Lambsheim-Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel Rücktritte: Seniorenbeirat muss sich neu orientieren

Da war noch alles in Ordnung: der Seniorenbeirat Lambsheim-Heßheim 2019 nach seiner Konstituierung und mit Sonja Welz (Dritte vo
Da war noch alles in Ordnung: der Seniorenbeirat Lambsheim-Heßheim 2019 nach seiner Konstituierung und mit Sonja Welz (Dritte von links).

Sonja Welz hat überraschend den Vorsitz im Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim niedergelegt und steht dem Gremium auch nicht mehr zur Verfügung.

Auf RHEINPFALZ-Anfrage nannte sie persönliche Gründe: Zwischenmenschlich sei die Zusammenarbeit mit dem für Soziales und Kultur zuständigen VG-Beigeordneten Ewald Merkel (FWG) zuletzt sehr schwierig gewesen. Aus der Gruppe heraus habe man ihr außerdem Alleingänge vorgeworfen, was ungerechtfertigt sei. Welz war 2019 zur Vorsitzenden des 2015 ins Leben gerufenen Beirats für ältere Menschen gewählt worden und bestrebt gewesen, dessen Arbeit unter das Motto „Gesund leben im Alter“ zu stellen und als Hilfe zur Selbsthilfe zu verstehen.

Dazu gehörten für sie und ihre Mitstreiter vor allem Gesundheits- und Präventionsvorträge sowie Informationen über Hilfsangebote für Senioren. Im Laufe der Jahre wurden außerdem zweimal Sicherheitstage sowie eine Modellbauausstellung veranstaltet. Der Beirat hat eine Digitalbotschafterin, die Ältere im Umgang mit Computer, Tablet oder Smartphone hilft, und eine Kooperation mit einer Anbieterin für Tanz und Bewegung im Alter. Auf Welz’ Initiative wurde eine Notfallkarte für ältere Menschen aufgelegt, sie war zudem für Infobroschüren und die Internetseite des Beirats zuständig. Das Ausmaß ihres ehrenamtlichen Engagements in der Seniorenarbeit der Verbandsgemeinde beziffert die 69-Jährige auf zwei Arbeitstage pro Woche. Zuletzt war sie eigenen Angaben zufolge mit der Vorbereitung einer Infoveranstaltung zum Thema „Erben und vererben“ beschäftigt, die Mitte September stattfinden soll.

Beigeordneter nimmt Stellung

Ewald Merkel, der in der VG seit 2019 Beigeordneter mit dem Geschäftsbereich Soziales, Jugend, Sport, Kultur ist, bescheinigt Welz, engagiert und motiviert gearbeitet zu haben, weist aber ihr Argument „zwischenmenschlich schwierig“ zurück. Vielmehr herrsche im Beirat eine gewisse Enttäuschung: „Einige Angebote des Seniorenbeirats fanden bei der Bevölkerung durchaus Zuspruch, andere Veranstaltungen fanden jedoch kaum oder kein Interesse und mussten sogar abgesagt werden“, berichtet Merkel und nennt als Beispiele eine Vortragsreihe über Demenz und ein Karate-Projekt. Auch sei die Resonanz auf die jüngsten Sicherheitstage „sehr mäßig“ gewesen. „Für einen engagierten Menschen mag das zuweilen unbefriedigend sein, ist aber als Lebenswirklichkeit zu respektieren“, so Merkel. Sonja Welz widerspricht: „Für das Karate-Projekt haben wir einfach keine Halle bekommen, und für die in Kooperation mit Bürgermeister Michael Reith veranstalteten Sicherheitstage wurde zu wenig Werbung gemacht, auch war es zu heiß.“

Bruno Lüttinger, der für den beim Seniorenbeirat angesiedelten VG-Bürgerbus zuständig ist, bestätigt den Eindruck, dass „gut gemeinte Ideen“ oftmals an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbeigegangen seien. Ihm zufolge kann die Nachfolge von Welz sehr wahrscheinlich bald aus den Reihen der gewählten Mitglieder besetzt werden. Bis dahin übernehme Bart Pottie die Führung. Anders als bei einem Verein muss der oder die Beiratsvorsitzende nicht von der Vollversammlung bestimmt werden.

Was soll der Beirat eigentlich leisten?

Welche Richtung die Seniorenarbeit in der Verbandsgemeinde nun nehme, könne er vor der Zusammenkunft zur Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin nicht sagen, so Lüttinger. Dem Gremium gehören noch Ewald Merkels Frau Mathilde Haberkorn-Merkel sowie Lilli Knopp, Lioba Herschel-Pottie, Kurt Schwarztrauber und Christina Kapper an. In einer „Vollversammlung“ am 22. Juli, zu der lediglich sechs Senioren aus der VG erschienen, ist Renate Glover in den Beirat nachgewählt worden. Nach RHEINPFALZ-Informationen wurde bei diesem Treffen thematisiert, ob man nicht besser mehr beziehungsweise vorwiegend gesellige Angebote machen sollte. Hannelore Wörpel hat nach dem Rückzug von Sonja Welz ebenfalls den Beirat verlassen, weil sie eine völlige Neuausrichtung befürchtet.

Was die Zusammenarbeit zwischen Seniorenbeirat und Verwaltungsspitze betrifft, weist Ewald Merkel darauf hin, dass er als Beigeordneter ein Mittler sei und kein Vorgesetzter. Seine Aufgabe sei es, Angelegenheiten, die zu den Aufgaben des Seniorenbeirats gehören, dem Verbandsgemeinderat vorzulegen. Und die Verwaltung stelle auf Wunsch und nach Möglichkeit dem Beirat Besprechungszimmer oder Vortragsräume zur Verfügung und unterstütze dessen Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

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