schulklassen machen Klassenfahrten, Senioren Tagesfahrten – alles abgesagt. Und selbst wenn es jetzt Lockerungen der Kontakt- und Reisebeschränkungen gebe, dauere es lange, bis neue Exkursionen oder Ausflüge neu organisiert seien. Es sei ja alles storniert. „Das können wir nicht mehr aufholen“, sagt Rau.
Ersatztermine sind schwierig zu finden
„Wir sind von der Krise schon extrem betroffen“, sagt auch Andreas Eberle. In dem Familienbetrieb, dessen Wurzeln bis zum Urgroßvater im Jahr 1927 zurückreichen und den seine Eltern seit den 1970er-Jahren zum heutigen Reiseunternehmen ausgebaut haben, macht der touristische Bereich, die selbst veranstalteten Reisen, das Hauptgeschäft aus. „Und alle Fahrten sind storniert.“ Eberle Reisen habe schon früh von sich aus Reisen abgesagt, „vor allem in die Corona-Krisengebiete“. Am 18. März kam dann die Verordnung, dass touristische Reisen untersagt sind, sie gelte vorerst bis 17. Mai. „Bisher ist uns noch nichts bekannt, wie es dann weitergehen soll“, sagt Eberle. Und während in der Gastronomie und anderen Branchen Lockerungen angekündigt seien, „haben wir bisher keine Aussichten. Es wäre schön, wenn wir wenigstens eine ungefähre Perspektive hätten“, wünscht sich der 32-Jährige. Denn so sei es auch schwierig, Ersatztermine für die ausgefallenen Fahrten zu finden, „nur, wenn die Situation auch wirklich sicher ist“. Und zur Not auch mit halb besetzten Bussen wegen der nötigen Abstandsregeln.
Irgendwie durch die Krise kommen
Ob sich das rechne, sei eine andere Frage, meint Walter Rau. Seine zehn Busse stehen, auch die für den Shuttle zum Frankfurter Flughafen. Denn geflogen wird ja auch nicht. Die einzigen regelmäßigen Fahrten, die noch stattfinden, seien derzeit die Transporte von Reha-Patienten, sagt er. Sein Personal, neun Angestellte und zwölf Aushilfen hat er schon reduziert. Er selbst sei nur noch um die zwei Stunden täglich im Büro.
Auch bei Eberle sind derzeit nur drei Fahrzeuge im Einsatz, die zur Unterstützung des Werkverkehrs innerhalb der BASF unterwegs sind, „der Fuhrpark für den touristischen Verkehr steht ja komplett still“. Kurzarbeit beim Fahrpersonal habe man bisher vermieden, sagt Andreas Eberle. 15 Menschen sind nach seinen Angaben bei dem Unternehmen beschäftigt. Irgendwie durch die Krise kommen, das ist das Ziel ... bis die Räder wieder rollen dürfen.