Dannstadt-Schauernheim
Projekt Generationentreff: Der Meilenstein rückt näher
Der einstige Bauernhof in der Deidesheimer Straße 1 im Ortsteil Assenheim, der zuletzt 30 Jahre lang dem Verein Schneeball aktiv als Domizil diente, umfasst drei Gebäude. Sie sind hufeisenförmig um den zentralen Hof angeordnet. Hier soll im geografischen Herzen der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim eine moderne Begegnungsstätte für Jung und Alt entstehen, die nicht zuletzt der Jugendpflege die lange ersehnten eigenen Räume bietet.
So soll die Jugendpflege im Hauptgebäude – von der Straße aus gesehen rechts – im vorderen Teil des Erdgeschosses ebenso wie die Hausleitung ein Büro bekommen. Im hinteren Teil werden Architekt Christopher Diehl zufolge WC-Anlagen für die Nutzer und Betreuungspersonal entstehen, einschließlich einer behindertengerechten Toilette. Er hat seine Vorstellungen jüngst dem Bauausschuss der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim erläutert. Die steile Treppe in der Mitte des Hauptgebäudes wird einer Version mit zwei Zwischenpodesten weichen, über die es künftig ins Obergeschoss geht. Ein Büro für den Bürgerservice beziehungsweise externe Nutzer wird das neue Raumangebot abrunden. Im Obergeschoss sehen die Pläne, die das Nutzungskonzept der eigens gegründeten Arbeitsgruppe umsetzen sollen, vier Schlafräume sowie einen größeren Multifunktionsraum vor. Der bisher als Lager genutzte Keller wird die komplette Haustechnik beherbergen.
Ansprechender Treffpunkt
Ein großzügiges Café soll im Erdgeschoss der Scheune eingerichtet werden, bei Bedarf könne zudem der Hof bestuhlt werden. Die erforderliche Küche hat Diehl im angrenzenden Nebengebäude – von der Straße aus links – angedacht, und zwar im hinteren Teil, der direkt an das geplante Café anschließt, sodass hier die Essensausgabe erfolgen kann. Auf der anderen Seite der Scheune, auf der bisherigen Freifläche zwischen dieser und dem Hauptgebäude, wird ein Treppenhaus samt Aufzug errichtet. Es bietet einen behindertengerechten Zugang zum Obergeschoss und dient als zweiter baulicher Rettungsweg. Im Obergeschoss der Scheune soll ein großer Multifunktionsraum untergebracht werden, der dem Experten zufolge mit Dachflächenfenstern belichtet werden soll.
Im Erdgeschoss des Nebengebäudes soll außer der Küche im vorderen Teil zur Straße hin ein Werkraum für die Jugendarbeit geschaffen werden, erläutert Diehl. Auch direkt darüber im Obergeschoss soll ein Raum für Jugendliche entstehen, in dem sie sich willkommen- und wohlfühlen. Nach einem solchen Jugendtreff sucht etwa die Ortsgemeinde Hochdorf-Assenheim seit dem Abriss des alten Rathauses in der Alfons-Legner-Straße, in dem der bisherige Jugendtreff untergebracht war. Im hinteren Teil des Nebengebäudes, also über der Küche, sind Lagerräume vorgesehen.
Die Wärmefrage
Selbstverständlich muss das Anwesen auch ordentlich geheizt werden. Doch dafür gibt es heutzutage viele Möglichkeiten. Vorstellen konnten sich die Beteiligten vor allem Gas-Brennwertkessel, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit Erdwärmebohrungen sowie Pellet- oder Hackschnitzelanlagen. Welche Option für das angestrebte Haus der Familie und Mehrgenerationenhaus am sinnvollsten ist, hat die Kommune vom Expertenbüro Tiede ermitteln lassen.
Gas-Brennwert wäre auf den ersten Blick die günstigste Möglichkeit, sei jedoch wegen der erwarteten Preissteigerungen für den Gasbezug auf lange Sicht nicht zu empfehlen, erklären die Tiede-Mitarbeiter Janik Ehleiter und Tamara Fronteddu. Für die Erdwärmetechnik fehle der Platz, da die entsprechenden Bohrungen in einem gewissen Mindestabstand voneinander erfolgen müssten. Für Pellets oder Hackschnitzel wiederum mangele es am nötigen Lagerraum. Die Empfehlung lautet daher, drei bis vier kleine Luft-Wasser-Wärmepumpen zu installieren. Diese könnten das Anwesen versorgen und zudem den erforderlichen Betriebsstrom von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der drei Gebäude beziehen. Herbert Hery (FDP) hält das für energetisch sehr interessant.
„Ich find’s genial. Das kann ein Meilenstein für die Entwicklung unserer Verbandsgemeinde werden“, kommentierte Gerhard Schaa von der Verwaltung die Pläne. Nachdem die nun detaillierter vorliegen, ist klar: Die Kosten für das Vorhaben steigen von den ursprünglich geschätzten 1,8 auf voraussichtlich 2,4 Millionen Euro. Dem Ausschuss ist es das wert: Er empfiehlt dem Verbandsgemeinderat, der Planung zuzustimmen.
Ob er das tut, zeigt sich am Dienstagabend, ab 19 Uhr, im Zentrum Alte Schule in Dannstadt-Schauernheim.