Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Radfahrer sollen es in Mutterstadt besser haben

Für Fahrradfahrer und Fußgänger aus dem westlichen Mutterstadt der nächstgelegene, aber auch gefährlichste Weg ins Gewerbegebiet
Für Fahrradfahrer und Fußgänger aus dem westlichen Mutterstadt der nächstgelegene, aber auch gefährlichste Weg ins Gewerbegebiet: Von dem Feldweg, der entlang der Landesstraße L?524 verläuft, über die viel befahrene Kreuzung. Hier hält die Lokale Agenda eine Drückampel und Tempo 50 für sinnvoll. Foto: mamü

Wie können die Leute mit dem Drahtesel sicherer ins Gewerbegebiet gelangen? Und was ist eigentlich aus der geplanten Fahrradstraße geworden? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich das Mutterstadter Gremium für Verkehrsfragen beschäftigt. Alle Ideen der Lokalen Agenda sind wohl nicht umsetzbar, aber Bürgermeister Hans-Dieter Schneider hat auch gute Nachrichten.

Fahrradfahrer und Fußgänger können das Gewerbegebiet An der Fohlenweide im Süden der Gemeinde sehr gut erreichen. Darin sind sich Gemeindeverwaltung und Lokale Agenda einig. Aber: Die Zugänge sind für sie nicht unbedingt ideal. Oder wie es Agenda-Mitglied Josef Rödl zusammenfasst: „Man kommt gut hin, aber schwer rein.“ Deswegen sollen diese Zufahrten verbessert und somit die Sicherheit erhöht werden. Am Wie scheiden sich jedoch bisweilen die Geister.

Neubaugebiet als Chance

Für besonders problematisch hält die Lokale Agenda das Überqueren der vielbefahrenen Landesstraße 524 an der Kreuzung beim Getränkezentrum. Sie schlägt eine Drückampel und ein Tempo-50-Limit vor. Das hält Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) für keine gute Idee. „Mit einer Ampel rechnet auf einer Landesstraße niemand“, warnt er vor möglicherweise gefährlichen Folgen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde zu verringern, könnte die Umgehungsstraße zudem weniger attraktiv für den motorisierten Verkehr werden und einen Teil davon wieder durchs Dorf rollen lassen. Er selbst fahre oft mit dem Fahrrad und bevorzugt auf diesem Weg ins Gewerbegebiet: „Die Straße ist dort sehr übersichtlich. Lange warten musste ich noch nie.“ Dem Leiter der Polizeiinspektion Schifferstadt, Uwe Stein, zufolge ist Tempo 50 auf einer Landesstraße nur bei außergewöhnlichen Umständen möglich. „Doch hier gibt es keine Anzeichen für eine besondere Gefahr“, erklärt er.

Trotzdem wolle die Gemeinde die Situation verbessern, betonen Verwaltungschef Schneider und der Beigeordnete Klaus Lenz (CDU) in der Sitzung am Dienstagabend. Eine Möglichkeit hierfür biete das geplante Neubaugebiet Südwest. Denn es solle mit einem Grünzug an Gewerbegebiet und Mutterstadter Wald angebunden werden. „Dort entlang wollen wir für Fußgänger und Radfahrer einen Weg von der Von-Ketteler-Straße bis zur L 524 machen und auf dieser eine Querungshilfe“, sagt Schneider.

Kritiker mögen einwenden, dass der Gemeinderat gerade erst den Aufstellungsbeschluss für das Neubaugebiet gefällt hat und bis zu dessen Verwirklichung noch viele Jahre vergehen werden. Doch solange muss das Fahrradprojekt laut Bürgermeister nicht warten: Denn der Gewässerzweckverband werde in der Nähe in den nächsten zwei Jahre die Südspange bauen, die dem Hochwasserschutz dient. Im Zuge dieses Vorhaben könnten der Weg und die Querungshilfe entstehen.

Nicht so provisorisch

Verbesserungsbedarf sieht die Lokale Agenda an der Zufahrt von der Waldstraße beim Autohaus Oster. Ihre Idee: Querungshilfen auf beiden Seiten der Einmündung in die Straße An der Fohlenweide. Das hält die Verwaltungsspitze für übertrieben. Eine reiche und sei schon beschlossen: auf der Südseite direkt vorm Autohaus auf der momentan geriffelten Fläche. Provisorisch ist sie laut Schneider nur insofern, als das zunächst die Fahrbahnoberfläche saniert und die Querungshilfe erst danach dauerhaft installiert werden soll. Die vorübergehende Variante „wird Ende des Jahres oder Anfang 2020 umgesetzt“, kündigt er an. Eine Grünfläche müsse dafür – anders als von der Agenda behauptet – nicht geopfert werden. „Es gibt dort schon einen Gehweg, von dem aktuell aber nur der Schotter übrig ist. Die Oberfläche wird wiederhergestellt.“

Fahrradstraße verzögert sich

Die Gartenstraße soll zur Fahrradstraße werden. An diesem vom Rat beschlossenen Vorhaben hat sich nichts geändert. Es verzögert sich aber um ein Jahr. Denn bevor die entsprechenden Schilder aufgestellt und Markierungen auf die Fahrbahn aufgetragen werden, möchte die Thüga die dortige Gasleitung austauschen. Dieses Projekt wiederum hat der Energieversorger nach Lenz’ Angaben jedoch aufschieben müssen, da die Gasleitung in der Neustadter Straße plötzlich viel dringender erneuert werden musste. Die Arbeiten samt der nötigen Sperrungen laufen seit mehreren Wochen und werden sich wohl bis Jahresende hinziehen.

Schutzstreifen kommt

Ab dem 28. Oktober werde die beauftragte Firma – nach mehrmaliger Aufforderung – den geplanten Schutzstreifen für Fahrradfahrer in der Blockfeldstraße anbringen. Die anstehenden Markierungsarbeiten in mehreren anderen Straßen werde das Unternehmen dann ebenfalls erledigen.

Warten auf den Landesbetrieb

Der Radweg nach Maudach muss dringend repariert werden, sagen die Mutterstadter. Dafür zuständig ist allerdings der Landesbetrieb Mobilität (LBM), da die Route entlang der Landesstraße 530 verläuft. Der LBM habe die Reparatur auch zusagt, bislang aber noch nichts getan. „Wir haben ihn vor Kurzen noch einmal an seine Zusage erinnert, aber keine Antwort erhalten“, berichtet Bürgermeister Schneider.

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