Harthausen
Pfälzerwald-Verein feiert doppelt Geburtstag
Bei Gründungsmitglied Inge Hoffmann und vielen Gleichgesinnten ist die Lust aufs Wandern immer noch groß. Am kommenden Wochenende wird aber nicht gelaufen, sondern Geburtstag gefeiert. Auf dem Vereinsgelände sind die Vorbereitungen nicht zu übersehen. Seit Samstag steht das Zelt, Unkraut wurde gejätet, Bühne und Bar wurden aufgebaut. Der Grund: Gleich zwei Ereignisse jähren sich – 50 Jahre Pfälzerwald-Verein (PWV) Harthausen und 25 Jahre Wasserhaus.
Der damalige Ortsbürgermeister Ludwig Remmel bot dem Verein Ende der 1990er-Jahre das Gebäude des ehemaligen örtlichen Wasserwerks am Waldrand als Domizil an, erinnert sich Armin Lochbaum, seit 2010 Vorsitzender des PWV, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der Verein renovierte das Gebäude weitgehend in Eigenleistung und machte eine schmucke und zünftige Wanderhütte „Wasserhaus“ daraus. Eröffnung war 1999. Vom ersten Tag an entwickelte sich das Wasserhaus – drinnen 60 Plätze, draußen 70 – zur beliebten Anlaufstelle für PWV-Mitglieder. Bei schönem Wetter machen Radfahrer und Wanderer dort gerne eine Rast. Aber auch Vereine, örtliche Gruppen und Organisationen kehren inzwischen gerne ein – wenn das Haus geöffnet hat. Denn das ist längst nicht mehr jeden Tag der Fall. Von der Eröffnung an bewirtschaftete es der Verein selbst, dann wechselten die Pächter mehrfach. Seit knapp einem Jahr steht das Wasserhaus erneut ohne Pächter da. Engagierte Mitglieder kochen und bedienen ehrenamtlich seitdem an drei Tagen die Woche. „Sie sind uns eine große Stütze, wir haben ihnen viel zu verdanken“, lobt Lochbaum das Team um Brigitte Mayer, Petra Westrich, Gisela Fichtenmeier, Tina Albrecht, Beate Müller, Christa Zimmermann, Harald Mayer und Klaus Wamser. „Auf Dauer kann das mit dem Ehrenamt jedoch keine Lösung sein. Wir wollen das Wasserhaus so schnell wie möglich wieder neu verpachten“, sagt der Vorsitzende.
Der PWV Harthausen ist seit 50 Jahren eine feste Größe im Vereinsleben der Gemeinde. Sieben Interessierte gaben am 17. Juni 1974 den Startschuss. Ort des Geschehens war der „Kindelsbrunnen“, eine ehemalige Viehtränke, im freien Feld auf halber Strecke zwischen Harthausen und Gommersheim. Die neue PWV-Ortsgruppe, es ist die 158. insgesamt, entstand unter Patenschaft der OG Gommersheim, wie der Harthausener Autor Kurt Keller 1980 in der Festschrift „750 Jahre Harthausen“ berichtet. Bis zur ersten ordentlichen Hauptversammlung am 6. September 1974 waren schon 17 Familien dabei. Zum ersten Vorsitzenden wurde Hans Eid gewählt. Ihm folgte zwei Jahre später Bruno Löffler.
Familie verjüngt den Verein
Aktuell stehen noch 135 Namen und Familien in der Mitgliederliste, sagt Lochbaum. Er klagt wie viele Vereine unter stetigem Rückgang der Mitgliederzahl. Doch der Vorsitzende kann auch Positives melden: Viele Betagte blieben dabei. Zur Urlaubsfahrt in der Fronleichnamswoche nach Berchtesgaden und an den Königssee steigen etliche von ihnen gut gelaunt in den Bus. Aber damit nicht genug: Eine Familie mit drei Kindern als neue Mitglieder ist sehr aktiv. Mal sehen, was wir mit ihnen aufbauen können“, knüpft Lochbaum daran durchaus Erwartungen.
Basis aller Aktivitäten ist der jährliche Wanderkalender mit monatlichem Angebot. Dazu kommen monatliche Stammtische, das Frühlings- und das Herbstfest in und rund um das Wasserhaus, regelmäßige Urlaubsfahrten, der Kontakt zu anderen PWV-Ortsgruppen sowie eine intensive Partnerschaft mit dem Odenwaldclub Neckarbischofsheim. Viele Jahre lang hat die PWV-OG in Harthausen den Maibaum gestellt und darunter zeitweise gemeinsam mit der Volkstanzgruppe ein Fest gefeiert. „Wir sind eine gute und lustige Truppe, die gemeinsamen Aktivitäten machen Spaß“, sagt der Vorsitzende. „Nur die Wanderstrecken werden inzwischen kürzer“, berichtet der 73-Jährige. „Wir werden eben alle älter.“
Das mag sein. Aber PWVler und ihre Gäste werden sicher nie zu alt zum Feiern. Am Samstag wartet ab 15 Uhr das Spielmobil auf Kinder; ab 18 Uhr spielt die Band „Only 4 Live“ (früher: „Schuckeria“), dann öffnet die Cocktailbar. Am Sonntag, 10.30 Uhr, zelebriert Monsignore Egon Emmering einen ökumenischen Gottesdienst. Besucher können Hunde und andere Haustiere mitbringen. Er wird sie segnen. Es gibt einen Künstler- und Bauernmarkt, Comedy mit „Marie und Anneresel“, Reden von Bürgermeister Harald Löffler (CDU) sowie Armin Lochbaum mit Ehrungen. Ab 17 Uhr spielen „Die Buwe“. „Jetzt hoffen wir natürlich auf das passende Wetter“, sagt der Vorsitzende.
Termin
Jubiläum PWV Harthausen im „Wasserhaus“ am Samstag, 8. Juni, ab 15 Uhr, und am Sonntag, 9. Juni, ab 10 Uhr.