Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Redaktion vor Ort in Dannstadt: Mit lokalen Themen punkten

RHEINPFALZ-Mitarbeiter Markus Müller (zweiter von links) im Gespräch mit Karl-Heinz Wimmer, Erich Jotter (rechts) beklagt sich b
RHEINPFALZ-Mitarbeiter Markus Müller (zweiter von links) im Gespräch mit Karl-Heinz Wimmer, Erich Jotter (rechts) beklagt sich bei Redakteurin Doreen Reber über die Banken.

Eine heiße Tasse Kaffee ist genau das richtige Angebot gewesen an diesem kühlen Freitag. Trotz Mistwetter und Ferienzeit plauderten die Marktbesucher in Dannstadt mit uns – über schlechte Busverbindungen, illegale „Modenschauen“ am Altkleidercontainer und das eigentlich gute Dorfleben.

Dannstadt-Schauernheim. „Ach ja, Sie sind ja heute hier, hallo!“, begrüßt eine nette Schauernheimerin die RHEINPFALZ-Redakteure am verregneten Freitag am Stand. Die Regenwolkendecke ist gerade aufgebrochen – und die nette Dame, die ihren Namen aber nicht nennen wollte, möchte nun ihre Einkäufe erledigen. „Ihre RHEINPFALZ“ studiere sie sehr ausführlich, „denn seit einem Jahr bin ich zu Hause“, erzählt sie. Zu ihrem Kaffee brauche sie einfach die Zeitung – aber bitte auf Papier. „Von mir aus müsst ihr die Online-Angebote gar nicht machen“, sagt sie und lacht. Aber sie wisse auch, „dass die jungen Leute das wollen“. In erster Linie interessieren sie lokale Themen und sie stellt immer wieder fest: „In Ludwigshafen ist ganz schön viel los.“ Metropol, Stadtrat, Hochstraße – „alles sehr chaotisch, so viele Baustellen, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Da lebe es sich auf dem Land, besonders in Schauernheim, viel entspannter. Nur eines mache ihr Sorgen: „Was, wenn ich im Alter nicht mehr so mobil bin?“ Richtung Ludwigshafen seien die Busverbindungen selbst aus Schauernheim ja sehr gut, aber die „Querverbindungen“, etwa nach Schifferstadt oder Ruchheim seien schlecht. Gut, dass es das Ruftaxi gebe.

Auch Marianne Bolzau aus Dannstadt fühlt sich in ihrer Heimatgemeinde wohl: Die wichtigsten Dinge bekomme man hier problemlos, „nur eine Eisdiele fehlt, leider“, sagt sie. Mit der RHEINPFALZ, die sie seit mehr als 50 Jahren abonniert hat, „bin ich sehr zufrieden, das wollte ich euch mal sagen“. Auch mit der Zustellung klappe alles ganz wunderbar. Diese positive Erfahrung hat auch Simone Zink bisher gemacht. Immer freitags kommt die Böhl-Iggelheimerin extra nach Dannstadt zum Markt – vor allem, weil sie dann noch beim dortigen Bäcker einkaufen kann. „Dass es solche kleine Bäckereien noch gibt, finde ich prima“, sagt sie. Prima sei auch die lokale Berichterstattung der RHEINPFALZ, die sie seit gut zehn Jahren beziehe. „Mein Mann und ich sind auch FAZ-Leser“, sagt sie, aber auf die Lokalzeitung wollten sie beide nicht verzichten.

Erich Jotter aus Dannstadt radelt gut gelaunt zum RHEINPFALZ-Stand, auch er fühlt sich im Dorf wohl. „Aber über die Banken ärgere ich mich schon“, sagt er und sein Gesicht wird ernst. Seiner Meinung nach müssten die Automaten in den Filialen auf dem Land nicht rund um die Uhr zugänglich sein. Viel zu groß sei doch die Gefahr, dass die Bankautomaten nachts gesprengt werden – wie der in der VR-Bank-Filiale in Dannstadt. „Die Kunden würden sich auch an kürzere Zeiten gewöhnen, in der sie Geld abheben können“, ist er überzeugt.

Was in Dannstadt-Schauernheim am Freitagmorgen nicht in Ordnung ist? Da muss Volker Bolz vom Verein Bürgerwille nicht lange überlegen: Er findet es zwar gut, dass alle Bürgermeister im Rhein-Pfalz-Kreis mit den neugewählten Gemeinderäten fotografiert wurden. Was ihm aber am Foto des Verbandsgemeinderats Dannstadt-Schauernheim störte, war, dass Bürgermeister Stefan Veth (CDU) über allen stand und nicht – wie bei den anderen Ratsbildern – auf einer Höhe mit den Ratsmitgliedern.

Sein sonst ebenfalls kritischer Vereinskollege Gunter Defren hat hingegen auch mal lobende Worte: Nachdem er die Gemeinde und die Polizei darüber informiert hatte, dass einige Mitmenschen sich aus einem Altkleider-Container im Ortsteil Schauernheim bedienen und teilweise eine kleine Modenschau abhalten, hätten die Behörden dem Treiben erfreulich schnell ein Ende gesetzt. Super findet er, wie sich Lothar Distler und seine Mitstreiter um den Storchenkreisel in Schauernheim kümmern, auch sein Verein habe dafür gespendet. Manchmal richtet er den Blick auch neidisch gen Mutterstadt: Die Nachbarn hätten einen schönen Ortskern. „Da halten sich immer viele Leute auf, trinken einen Kaffee und so weiter. So etwas fehlt bei uns“, bedauert er.

Hans Kraus wünscht sich mehr erklärende Berichte rund um das komplizierte Thema Steuern in der Zeitung. Das Ganze zu verstehen, sei sehr wichtig. Das gelte ebenso für Ökostrom. „Das sollte dem normalen Bürger mal transparent gemacht werden“, sagt er. Vor Wahlen auf europäischer Ebene oder der Besetzung wichtiger EU-Ämter sollten die Kandidaten und deren Inhalte ausführlich vorgestellt werden. „Damit man weiß, wofür sie stehen, und sich besser orientieren kann“, erläutert Kraus. Bei der Lektüre der RHEINPFALZ interessiere er sich mehr für den Mantelteil. „Das Lokale liest meine Frau ausführlich.“

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