Rhein-Pfalz Kreis „Pfarrheime gibt man nicht so einfach ab“

Waldsee/Dudenhofen. Aus Sicht der Diözese Speyer ist der Gebäudebestand der Pfarreien zu groß, der Unterhalt zu teuer. Deswegen sollen die Kirchengemeinden zum Beispiel Pfarrheime abstoßen, wenn sie dafür weiterhin Zuschüsse bekommen wollen (wir berichteten). Vor Kurzem sind die Dekanate Speyer und Ludwigshafen darüber informiert worden. So soll die Pfarrei Waldsee ihre Pfarrheimfläche um 67 Prozent verringern. Über Pfarrheime verfügt die Gemeinde in Waldsee, Limburgerhof, Neuhofen und Altrip, der Pfarrsaal in Otterstadt gehört dem Elisabethenverein und nicht der Kirchenstiftung. Waldsees Pfarrer Frank Aschenberger weiß, was für eine heiße Kiste dieses Thema ist. „Das ist eine sehr emotionale Sache“, erläutert er, schließlich hätten die Gemeinden über Jahre an ihren Pfarrheimen gebaut und daran gespart. „Das gibt man nicht so einfach ab.“ Auch beim Informationsabend der Diözese habe es emotionale Reaktionen gegeben, eine Teilnehmerin habe von Erpressung gesprochen, berichtet der Pfarrer. Aschenberger war nach dem Abend auch erleichtert. Grund ist die Aussage der Diözese, dass die Trennung vom Immobilienbestand über einen Zeitraum von 20 Jahren erfolgen soll. Das sei für ihn sehr entlastend gewesen, berichtet der Geistliche. Es sei ja schon vorher klar gewesen, dass Gebäude abgegeben werden müssten. Dass dies nicht von heute auf morgen passieren muss, sei eine gute Nachricht. Zumal es ohnehin „dringendere, seelsorgerische Probleme gibt“, sagt er und ergänzt: „Die Gebäudefrage hat keine Priorität.“ Gleichwohl ist die Pfarrei in dieser Hinsicht schon aktiv. So wird eine kleine Teilfläche des Pfarrheims in Limburgerhof an den Kindergarten abgegeben. Außerdem gebe es Gespräche mit einer politischen Gemeinde über eine Kooperation. Wo dies geschieht, will Aschenberger nicht verraten, weil Stillschweigen vereinbart worden sei. Dennoch wird das nicht reichen, um die Vorgaben aus Speyer zu erfüllen. Alles Weitere will Aschenberger dann mit dem neuen Verwaltungsrat besprechen, der erst 2016 im Amt ist. Bis dahin müsse die 2011 gebildete Großpfarrei noch zusammenwachsen, ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen. Unabhängig davon, dass es schwer wird, Gemeindemitglieder davon zu überzeugen, ihr Pfarrheim abzugeben, stellt sich auch die Frage, wer sich dafür interessiert. Zum Teil sind die Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Kirche, so zum Beispiel in Neuhofen. Wie die Pfarreiengemeinschaft Dudenhofen-Römerberg bei der Verringerung des Gebäudebestands vorgeht, ist noch völlig offen. Das sagte Edgar Vögeli, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats, auf Anfrage. Sechs Pfarrheime gibt es in Dudenhofen, Hanhofen, Harthausen und Römerberg, 60 Prozent der Pfarrheimfläche solle nach Aussage Vögelis aufgegeben werden. Das Mechtersheimer Pfarrheim ist nach einer Sanierung erst an Pfingsten wieder eingeweiht worden. 100.000 Euro wurden in die Erneuerung investiert. Pfarrer Josef Metzinger wies in seiner Predigt in deutlichen Worten Kritiker in die Schranken, die die Sanierung für zu aufwendig gehalten hatten. Bei der Frage nach der Zukunft der Pfarrheime weist Verwaltungsratsmitglied Vögeli auch darauf hin, dass sich der Prozess auf bis zu 20 Jahre erstrecken soll, er stellt aber auch fest: „Der Druck ist da.“ Die Vorgaben der Diözese hätten in den Gemeinden „einiges Aufhebens“ verursacht. Nun müssten zunächst mal die Gremien über die Situation beraten. (snf)