Mutterstadt
Presbyterwahl: Ein Neuling schafft es bis fast an die Spitze
Seit Mohammad Ghavi vor zwei Jahren in die evangelische Kirchengemeinde Mutterstadt gekommen ist, packt er überall mit an, wo Hilfe benötigt wird, fehlt in keinem Gottesdienst, ist immer präsent. Es ist also gar nicht so verwunderlich, dass man den 23-Jährigen in der Kirchengemeinde kennt. Wegen seines Engagements schlug Pfarrer Heiko Schipper ihm auch vor, für das Presbyterium zu kandidieren.
Eine neue Erfahrung für den jungen Mann, der vor drei Jahren aus dem Iran geflüchtet ist. Dort wäre ein solcher Einsatz undenkbar gewesen. Denn seine Entscheidung für das Christentum hätte ihn in dem muslimischen Land fast das Leben gekostet. Er konnte noch rechtzeitig fliehen und kam über Belgrad, Rumänien, Wien, Köln und Ingelheim letztlich nach Mutterstadt, wo er eine neue Heimat gefunden hat.
Mehr iranische Christen integrieren
1214 Protestanten nahmen in Mutterstadt an der Presbyteriumswahl teil. Das entspricht 35,4 Prozent der Gemeindemitglieder. Jeder Wähler hatte zwölf Stimmen. 681 Wähler haben Mohammad Ghavi gewählt, mehr als die Hälfte der Wähler also. Nur Ghavis Mentor und „Opa“ Günter Krick hat noch fünf Stimmen mehr bekommen. „Das war für mich ein starkes Zeichen, wie offen unsere Gemeinde ist“, sagt Schipper.
Nun stehen Ghavi und das neu gewählte Presbyterium in den Startlöchern, doch aufgrund des Lockdowns konnte sich das Team noch nicht treffen. Daher weiß der 23-Jährige noch nicht, welche Projekte für die Zukunft geplant sind. „Ich hoffe, dass ich für die Gemeinde etwas Gutes bewirken kann und dass ich der Verantwortung gerecht werde“, sagt er und bedankt sich für das Vertrauen der Gemeindemitglieder. Eines seiner persönlichen Ziele ist es, Menschen, die in einer ähnlichen Situation wie er sind, zu helfen. Er kennt Christen aus dem Iran, die in Mutterstadt leben und die er in die Gemeinde bringen möchte. Doch das hat er sich für nach den Feiertagen vorgenommen, die er mit Günter Krick verbrachte.