Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Redaktion vor Ort in Mutterstadt: Von schönen Plätzen und stillen Örtchen

Zeit für Gespräche: Marktmeister Hans Kirsch (Zweiter von links) und Klaus Müller mit den Redakteurinnen Ulrike Minor (links) un
Zeit für Gespräche: Marktmeister Hans Kirsch (Zweiter von links) und Klaus Müller mit den Redakteurinnen Ulrike Minor (links) und Doreen Reber. Foto: KUNZ

Eigentlich fühlen sich die Mutterstadter in ihrer Gemeinde richtig wohl, vor allem auf die neue Ortsmitte sind die meisten doch sehr stolz. Das haben gleich mehrere Bürger gesagt, die am Freitagmorgen am RHEINPFALZ-Stand auf dem Markt vorbeigekommen sind. Und doch gibt es Aufreger, die der Redaktion vor Ort vorgetragen werden.

Mutterstadt. Die neue Ortsmitte, der umgestaltete Platz am Rathaus und der Neuen Pforte – das sind nach wie vor Themen für viele Mutterstadter. Derzeit wird die Bushaltestelle hergerichtet. Nicht nur Marktmeister Hans Kirsch freut sich, wenn der Wochenmarkt vom derzeitigen Ort vor dem Palatinum der Bohligstraße wieder auf den Rathausplatz zurück wandern kann. Viel Lob gibt es für dessen Erscheinungsbild nach der gründlichen Aufpolierung. Nur eines stößt einigen auf: das Toilettenhaus am neugestalteten Platz an der Neuen Pforte. „Wie kann man das direkt auf den Platz an der Bushaltestelle setzen? Das ist ja furchtbar“, sagt Monika Zähringer, die mit ihrer Boulegruppe vor dem Palatinum Kugeln wirft und zwischendurch auf einen Kaffee an den RHEINPFALZ-Stand kommt. „Ein Schandfleck“, ergänzt Heinz Laubner, zumindest an dieser prominenten Stelle. „Hätte man das nicht in den hinteren Bereich aufstellen können und nicht direkt an der Straße hinter der Bushaltestelle“, sagt auch ein weiterer Bürger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sein Nebenmann stimmt ihm zu: „Das Ding versperrt die Sicht auf den schönen neuen Platz.“

Außerdem regen sich die Besucher am RHEINPFALZ-Stand über Verschmutzungen dort auf, zum Beispiel über Schmierereien an den gerade neu aufgestellten Bänken. Die Gemeinde musste bereits Graffiti-Schmiererei auf den Sockeln der Sitzbänke entfernen, bestätigt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD), der ebenfalls am Stand vorbeischaut. Erika Geschwill-Pleil fände, wie einige andere Gesprächspartner auch, eine Kameraüberwachung dort gut.

Und es gebe noch etwas, dass die Mutterstadterin immer wieder ärgere: „Für mich gehört an der Hauptkreuzung in der Ortsmitte eine Ampel“, sagt sie, besonders als Fußgängerin fühle sie sich oft nicht sicher.

Den Ortskern mehr beleben

Ja, das mit der Sauberkeit sei so eine Sache, finden Klaus und Christa Bender. Den Mutterstadter ärgert auch, dass das neue Pflaster vor allem bei der Außengastronomie im Zentrum schon wieder verschmutzt sei. Einmal jährlich macht die Gemeinde eine Grundreinigung, erläutert Bürgermeister Schneider. Und jetzt, da der Platz fertig sei, könnten erst Nutzungsverträge mit den Betreibern der Gastronomie geschlossen werden, in denen solche Modalitäten auch festgeschrieben würden. Auch Privatleute sollten sich an die eigene Nase fassen, findet Christa Bender: „Früher hat jeder die Straße gekehrt. Heute wächst teilweise das Gras auf den Gehwegen.“ Das ändere aber nichts an dem Grundsatz: „Ich bin froh, dass ich in Mutterstadt wohne.“

Den Ortskern auch am Abend mehr beleben, dafür hat sich der Zweite Beigeordnete Klaus Lenz (CDU) im Gespräch am Pavillon ausgesprochen. „Bei 13.000 Mutterstadtern kann man was auf die Beine stellen“, findet er. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, das sei auch Teil eines Einzelhandelskonzeptes.

Radwege ausbessern

Auch Volker Schläfer stellt einiges auf die Beine im Ort. Der frühere Geschäftsführende Beamte der Gemeindeverwaltung engagiert sich ehrenamtlich im Gemeindearchiv und beim Historischen Verein und verbindet seinen Marktbesuch mit einem Plausch am Stand der Redaktion. Für den Abend hat der 76-Jährige einen historischen Rundgang mit kulinarischen Genusspausen mitorganisiert. Demnächst will er mit einer Seniorengruppe den Wasserturm erklimmen.

Ein ganz anderes Anliegen hat Sabrina Eimers. Die Ludwigshafenerin pendelt per Fahrrad zum Arbeitsplatz in Mutterstadt und moniert, dass der Radweg zwischen Maudach und Mutterstadt in schlechtem Zustand sei. Auf der Brücke über die B 9 sei er „voller Löcher und außerdem viel zu schmal“. Das sei gefährlich.

Kein Morgen ohne die Zeitung

Recht zufrieden waren die Besucher am RHEINPFALZ-Stand mit „ihrer“ Zeitung. Mit kleinen Abstrichen hie und da. Rechtschreib- und Grammatikfehler moniert Heinz Laubner, und Klaus Bender, seit 40 Jahren RHEINPFALZ-Leser, vermisst die Börsennotiz gleich auf der Titelseite. In ihrer Familie wird schon in der dritten Generation die RHEINPFALZ gelesen, sagt Erika Geschwill-Pleil. Und ohne ihre Zeitung am Morgen könne der Tag für sie gar nicht richtig beginnen. „Die Informationen über Mutterstadt und Umgebung sind schon toll.“

Auch Klaus Müller ist mit der RHEINPFALZ zufrieden, nur eines würde er sich wünschen: „dass ich vor einer Preiserhöhung persönlich informiert werde“. Er stammt eigentlich aus Limburgerhof, ist aber in Mutterstadt aufgewachsen. Der Ort ist seine Heimat geworden und biete viel, nur eines nicht: eine Bahnverbindung. „Wissen Sie, ich fahre nicht gern Auto“, sagte er. Der Senior und seine Frau haben sich aber arrangiert, denn dank des gut ausgebauten Radwegs von Mutterstadt nach Limburgerhof sei er in 15 Minuten am Limburgerhofer Bahnhof.

Für einige ein Ärgernis: das neue Toilettenhäuschen an der Neuen Pforte.
Für einige ein Ärgernis: das neue Toilettenhäuschen an der Neuen Pforte. Foto: KUNZ
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