Rhein-Pfalz Kreis Pläne für Wohnhäuser wieder aktuell

Diese beiden Häuser in der Heßheimer Hauptstraße sollen Platz machen für Mehrfamilienhäuser. Der Torbogen muss stehen bleiben.
Diese beiden Häuser in der Heßheimer Hauptstraße sollen Platz machen für Mehrfamilienhäuser. Der Torbogen muss stehen bleiben.

Nach fünf Jahren Stillstand soll es nun beim Bau barrierefreien Wohnraums in der Heßheimer Hauptstraße 24 und 26 weitergehen. Deshalb hat der Bauausschuss der Ortsgemeinde am Dienstag auf Empfehlung der Kreisverwaltung einen Bebauungsplan befürwortet.

Für die Hausnummern 22, 24, 26 hatte das Frankenthaler Bauunternehmen Modica Pläne für barrierefreien Wohnraum vorgelegt. Realisiert wurden mittlerweile zwei Mehrfamilienhäuser unter der Hausnummer 22. An der Hauptstraße 24 und 26 sollen ein Gebäude mit sechs Wohnungen und im rückwärtigen Bereich eines mit zwölf Wohnungen entstehen. Stellplätze sind im Innenhof beziehungsweise in einer Tiefgarage unter dem rückwärtigen Gebäude vorgesehen. Doch bei der Planung hakte es: Die Ortsgemeinde hatte zwar 2012 einen Bebauungsplan Ost beschlossen, um solche länger leer stehende Gebäude im Ortskern und brachliegende Grundstücke „in der zweiten Reihe“ für Bauzwecke zu nutzen, wie Yvonne Staiger vom Bauamt der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim erläuterte. Ein benachbarter Landwirt wies jedoch darauf hin, dass er auf seinem Anwesen eine Zwiebeltrocknungsanlage betreibe, die zumindest nachts den zulässigen Geräuschpegel überschreite. Daraufhin wurde im Juni 2013 das rückwärtige Grundstück 26 aus dem Bebauungsplan herausgenommen. Die Baupläne, die der Investor Modica für die Anwesen 24 und 26 einreichte, wurden laut Yvonne Staiger von der Kreisverwaltung immer wieder abgelehnt mit der Begründung, das Vorhaben füge sich nicht in die Umgebung ein. Einzige Bedingung des Ortsgemeinderats für die Grundstücke 24 und 26 war es gewesen, „bei der straßenseitigen Bebauung das denkmalgeschützte Tor (Nummer 26) zu erhalten“. Es folgten Gespräche und die Überarbeitung von Plänen, die jedoch immer wieder vom Kreis abgelehnt worden seien. Yvonne Staiger nennt als einen der Gründe die geplante Dachform. Um aus dem Dilemma herauszukommen, habe nun die Kreisverwaltung vorgeschlagen, explizit für die Grundstücke 24 (ehemaliges Friseurgeschäft) und 26 (ehemalige Landwirtschaft) einen zusätzlichen, nur auf dieses Vorhaben abgestimmten Bebauungsplan aufzustellen. Der Vorteil sei, erläuterte Staiger weiter, dass das Projekt dann genau geregelt sei und die Ortsgemeinde weiterhin Herrin des Verfahrens bleibe. Zudem würden in einem Vertrag alle Kosten auf den Investor übertragen. Wichtiger Bestandteil des Bebauungsplans sei der Schallschutz. Dazu müsse der Investor ein Gutachten einholen. Denn vorrangiges Ziel sei der Bestandsschutz für den landwirtschaftlichen Betrieb. Mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans soll das Ludwigshafener Planungsbüro Piske betraut werden. Laut Ortsbürgermeister Holger Korn (SPD) hat der Investor sein Einverständnis bereits signalisiert und sei sogar bereit, „je nach Wohnungsgröße zwei Autostellplätze vorzuhalten“, also die bereits geplante Anzahl von 28 Stellplätzen zu erhöhen. Bodo Voll (FWG) warf in der Bauausschusssitzung ein, dass es beim Grundstück Nummer 22 Probleme mit der Bauhöhe gegeben habe. Um so etwas künftig auszuschließen, soll laut Bürgermeister Holger Korn die Bauaufsicht des Kreises um häufigere Kontrollen gebeten werden.

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