Rhein-Pfalz Kreis Platz bleibt für wachsende Truppe
Das Militär-Gelände im Wald bei Speyer ist eine Besonderheit, gehören zu ihm doch die ökologisch wertvollen Binnendünen. Dazu kommen eine umzäunte Schießanlage im Dudenhofener Wald und ein ebenfalls von einem Zaun begrenztes, zehn Hektar großes Grundstück mit knapp einem halben Dutzend Gebäuden. Ein ehemaliger Soldat hat sich an die RHEINPFALZ gewandt, weil er Beschädigungen an der Umzäunung des Geländes gesehen hat. „Im Bereich der Einfahrt waren an zwei Stellen große Löcher im Zaun. Inzwischen sind die Schäden repariert worden“, so der Ex-Soldat an Ort und Stelle. Auch Schäden am ehemaligen Platzverwalter-Gebäude, circa 50 Meter vom umzäunten Gelände entfernt, hat er festgestellt. Beides habe er an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gemeldet und keine Antwort erhalten. „Hier werden Sachwerte im Besitz des Bundes beschädigt, das kostet eine Menge Steuergeld“, ärgert er sich. Claus Niebelschütz ist der Leiter der Sparte Verkauf bei der Bima. Er teilt auf Anfrage mit, dass der Speyerer Standortübungsplatz nicht mehr auf der Liste der Objekte stehe, die die Bundeswehr abgeben, also nicht mehr von der Bima mieten möchte. Nach dem Abzug der Spezialpioniere aus der Kurpfalzkaserne Ende 2015 hieß es, das Gelände werde geschlossen. Für das frühere Wohnhaus des Platzverwalters habe die Bima die alleinige Verantwortung. „Wir prüfen noch, wie dieses Gebäude künftig genutzt werden könnte“, so Niebelschütz. Es sei ärgerlich, dass Unbekannte die Fassade und Fenster des Hauses beschädigten und Müll ablagerten. Auf dem Areal schauten sich hier und da Polizisten und Bima-Leute um. Eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung sei unmöglich. Oberstleutnant Günter Bohn, der Leiter der Informationsarbeit beim Landeskommando Rheinland-Pfalz der Bundeswehr in Mainz, bestätigt auf Anfrage das Festhalten der Truppe am Übungsgelände. „Die Untersuchungen zur künftigen Nutzung des Standortübungsplatzes dauern noch an. Solange wird der Übungsbetrieb fortgesetzt“, teilt er mit. Hintergrund seien bundespolitische Weichenstellungen: „Mit den Entscheidungen zu den Trendwenden Personal, Material und Finanzen hat die Bundesministerin der Verteidigung auf die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen reagiert.“ Mit anderen Worten: Nach einigen Jahren der Personal- und Kostenkürzungen soll die Truppe wachsen. Zuständig für die Bundeswehr-Liegenschaft Dudenhofen-Speyer sei der Standortälteste in Germersheim, teilt Bohn mit. Major Patrick Ehret, stellvertretender Kommandeur in Germersheim, berichtet, dass der Platz von Stabsfeldwebel Eycke Brescher gemeinsam mit Kameraden vom Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw verwaltet werde. Wie oft Soldaten dort üben und wo diese stationiert sind, teilt der Zuständige beim KSK auf Anfrage nicht mit. Der KSK-Soldat, der die Übungszeiten vergibt und nicht namentlich genannt werden will, weiß um die Schäden am Zaun und den Müll auf dem Platz. „Das Gelände wird von Kameraden bestreift“, teilt er als eine Maßnahme zur Abschreckung mit. Auch die Polizei sei eingeschaltet; Verdächtige seien nicht ermittelt. Der KSK-Soldat überlegt laut, ob eine Wiederbesetzung des Platzverwalter-Hauses sinnvoll wäre. Bima-Mann Niebelschütz hält das für möglich.