Böhl-Iggelheim Peter-Gärtner-Realschule: Schulhund Paul geht in Rente
Zehn Jahre lang hat Paul einmal pro Woche in der Peter-Gärtner-Realschule plus vorbeigeschaut und einen wichtige Aufgabe übernommen. „Paul war ein Lesehund“, erklärt sein Besitzer, Thomas Heber, der an der PGS Deutsch, Gesellschaftslehre und Technik unterrichtet. „Lesehunde hören zu“, erläutert er.
Was so simpel klingt, kann tatsächlich für einige Schüler eine wertvolle Unterstützung sein. „Es ist hilfreich für Kinder, die sich nicht so trauen, vor der ganzen Klasse zu sprechen“, sagt der Pädagoge. Mit Paul konnten die Kinder alleine in einem Raum sein und ihm etwas vorlesen. Und sicher sein, dass er ihnen zuhört, ohne zu werten oder sich lustig zu machen.
Angenehme Atmosphäre
Aber auch im Klassenzimmer hat Paul für eine angenehme Atmosphäre und gute Stimmung gesorgt. Mit seiner ausgeglichenen Art hat er mehr Ruhe in die Klasse gebracht und konnte andererseits gut damit umgehen, wenn die Jungen und Mädchen mal etwas lauter und aufgeregter waren. „Ein Labrador freut sich eben, wenn man auf ihn zugeht“, bemerkt Thomas Heber.
Voraussetzung dafür, dass Paul fester Bestandteil des Schullebens werden durfte, war die Begleithundeprüfung, die er seinerzeit mit Bravour bestanden hat. Dass er nun im Alter von 13 Jahren in Rente geht, hat vor allem gesundheitliche Gründe. Paul hatte einen Bandscheibenvorfall und seitdem Rückenprobleme. „Die Schule hat ja keinen Aufzug“, erläutert sein Halter. Und die Treppen bis in den zweiten Stock zu steigen, sei für ihn zu beschwerlich geworden.
Schüler vermissen den Hund
Dennoch merkt Heber dem Rüden an, dass er gerne noch in die Schule gehen würde. „Oft ist es noch so, dass er morgens mit zur Tür geht“, sagt der Lehrer. Und auch von den Schülern werde er noch nach Paul gefragt. Es war schließlich für beide Seiten eine schöne Zeit.
Ganz ohne Hunde muss die PGS aber auch in Zukunft nicht auskommen. So bringt Schulsozialarbeiterin Britta Gronbach regelmäßig ihre ausgebildete Schulhündin Tilly, eine Mopsdame, mit an den Arbeitsplatz. Und auch der kleine Mischlingsrüde Kowalski von Hausmeister Dietmar Fink hat einen guten Draht zu den Jungen und Mädchen, auch wenn er keine Extra-Ausbildung vorweisen kann.