Rhein-Pfalz Kreis
Pflegestützpunkt Schifferstadt soll bekannter werden
Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen können sich im Pflegestützpunkt kostenlos und unverbindlich beraten lassen. Doch: „In Schifferstadt kennen uns viele nicht“, sagt die dortige Pflegeberaterin Desiree Urban. Das soll sich mit Unterstützung der Stadtverwaltung ändern.
Wer bietet Pflege an? Welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Und wie kann man sie nutzen? Bei diesen und weiteren Fragen helfen die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunkts weiter. Drei Frauen – je mit einer halben Stelle – sind in Schifferstadt für die kostenlose Beratung zuständig. Vier Stützpunkte gibt es im Rhein-Pfalz-Kreis, 135 in Rheinland-Pfalz. „Wir sind hier gut aufgestellt“, sagt Pflegeberaterin Desiree Urban. Doch nicht überall in der Republik sehe es so aus.
Obwohl das Land die Beratungsstellen fördert, stehen Urban und ihre beiden Mitstreiterinnen vor einem Problem. Der Bekanntheitsgrad in Schifferstadt ist noch sehr gering. „Viele denken, wir sind die Sozialstation, weil wir im selben Haus untergebracht sind“, schildert sie am Mittwochabend im Schifferstadter Sozialausschuss. Die Frauen sind Ansprechpartnerinnen für Menschen aus Schifferstadt und der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen. Träger der Beratungsstelle sind das Land Rheinland-Pfalz, der Rhein-Pfalz-Kreis, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und die ökumenische Sozialstation Schifferstadt. Da in den Gemeinden Römerberg und Dudenhofen eine Außensprechstunde angeboten wird, sei der Bekanntheitsgrad dort gestiegen, berichtet Urban.
Die SPD greift einen abgelehnten Vorschlag wieder auf
Die Stadt will nun helfen: „Wie wäre ein eigener Link zum Thema Pflege auf der Homepage?“, schlägt Karl Teutsch (Grüne) vor. Aktuell findet ein Nutzer der Stadt-Homepage Informationen unter dem Reiter „Leben“, Unterpunkt „Senioren“, Unterpunkt „Beratung und Betreuung“. Dies könne prominenter platziert werden, findet Teutsch. Ob dies umgesetzt werden kann, werde die IT prüfen, verspricht der Zweite Beigeordnete und Sitzungsleiter Patrick Poss (CDU).
Einen weiteren Vorschlag hat die SPD parat: eine Pflegekonferenz ausrichten, bei der unter anderem der Stützpunkt näher an die Bürger herangetragen wird. Jürgen Obermann wirbt auch wieder für den vom Rat im November abgelehnten Antrag, einen ehrenamtlichen Pflegebeauftragten einzustellen: „Wenn ich sehe, was Sie mit drei Leuten alles leisten müssen ... Der Bedarf ist da. Wir brauchen Anlaufstellen.“ Zwar sei ein niederschwelliges Angebot gut, aber „wir dürfen keine Doppelstruktur anlegen“, betont Urban. In anderen Orten wie Speyer und Landau gebe es als Ergänzung die sogenannte Gemeindeschwester plus. Dieses Angebot richtet sich laut dem Landes-Sozialministerium an hochbetagte Menschen, die noch keine Pflege brauchen, sondern Unterstützung und Beratung in ihrem aktuellen Lebensabschnitt.
Vorschläge gibt es, um die Bekanntheit zu steigern
Laura Ehm (CDU) stimmt Urban zu: „Es besteht die Gefahr, dass man aneinander vorbei arbeitet.“ Wichtiger sei es, den Bekanntheitsgrad des Pflegestützpunkts zu erhöhen und so auf die richtige Anlaufstelle hinzuweisen. Und Vorschläge dazu gibt es in der Sitzung ja schon einige: Links auf der Homepage, Informationen von Rathausmitarbeitern, Vernetzung vor Ort – zum Beispiel mit Ärzten – und auch die Pflegekonferenz. Damit in Schifferstadt bald jeder weiß, an wen er sich im Fall Pflege wenden muss.
Kontakt
Pflegestützpunkt Schifferstadt, Kirchenstraße 16, Claudia Schoeneberger, Telefon 06235/4587565, E-Mail Claudia.Schoeneberger@pflegestuetzpunkte.rlp.de, Desiree Urban, Telefon 06235/4587566, E-Mail Desiree.Urban@pflegestuetzpunkte.rlp.de, Barbara Vonderschmitt, Telefon 06235/4587565, E-Mail Barbara.Vonderschmitt@pflegestuetzpunkte.rlp.de. Offene Sprechstunden: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, 9 bis 10 Uhr sowie Dienstag, 13 bis 14 Uhr. Besetzt ist das Büro von 8 bis 16 Uhr. Termine sowie Hausbesuche sind nach telefonischer Vereinbarung möglich. Im Netz: www.sozialportal.rlp.de. Weitere Pflegestützpunkte im Rhein-Pfalz-Kreis sind in Limburgerhof, Hochdorf-Assenheim und Lambsheim.