Rhein-Pfalz-Kreis
Per Brief oder mit Maske?
Die Schifferstadter Stadtspitze rät sogar ganz davon ab: Am Sonntag vor Ort wählen ist nicht angesagt. „Bitte nutzen Sie die Chance und wählen Sie per Briefwahl“, ruft Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) die Bürger auf. „Aus Rücksicht auf die Gesundheit von Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bitten wir darum, nur in Ausnahmefällen persönlich zur Abgabe der Briefwahlunterlagen zu erscheinen“, sagt Volk. 14.501
Strenges Hygienekonzept
Trotz allem sind für den Sonntag im Stadtgebiet acht Wahllokale geöffnet. Genügend freiwillige Helfer gibt es auch: 100 Personen, die unter anderem als Wahlvorsteher oder Schriftführer fungieren. 16 Schriftführer stellt die Stadtverwaltung. Von den sechs in Schifferstadt vertretenen Parteien und Wählervereinigungen, die auch für den Landtag kandidieren, unterstützen 52 Mitglieder die Wahl als Wahlhelfer. Hinzu kommen nach Informationen der Stadt 30 Bürger, die sich freiwillig auf die Wahlhelferaufrufe der Stadt gemeldet hatten. „Ein großes Dankeschön geht an die zahlreichen Ehrenamtlichen – ohne ihren Einsatz wäre unser aller im Grundgesetz verankertes Wahlrecht nicht umsetzbar“, sagt Volk. Für ihre eigene Sicherheit und die ihrer Mitstreiter werde den beteiligten Helfern ein Schnelltest vor und einige Tage nach der Wahl angeboten.
Außerdem gilt in Schifferstadt wie in anderen Gemeinden für die Wahl ein strenges Hygienekonzept: Händedesinfektion vor dem Wahllokal, Tragen mindestens einer medizinischen, besser noch einer FFP2-Maske im Wahlraum, Spuckschutzscheiben bei der Registrierung, Desinfektion des Wahltischs nach jeder Nutzung der Wahlkabine. Deshalb müsse mit Wartezeiten gerechnet werden, sagen die Verantwortlichen vor Ort. Des Weiteren gelten Einbahnstraßenregelungen und Abstandsgebote. Und viele Bürgermeister appellieren an ihre Bürger, ihren eigenen Stift für die zu setzenden Kreuze mitzubringen.
Ansturm auf Wahllokale bleibt wohl aus
Der Trend zur Briefwahl setzt sich sicher auch in den anderen Kreisgemeinden fort. In
In der Verbandsgemeinde
„Für die Landtagswahl sind hier in der Gemeinde
Und auch Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) vermeldet für seine Gemeinde einen deutlichen Anstieg der Briefwähler. Für die Landtagswahl 2021 gebe es in
Die Verbandsgemeinde
In der Verbandsgemeinde
Kein einfacher Dienst
Der große Ansturm in den Wahllokalen wird am Sonntag wohl ausbleiben. Weil man aber im Vorfeld nie weiß, was kommt, hat nicht nur Schifferstadt Wahlhelfer gesucht, die „Live“-Wähler am Sonntag betreuen. Und ausgezählt werden muss ja auch noch. „Wir haben 120 Wahlhelfer für sieben Stimmbezirke und fünf Briefwahlbezirke gewinnen können“, sagt Böhl-Iggelheims Bürgermeister Peter Christ (CDU). Alexander Ottillinger von der Gemeindeverwaltung Limburgerhof schreibt: „Wir haben acht Urnenwahllokale und vier Briefwahllokale. Als Wahlhelfer sind rund 100 Personen im Einsatz.“ In Dannstadt-Schauernheim haben am Sonntag zwölf Wahllokale offen. 140 Helfer stehen zur Verfügung. Über 100 Ehrenamtliche sind es auch in der Verbandsgemeinde Rheinauen. Die wenigsten Helfer sind in der Verbandsgemeinde Maxdorf im Einsatz, nämlich 50. „Zehn für jedes Wahllokal“, meldet die Verwaltung.
Für alle, die Dienst leisten, wird der Sonntag sicher kein einfacher Tag. In der Verbandsgemeinde Rheinauen müssen die Wahlhelfer laut Büroleiter Detlef Schneider etwa rund um die Uhr FFP2-Masken tragen. Eine gemeinsame Mittagspause oder gar ein Cateringservice ist nicht möglich. Und dann gibt es womöglich auch noch Ärger. Etwa, weil sich jemand nicht an die Abstandsregeln halten möchte oder das Masketragen verweigert. Ein Grund, warum etwa in der Verbandsgemeinde Rheinauen an diesem Tag auch das Ordnungsamt Präsenz zeigen wird.
Mit längerem Auszählen wird gerechnet
Wenn es nach 18 Uhr ans Auszählen geht, könnte es in diesem Jahr ein wenig länger dauern als gewohnt, bis die Ergebnisse feststehen. Dass viele Bürger schon Tage vorher per Briefwahl votiert haben, ist dabei kein Vorteil: Alle Stimmzettel dürfen erst am Sonntagabend geöffnet werden. Außerdem müssen auch beim Auszählen Abstände eingehalten werden. „Es wird deshalb nicht so geschmeidig ablaufen wie sonst“, prophezeit Rheinauens Büroleiter Schneider. Außerdem müssen auch die vielen Briefwahlstimmen von den Helfern in den Urnenwahlbezirken mitgezählt werden. Eigene Briefwahlvorstände gibt es nicht.
Und was ist, wenn Bürger die Auszählung der Stimmzettel beobachten wollen? Das ist grundsätzlich möglich. „Aber die Wahlbeobachter bekommen wegen der Abstandsregeln eine eigene Zone ausgewiesen, von wo aus sie die Auszählung verfolgen können – zur Not mit dem Fernglas“, sagt Schneider.