Rhein-Pfalz Kreis Politik selbst mitgestalten

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Böhl-Iggelheim. Einfach nur Zaungast sein, wenn andere politische Entscheidungen treffen, ist Max Keck zu wenig gewesen. Der 18-jährige Schüler aus Böhl-Iggelheim wollte selbst politisch aktiv werden, trat daher mit 16 Jahren der Linkspartei bei und ist nun deren Direktkandidat für den Wahlkreis Mutterstadt bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr.

Die Bundestagswahl 2009 sei für ihn ein wichtiges Ereignis gewesen, das sein Interesse an der Politik zusätzlich gestärkt habe. „Medial ist man da ja nicht drumrum gekommen, weil das Thema überall präsent war“, sagt Max Keck. Während viele Jugendliche von dieser Nachrichtenflut eher abgeschreckt werden, hat sich der damals Zwölfjährige nur noch intensiver mit dem Thema befasst. „Ich habe täglich die Zeitung gelesen und Sendungen im Fernsehen verfolgt“, berichtet er. Schon damals habe er das Wahlprogramm der Linkspartei gut gefunden. „Ich habe alle Parteien dann vier Jahre später, bei der nächsten Bundestagswahl, noch einmal genau unter die Lupe genommen“, meint der Schüler des Hannah-Ahrendt-Gymnasiums in Haßloch. Bei der damaligen Wahl durften auch die Schüler der Klassen zehn bis 13 probeweise den Gang zur Urne üben. „Es fanden bei uns Juniorwahlen statt, in der alles einer richtigen Wahlsituation nachempfunden war“, erinnert er sich. Nach reiflicher Auseinandersetzung mit den einzelnen Parteiprogrammen habe sich erneut gezeigt, dass er voll und ganz den sozialpolitischen Forderungen der Linkspartei zustimmt. „Für mich war klar, dass ich mich in dieser Partei engagieren wollte, denn ich wollte nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten“, sagt Keck, der vor zwei Jahren dem Kreisverband Bad Dürkheim/Neustadt beigetreten ist. Dort sei er von den Mitgliedern freundlich empfangen worden. Keiner habe Probleme oder Berührungsängste wegen seines jungen Alters gehabt. „Man hat mich da sofort voll integriert und auch ernst genommen“, berichtet der Böhl-Iggelheimer. Ansonsten hätte er auch keine Probleme damit gehabt, sich gegenüber anderen zu behaupten. Das musste er schon oft auf dem Fußballplatz tun. Vor seiner politischen Laufbahn war Keck zwei Jahre lang Schiedsrichter bei Jugendspielen. Zudem hat er als Assistent bei Spielen der Bezirksliga mitgewirkt. „Das war ein gutes Training, bei dem man lernt, über Leuten drüberzustehen, die einen anmeckern“, sagt Keck, dem diese „persönlichkeitsstärkende“ Erfahrung nun auch an Informationsständen seiner Partei zugute komme. Mit dem Wechsel vom Sportplatz ins Betätigungsfeld der Politik sei er zufrieden. „Die Politik füllt mich aus, ich bin ausgeglichen“, meint der Zwölftklässler. Auch wenn sein Engagement ihm mit etwa 25 Stunden pro Woche keinen Raum für andere Aktivitäten lasse. „Meine Freunde sind sehr verständnisvoll, wenn ich Termine absagen muss oder nicht zu Partys kommen kann“, erzählt er. Zugfahrten zu Veranstaltungen anderer Kreisverbände nutze er, um zu lernen. „Schule und Politik bekomme ich gut unter einen Hut, das ist auch meinen Eltern, die mich sehr unterstützen, wichtig“, meint Keck, der vor kurzem in den Kreisverband Ludwigshafen/Rhein-Pfalz-Kreis gewechselt ist. „Ich lebe im Rhein-Pfalz-Kreis und möchte hier etwas bewirken“, sagt der Schüler, der zielstrebig seinen Weg geht. Politik soll auch nach seinem Abitur Platz in seinem Leben haben. Doch ob auf das angestrebte Studium der Politikwissenschaften auch ein Job in diesem Bereich folge, müsse man abwarten. „Ich bin nicht einer Partei beigetreten, um Karriere zu machen, sondern um aktiv mitzugestalten“, erklärt Keck. Für die stressige Wahlkampfphase vor der Landtagswahl sei er gewappnet: „Das kriege ich hin“, versichert er selbstbewusst.

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