Rhein-Pfalz Kreis Rückspiegel verboten
«Rödersheim-Gronau.» Der Austritt von 15 Mitgliedern ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Dannstadt-Schauernheim noch immer ziemlich präsent. Aber der Blick geht nach vorne. Der Kameradschaftsabend der gesamten Verbandsgemeindewehr am Samstag in Gronau war die beste Gelegenheit, neues Selbstvertrauen zu tanken.
(CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, sagt es klipp und klar: „Es war eine harte Zeit.“ Er meint die vergangenen Wochen und Monate, nachdem Ende August 15 Personen unter Protest gegen Veth und Wehrleiter Christopher Diehl die Dannstadt-Schauernheimer Ortswehr verlassen hatten. Der Bürgermeister könnte das Thema nun klein halten, gerade an einem Kameradschaftsabend der Verbandsgemeindewehr, wo doch hauptsächlich das Positive im Vordergrund stehen sollte. Veth aber spricht darüber, möchte auch einen Haken darunter setzen. Und doch ist zu spüren, dass die ganze Angelegenheit ihn offenbar ziemlich beschäftigt hat. „Ihr wisst, was wir für Probleme hatten“, sagt Veth zu den anwesenden Feuerwehrleuten, „aber Ihr seid standhaft geblieben.“ Wie dankbar, stolz und froh er darüber ist, das betont Veth am Samstag immer wieder. „Froh und dankbar“ ist Veth auch, dass Wehrleiter Christopher Diehl die Ruhe bewahrt habe und sich nicht habe erpressen lassen. Die Ausgetretenen warfen dem Bürgermeister Untätigkeit vor, forderten die Entlassung der Wehrleitung. Im Zentrum des Konflikts stand der stellvertretende Wehrleiter. „Wir haben uns nicht von der Situation abschrecken lassen“, sagt Wehrleiter Diehl, „für manche war es vielleicht sogar ein Ansporn.“ 110 Mitglieder hat die Wehr inzwischen wieder – und möchte als große Einheit wahrgenommen werden. Ein neues Gruppenfoto wurde gemacht, es hängt in allen Gerätehäusern. „Wir erleben das gelebte Zusammenwachsen zu einer Verbandsgemeindewehr“, sagt Diehl. Er spricht von einer Neu-Strukturierung der Wehr und betont abermals, dass die Einsatzfähigkeit der Wehr stets gewährleistet gewesen sei. Der Schulterschluss mit den Wehren in Mutterstadt und Böhl-Iggelheim sei gelungen. „Damit ist alles gesagt, wir wollen nicht in den Rückspiegel schauen“, findet Diehl. Und doch gibt es am Samstag immer wieder kurze Momente, in denen deutlich wird, wie tief die Gräben zwischen Bürgermeister, Verwaltung, Wehrleitung und den Ausgetretenen gewesen sein müssen. Etwa als Veth die Bedeutung der Fördervereine der vier Ortswehren herausstellt – und den Dannstadt-Schauernheimer nicht erwähnt. Dort sind viele der Ausgetretenen noch immer aktiv. Oder als der Bürgermeister seine Begeisterung über die voll besetzte Halle des TuS Gronau zum Ausdruck bringt. „Es gab Zeiten, da war das anders“, sagt er. Viele Feuerwehrleute sind nach Gronau gekommen, aber auch Bürger, Vertreter der Verbandsgemeinde- und Ortspolitik. Als wollten sie sich selbst ein Bild davon machen, dass bei ihrer Feuerwehr wieder alles im Lot ist. Dieses neue Selbstvertrauen zeigt die Wehr – und Bürgermeister Veth wählt als Thema seiner Ansprache passenderweise die Kameradschaft. Selten war das Thema in Dannstadt-Schauernheim wohl aktueller. Veth nennt Verlässlichkeit und soziale Kompetenz als Eckpfeiler, Fairness und Rücksicht. In den vergangenen zehn Jahren habe ein kleiner Teil der Wehr die Grundsätze nicht eingehalten. „Was passiert, wenn Unkameradschaftlichkeit um sich greift, haben wir gesehen“, sagt Veth – Zwist, Durcheinander, Vertrauensverlust. Der Massenaustritt dürfte daher auch so etwas wie ein reinigendes Gewitter gewesen sein – und jeder, der dem Auszug nicht gefolgt ist, „hat dazu beigetragen, dass die Kameradschaftlichkeit gesiegt hat“, sagt Veth.