Rhein-Pfalz Kreis Ratsbeschluss: Telefonzelle soll erhalten bleiben

Die Telekom möchte die öffentliche Telefonzelle an der Ampelkreuzung im Ortsteil Dannstadt abbauen. Der Standort in der Nähe des Rathauses sei nicht mehr wirtschaftlich, argumentiert der Konzern. Das überzeugte weder den Orts- noch den Verbandsgemeinderat. Beide Gremien lehnten den Plan ab und forderten den Erhalt der Telefonzelle.
«Dannstadt-Schauernheim.»Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, und die Gemeindeverwaltung befürworteten das Telekom-Vorhaben. „Ich habe schon lange niemand mehr in der Telefonzelle gesehen“, sagte Veth in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats. Er halte sie daher für verzichtbar. Das sahen die Ratsmitglieder anders. „Wir sollten die Telefonzelle behalten wegen der älteren Bürger, von denen nicht alle ein Handy haben“, fand Johannes Kupper (CDU). Für Notrufe müsse eine öffentliche Telefonzelle bereitstehen, stimmte Marc Hauck (FDP) zu. Im benachbarten Schifferstadt habe sich die Politik ebenfalls gegen den Abbau einer Telefonzelle ausgesprochen. Wenn der Dannstadt-Schauernheimer Rat das auch tue, solle die Verwaltung darauf achten, dass die Telekom diesen Beschluss nicht einfach ignoriert und trotzdem abbaut. Das habe der Konzern nämlich vor einigen Jahren im Ortsteil Schauernheim getan. Darauf hatte Hauck auch bereits zuvor im Ortsgemeinderat hingewiesen. In der Zwischenzeit hatte Büroleiter Markus Lehmann herausgefunden, dass die Telekom nur bei Telefonzellen um Erlaubnis fragen muss, die an einem vor 1974 errichteten Standort stehen. Bei jüngeren liege die Entscheidung über die Aufgabe einer Einrichtung einzig im Ermessen des Unternehmens. Am Ende lehnte der Verbandsgemeinderat den Abbau ab. Einziger Befürworter blieb bis zuletzt Bürgermeister Veth. Den Ratsbeschluss nahm er gelassen: „Dass ein Gremium einen Vorschlag der Verwaltung komplett ablehnt, ist mal was Neues“, sagte er. Der Ortsgemeinderat hingegen war geschlossen gegen die Telekom-Pläne. „Ein Nottelefon ist immer gut“, erklärte Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) und brachte damit zugleich die Haltung der Ratsfraktionen zum Ausdruck.