Rhein-Pfalz Kreis Plötzlich Prinzessin

Neuhofen. Schon als Mädchen wollte Laura Lehr Prinzessin werden, nun hat sich ihr Traum erfüllt – zumindest für eine Fasnachtssaison. Als Tollität Laura I. zeigt die 18-Jährige der Narrenschar der Tusnesia Neuhofen, wo es langgeht.
Zum Verein sei sie durch Zufall gekommen, erzählt Laura. Das war im Alter von acht Jahren. Und seitdem wollte Laura eines Tages auch immer mal die Prinzessin werden. Doch zunächst tanzte sie zehn Jahre in der Garde. Seit drei Jahren ist die junge Frau im Schautanz aktiv. Der Wunsch indes, selbst einmal als Hoheit auf dem närrischen Thron Platz zu nehmen, blieb bestehen. Sie habe immer wieder überlegt, einfach Präsident Hauke Jahn darauf anzusprechen, sagt die Neuhofenerin. „Aber ich hab’ mich nicht getraut“, gesteht sie. Doch dann sei der Chef der Neuhofener Narren auf sie zugekommen. „Und es hat mich gefreut, dass alles so geklappt hat.“ Natürlich habe sie von ihren Vorgängerinnen schon einiges mitbekommen, „mir wurde viel erzählt“. Aber als Prinzessin im Amt erlebe und erfahre man noch viel mehr. Es gefällt Laura I. zum Beispiel, einmal zu sehen, was die anderen Leute in ihrem Karnevalverein eigentlich so alles machen. Denn wenn sie mit der Garde auftritt, bleibe ja kaum Gelegenheit, sich die anderen Darbietungen anzuschauen. Da stehe man hinter den Kulissen, bereite sich vor und warte auf den Auftritt. Daher freut sich die 18-Jährige auf die Prunksitzung der Tusnesia, wo sie unter anderem den Garden und der Schautanzgruppe ausnahmsweise entspannt zusehen kann, statt selbst übers Parkett zu fegen. Ein weiterer Höhepunkte, dem sie entgegenfieberte, war der Ball der Prinzessinnen mit all den anderen Hoheiten. Trotz aller Vorfreude sei sie vor dem ersten öffentlichen Auftritt in ihrem närrischen Amt schon ziemlich aufgeregt gewesen. „Ein paar Tage vorher ging’s noch, aber dann kamen das Zittern und die Nervosität“, verrät Laura I. Als große Stütze erwies sich während der Vorbereitungen ihre Familie. „Die hat mir vor allem organisatorisch viel geholfen“, berichtet sie – etwa bei der Kleiderauswahl, der Ordenserstellung und nicht zuletzt bei der Frisur. Noch mehr Unterstützung, wenn auch eher moralischer Natur, leisten ihre Freunde, die sie zu den Veranstaltungen begleiten. „Sie sind auch im Karnevalsverein, wenn auch nicht alle bei der Tusnesia“, sagt die Neuhofener Tollität. Und was macht Laura I., wenn das Prinzessinen-Leben vorbei ist? Dann geht es wie immer weiter. Die „normale“ Laura befindet sich derzeit in der Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Im Betrieb wüssten alle Bescheid über ihr Engagement, und es sei alles gut organisiert. In ihrer Freizeit geht sie oft schwimmen, unternimmt größere Fahrradtouren oder fährt Inliner. „Tanzen steht aber an oberster Stelle.“ (mamü)