Rhein-Pfalz Kreis Pilzbefall eindämmen
«Rödersheim-Gronau.»Damit Rödersheim-Gronau weiterhin grün bleibt, kümmert sich die Verbandsgemeindeverwaltung Dannstadt-Schauernheim um die Bäume in der Ortsgemeinde. Einige sind geschädigt. Das hat sich beim Erstellen eines Baumkatasters ergeben, bei dem die Standfestigkeit der Bäume überprüft wurde.
„Baumkrankheiten im eigentlichen Sinn treten bei uns eher selten auf“, sagt Ute Günther, Pressesprecherin der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim. Aber: Geschädigt sei eine Vielzahl von Bäumen in der Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau schon. Bei etwa jedem fünften Baum – 269 sind das in Rödersheim-Gronau – wird der derzeitige Zustand als „stärker geschädigt“ bezeichnet. Das hat das erstellte Baumkataster ergeben, bei dem 1488 Bäume von Sachverständigen erfasst und beurteilt worden sind. Und die haben eben auch mögliche Schäden notiert: Pilzbefall zum Beispiel. 27 Bäume – davon 17 Weiden – sind betroffen. Weitere Ursachen können Trockenheit, Sturmschäden – auch durch vermehrte Sommerstürme –, Anfahrschäden durch Fahrzeuge und zu kleine Baumscheiben sein. So wie in der Vogelsangstraße im Ortsteil Rödersheim. 1,5 Meter mal 1,5 Meter sind dort die Baumscheiben, also die Fläche, auf denen die Hainbuchen stehen, groß. 2,25 Quadratmeter sind jedoch zu wenig, wenn es nach dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz geht. In seiner Broschüre „Grün im Siedlungsraum“ empfiehlt er Baumscheiben von 3,5 Meter mal 3,5 Meter für großkronige Bäume und 2,5 Meter mal 2,5 Meter für klein- und schmalkronige Bäume wie etwa Hainbuchen. Mit 6,25 Quadratmetern ist das beinahe die dreifache Fläche. Die Hainbuche wird häufig in der Verbandsgemeinde gepflanzt. Aber: Sie ist anfällig, denn ein Pilz kann den Baum zerstören. Charakteristisch für das Hainbuchensterben sind massive Rindenschäden und dunkelorangefarbener bis scharlachroter Tröpfchenschleim am Stamm. Wenn der Pilz einmal einen Baum befallen hat, ist dieser nicht mehr zu retten. Das Holz wird am besten verbrannt, da sich so die Pilzsporen nicht weiter verbreiten können. Bisher hat diese Pilzkrankheit in Hainbuchenbeständen, Parks und Gärten vor allem in Italien gewütet, im vergangenen Jahr hat sie sich bis an den Oberrhein vorgearbeitet. In Meckenheim ist schon das unheilbare Hainbuchensterben aufgetreten, auch in Oggersheim und Karlsruhe sind Fälle bekannt. Bisher geht es den Hainbuchen in Rödersheim-Gronau noch gut, die größeren Baumscheiben sollen dazu beitragen. Die Verbandsgemeinde veranlasst zudem zum Beispiel den Rückschnitt geschädigter Bäume und lässt laut Günther das Totholz entfernen. Einerseits, weil geschädigte Bäume eine Gefahr darstellen können. Andererseits wird mit einem Rückschnitt auch die Verbreitung der Pilzsporen eingedämmt. Und damit es weiterhin schön grünt und blüht in Rödersheim-Gronau und der restlichen Verbandsgemeinde, wird natürlich nicht nur geschnitten, sondern auch gepflanzt. Neue Baumarten zum Beispiel. Solche, teilt die Pressesprecherin mit, die auch mit der veränderten Klimasituation besser zurecht kommen. Gehegt und gepflegt wird überdies auch: Denn Straßenbäume werden gewässert und bekommen teils die erwähnten größere Baumscheiben. Abhilfe also, die die Verbandsgemeinde aktuell schafft, sagt Günther.