Rhein-Pfalz Kreis Presseinfo mit Spekulationspotenzial

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Die Stadt Worms hat einen neuen Bürgermeister, und der heißt Michael Müller. So könnte man eine aktuelle Pressemitteilung aus der Nibelungenstadt verstehen, wenn man es nicht besser wüsste. In dem Schreiben, das auch auf der Homepage der Stadt steht, wird der Bobenheim-Roxheimer Globus-Markt aufs Herzlichste als neues Mitglied im Wormser Stadtmarketing begrüßt. Sein Eintritt in den Verein sei ein „logischer Schritt“, heißt es da, und weiter: „Die Verzahnung über Stadtgrenzen hinweg abseits des ,Kirchturmdenkens’ fördert die Schaffung zusätzlichen Nutzens in der Zusammenarbeit.“ Was immer das bedeuten soll. Ein gewisser Michael Müller mit dem ortsungebundenen Titel „Bürgermeister“ kommt in der Presseinfo des Worms-Marketing-Chefs Kai Hornuf an zwei Stellen vor: als Gründungsmitglied des Stadtmarketings, das sich „auf die gemeinsamen Ansatzpunkte und die angedachten Kooperationen“ freut, und auf einem Foto, das ihn zusammen mit Hornuf und dem Globus-Marktleiter zeigt. Das Trio wirkt entschlossen, ja geradezu verschworen, was durch die sportliche Geste der aufeinandergestapelten Hände betont wird. „Moment mal! Was hat Michael Müller mit der Vermarktung der Domstadt zu schaffen?“, wird sich der eine oder andere fragen, der weiß, dass Müller Bürgermeister von Bobenheim-Roxheim ist und sogar Kassenwart des dortigen Gewerbevereins. Für weitergehende Fragen und Spekulationen könnte man ebenfalls Verständnis haben. Kann das Dorfoberhaupt, das bei der Stadt Worms mal Wirtschaftsförderer war, einfach nur schlecht loslassen? Oder will man ihn dort partout nicht ziehen lassen? Bekommt er Provisionen für die Vermittlung von Stadtmarketing-Mitgliedern? Oder etwa Gage als Fotomodell für den Internetauftritt der Stadt? Oder deuten sich da kommunalpolitische Veränderungen und neue Ambitionen an? Die Fantasie beflügelt ganz frech ein Blick voraus ins Jahr 2019: Bis dahin soll die nächste Stufe der rheinland-pfälzischen Gebietsreform (weitere Fusionen) genommen sein. Und es endet die zweite Amtszeit des Oberbürgermeisters von Worms, der dann 64 Jahre alt sein wird. Verständlich, dass der Netzwerker Müller von Zeit zu Zeit im Gemeinderat amüsiert bis besorgt gefragt wird, wo das mit den vielen Worms-BoRo-Kooperationen noch hinführen soll.

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