Rhein-Pfalz Kreis Rat will Anbau statt Neubau
Um den Bedarf an Kita-Plätzen in Bobenheim-Roxheim zu decken, wird die protestantische Kita Löwenzahn erweitert: Durch einen Anbau soll Platz für zwei weitere Gruppen geschaffen werden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend entschieden. Die Kosten für den Anbau liegen bei 1,1 Millionen Euro (Gemeindeanteil: 860.000 Euro).
Alternative wäre der Bau einer neuen, gemeindeeigenen Kita gewesen. Solch ein Neubau wäre rein rechnerisch auf den ersten Blick sogar günstiger: Etwa 600.000 Euro würde es kosten, eine Kindertagesstätte auf dem gemeindeeigenen Grundstück im Neubaugebiet „Im Sand“ zu errichten. Allerdings, erklärte Beigeordneter Frank Peter (CDU), kämen bei dieser Lösung weitere, indirekte Kosten auf die Gemeinde zu: der Verlust des Grundstücks (Wert: etwa 127.000 Euro), der Zuschuss für Brandschutz und einen Ruheraum in der Kita Löwenzahn sowie die Sanierung ihres Daches und ihrer Fassade (Gesamtkosten etwa 370.000 Euro). Kalkuliere man diese Faktoren mit ein, so Peter, kämen auf die Gemeinde etwa dieselben Kosten zu wie bei einem Anbau an die protestantische Kita. Für deren Anbau rechnet die Verwaltung – inklusive der Brandschutzvorkehrungen und der Einrichtung eines Schlafraums – mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro, von denen die Gemeinde 860.000 Euro zahlen muss. Der Rest wird über Zuschüsse von Bund, Land und Kreis finanziert. Da die Protestantische Kirche der Pfalz der Erweiterung nur zustimmt, wenn sie für die Kirchengemeinde kostenneutral ist, übernimmt die Gemeinde außerdem den Trägeranteil der Kirchengemeinde an den jährlichen Personalkosten (15.000 Euro) sowie die Sachkosten für die neuen Kita-Räume (10.000 Euro). In den beiden neuen Gruppen soll es neben den regulären Plätzen für Drei- bis Sechsjährige auch jeweils sieben Plätze für Kinder unter drei Jahren geben. Beim Personal kommen voraussichtlich 3,5 Stellen hinzu. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für einen Anbau an die protestantische Kita. Holger Voll (SPD) sah in der steigenden Kinderzahl einen „Beleg dafür, dass Bobenheim-Roxheim eine liebens- und lebenswerte Gemeinde ist“. Der Anbau sei die ökonomischste Lösung; falls die Kinderzahl weiter steigen sollte, hätte die Gemeinde mit dem Grundstück „Im Sand“ noch eine Reserve. Ähnlich sah das Sylvia Lobocki von der CDU. Auch Oliver Bittern (Grüne) bezeichnete den Anbau als „nachhaltigere und energieeffizientere Lösung“. Manfred Schärf (Wir Bürger) begrüßte den Anbau ebenfalls, wandte jedoch ein, dass die Gemeinde zwar alle Kosten trage, jedoch keine weiteren Mitbestimmungsrechte habe. Beigeordneter Peter sah in dieser Hinsicht keine Probleme, da die Planung in enger Abstimmung mit der Kirchengemeinde erfolge. (nasu)