Rhein-Pfalz Kreis
Reiseautor Thomas Bauer bereist die Welt – am liebsten allein
Reisefieber: Thomas Bauer reist seit über 20 Jahren durch die Welt – keine Himmelsrichtung hat er ausgelassen. Dabei ist der Reisebuchautor stets allein unterwegs – und das ist nicht ungefährlich. Da kann man schon mal fast von einem Fluss verschluckt oder beinah entführt werden.
All die schönen und auch weniger schönen Erinnerungen hält der Marketingangestellte des Goethe-Instituts München in seinen Büchern fest. Mittlerweile hat der 43-Jährige zwölf Reisebücher verfasst – und es sollen weitere folgen. Seit er schreiben kann, verfasse er Bücher, sagt Thomas Bauer. Auslöser für seine Laufbahn als Reiseautor war aber seine erste größere Wanderung – 2.500 Kilometer zu Fuß auf Jakobswegen durch Europa. „Da beschloss ich, ein Buch darüber zu veröffentlichen“, erzählt er.
Fortan schien für ihn kein Weg zu weit, kein Kontinent uninteressant und kein Fortbewegungsmittel unmöglich zu sein. So durchquerte er etwa mit einem Postrad Frankreich, fuhr mit einem Kajak auf der Donau gen Osten oder bereiste mit dem Hundeschlitten Grönland. Seine Reisen führten ihn in die USA, die Türkei, nach Ungarn und in viele weitere Länder.
Himmel und See verschmelzen
Vor allem Lateinamerika hat es dem Reisenden angetan. „Ich war mittlerweile schon fünf Mal in Lateinamerika. Das letzte Mal vor zwei Jahren für viereinhalb Wochen in Nicaragua, Costa Rica und Panama.“ Derzeit ist er mit seinem Programm „Die Gesichter Südamerikas“ auf Lesetour macht kürzlich auch Stopp in der Schifferstadter Stadtbücherei. Dort stellte er sein gleichnamiges Buch vor, zeigte Bilder, und passend dazu spielte eine Liveband. Es ging um seine Abenteuerreise durch Argentinien, Chile, Bolivien, Peru und Kolumbien – Länder voller Gegensätze: „Grandiose Landschaften ohne Straßen oder Verkehrsschilder, dann plötzlich eine Millionenmetropole wie La Paz“, schwärmt Thomas Bauer.
Ein faszinierender, beinahe surrealistisch schöner Ort war auf der Reise der Salzsee Salar de Uyuni im Süden Boliviens. „In der Mitte dieses Salzsees kann man nicht mehr mit Sicherheit sagen, wo der See aufhört und der Himmel beginnt“, beschreibt er die ganz besondere Szenerie.
Aber auch Menschen in den verschiedenen Teilen Südamerikas faszinierten ihn: „Ich mag die Lebendigkeit, das Spontane – und die Fähigkeit der Menschen, mit einfachsten Mitteln unter teils schwierigsten Bedingungen das Beste zu machen. Für mich sind das Lebenskünstler“, meint Bauer.
Im Alleingang mehr Kontakt
Doch nicht immer ist das Leben gut zu einem, das hat auch er auf dieser Reise erfahren: In Santa Cruz de la Sierra – einer Metropole Boliviens und Drogenhauptstadt – wurde er vor einem Zoo fast entführt. Eine angsteinflößende Erfahrung; und dennoch ist Thomas Bauer gerne alleine unterwegs. „Allein wird man viel häufiger angesprochen und ist gezwungen, die Landessprache zu beherrschen“, nennt er einige Gründe.
Seine Reiselust ist aber immer noch nicht gestillt. Neue Ziele gebe es bereits, sagt er. Und auch ein neues Reisebuch soll – mit etwas Glück – im übernächsten Jahr erscheinen. Dann wird es allerdings nicht mehr Richtung Westen, sondern in den Nahen Osten gehen. Eine Idee für einen Titel hat er bereits: „Die neue Seidenstraße“. Seine letzte Reise führte ihn durch Armenien, Georgien und Iran. „Und im kommenden Jahr soll es unter anderem nach Usbekistan und Kirgisistan gehen“, kündigt der 43-Jährige an – man darf also gespannt sein und hoffen, dass er auch wieder einen Vortrag in der Region hält.
Das sind Thomas Bauers Reisetipps
Thomas Bauer bereiste schon so viele Orte, da fällt es ihm merklich schwer, ein paar Reisetipps zu geben. Neben dem bereis genannten Salzsee Salar de Uyuni im Süden Boliviens empfiehlt er unter anderem auch die Colca-Schlucht im Süden Perus. Diese führt, abseits der Touristenpfade, zu einer Oase. „Unterwegs sieht man majestätische Kondore, die hoch oben ihre Kreise ziehen“, berichtet der Reisebuch-Autor. Kreise ziehen sollten Touristen auch in Kleinflugzeugen über den Wüstenlinien von Nazca. „Dort sind kilometerlange Linien im Sand, die sich erst vom Flugzeug aus zu Figuren formen“, berichtet der Marketingmitarbeiter. Neben den atemberaubenden Landschaften Südamerikas seien auch die Städte sehr reizvoll. „Ich fand vor allem Buenos Aires mit seinen vielen Straßenkünstlern spannend; die Stadt atmet förmlich Kultur ein und aus“, schwärmt er. Ebenso biete auch Bogotá so Einiges; zum Beispiel authentische Märkte, Kulturfestivals und eine wunderschöne bergige Umgebung.
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Alle Infos, auch über neue Projekte und Vorträge stehen im Netz unter https://neugier-auf-die-welt.de.
Die Serie
In unserer Serie „Reisefieber“ stellen wir Ihnen Vielgereiste vor, sie erzählen von ihren Reisen und geben Insidertipps.