Rhein-Pfalz Kreis Ran an die Schwimmnudel

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Hermann Rockstroh kennt fast jeden der etwa 60 Seniorenschwimmer im Kreisbad Maxdorf-Lambsheim persönlich. Vor mittlerweile zehn Jahren hatte er als damaliges Mitglied des Kreisseniorenbeirats die Idee zu der Wassersportgruppe. Am kommenden Montag, 6. März, feiern die Senioren ihr Jubiläum mit einem kleinen Empfang.

„Schneller“ schallt es von der Längsseite im Kreishallenbad Maxdorf-Lambsheim herüber. Übungsleiterin Annette Maier hält eine blaue Schwimmnudel in den Händen und macht ihrer Seniorengruppe die Übungen vor: Mit schnellem Schritt joggt sie auf der Stelle, legt die Nudel weg und „boxt“ mit den Händen nach unten. 20 Minuten Wassergymnastik gibt es hier jeden Montag, seit zehn Jahren. Die Senioren machen mit, drücken ihre Arme kräftig gegen den Widerstand abwechselnd unter die Wasseroberfläche. Im Schwimmerbecken krault derweil Hans-Jürgen Thiele durchs Wasser. Der 77-Jährige war jahrelang Leistungsschwimmer, er „war ein Kandidat für die Olympischen Spiele“, sagt Rockstroh. So schnell, wie er seine Bahnen zieht, nicht links und nicht rechts schaut, spürt man noch immer den Ehrgeiz. Erwin, Lothar und die anderen lassen es beim Aquajogging dagegen ruhiger angehen. „Hier kann jeder so mitmachen, wie er es noch kann und will“, sagt Rockstroh. Das sei der Vorteil des Seniorenschwimmens 60 plus. Als Mitglied des Seniorenbeirats des Rhein-Pfalz-Kreises hat Hermann Rockstroh am 5. März 2007 das „Seniorenschwimmen 60 plus“ ins Leben gerufen. Mit etwa 30 Leuten fing er damals im Kreisbad Maxdorf-Lambsheim an: Wassergymnastik, Aquajogging, Schwimmen und Aquawalking waren die Säulen der Initiative und sind es bis heute geblieben. In den vergangenen zehn Jahren ist die Montagsschwimmgruppe auf etwa 60 bis 70 Personen angewachsen. Der älteste Teilnehmer ist 92 Jahre alt. Auch Jüngere sind willkommen, mit einer Einschränkung: „Wir haben mal gesagt, wir passen uns nicht den Jüngeren an. Wenn es für denjenigen in Ordnung ist, kann er gerne mitmachen“, sagt Rockstroh. Jeden Montagmorgen treffen sich die Senioren zwischen 11.15 und 12.45 Uhr, um gemeinsam aktiv zu bleiben, aber auch um zu plaudern: „Die soziale Komponente ist das Wichtigste“, erklärt der frühere BASF-Angestellte Rockstroh. Er selbst hat diese Erfahrung als langjähriger Vorsitzender der TSG Maxdorf gemacht: Von 1989 bis 2004 leitete er den Verein. „Ich bin kein großer Schwimmer“, sagt er über sich selbst. „Aber ich war der Mann vom Sport.“ Also fiel die Wahl auf ihn, als der Kreisseniorenbeirat ein neues Sportangebot entwickeln wollte. Der Gedanke „Senioren gestalten für Senioren“ motiviert ihn und Ilse Wegmann noch heute. Die Rentnerin ist als Seniorenbeirätin der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim mittlerweile stark in die Organisation eingebunden. „Aber das ist schon sein Kind“, sagt sie. Rockstroh lächelt versonnen: „Dabei habe ich ja auch einen Sohn und zwei Enkel.“ 2013 stand die Initiative auf der Kippe. 2008 wurde das Bad wegen einer Generalsanierung geschlossen, die Organisatoren zogen mit ihren Teilnehmern in das Schifferstadter Kreisbad um. Aus geplanten zwei Jahren Umbauzeit wurden am Ende fünf. 2013 sollte es weitergehen. Doch Hermann Rockstroh zog in eine andere Verbandsgemeinde und gab den Vorsitz im Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Maxdorf und die Mitgliedschaft im Kreisseniorenbeirat ab. „Ich war froh, dass sich Ilse gemeldet hat“, sagt er, „ohne sie wäre das hier nicht möglich.“ Denn sie war gleich dabei, als er einen Nachfolger und weitere Unterstützer suchte. Vor der Eingangstür fährt der Bürgerbus der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim vor. Acht schwimmbegeisterte ältere Herrschaften steigen aus und betreten das Bad. Langsam füllt sich der Vorraum, die Kassierer um Hans-Jürgen Thiele, Lothar Armbruster und Peter Bloss haben ordentlich zu tun. So geht das seit einiger Zeit jeden Montag – auch ein Werk von Ilse Wegmann. Sie organisiert die Fahrten. Auch für die Großniedesheimerin ist gesellschaftliches Engagement nicht neu. Wegmann saß von 1984 bis 2010 für die SPD im Ortsgemeinderat. Die Politik sei nie seine Sache gewesen, erklärt dagegen Rockstroh. Er hat aber festgestellt: „Den Politikern muss man was bieten.“ Deswegen setzte er schon als Vereinsvorsitzender auf Eigeninitiative und ist auch jetzt noch von den umgesetzten Projekten überzeugt. Das ist auch der Ruder-Olympiasieger Alois Bierl. 1972 gewann er in München die Goldmedaille mit dem „Bullenvierer“, so nannte man sein Team wegen seiner Stärke. Als junger Mann kam er nach Maxdorf. Rockstroh, der aus der Leichtathletik kommt, ruderte dort mit ihm. Heute schwimmt Bierl regelmäßig im Kreisbad, joggt durchs Wasser und macht auch bei der Gymnastik mit. „Schwimmen ist durch den Auftrieb für Senioren eine der besten Sportarten und verbessert durch den Wasserwiderstand auch die Muskeln“, erzählt Rockstroh. Selbst bei (ehemaligen) Leistungssportlern. Termin Am kommenden Montag, 6. März, feiern Rockstroh und seine Mitstreiter das Jubiläum. Ab etwa 12.15 Uhr wird in der Eingangshalle des Hallenbads eine kleine Fotoausstellung zu sehen sein, es gibt einen Imbiss und einen Sektempfang.

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