Schifferstadt
Partnerstadt Aichach: Wo schon Sissi spielte
„Wie nach Hause kommen“ fühle es sich an, wenn er mit seinen Vereinskolleginnen und -kollegen nach Aichach hineinfahre – natürlich mit dem Fahrrad. So empfindet es Martin Starck, Vorsitzender der Radfahrervereinigung (RV) 1887 Schifferstadt. Allein diese Altstadt mit den breiten Flanierwegen und schönen Bauten, schwärmt er, das sei imposant.
Denn die Bande zwischen Schifferstadt und der bayerischen Partnerstadt Aichach sind eng, erst recht die der Radfahrer zu ihrem Vereinspendant auf bayerischer Seite, dem RSC Aichach. Die Freundschaft besteht so lange wie die Städtepartnerschaft, 30 Jahre. Jährlich besuchen sich die Radler abwechselnd, die Aichacher radeln zum Rettichfest oder wie jetzt zur Feier des 125-jährigen Vereinsjubiläums in die Vorderpfalz, die Schifferstadter schwingen sich jeweils am ersten Augustwochenende aufs Rad. Und sogar eine Ehe zwischen einer Aichacherin und einem Schifferstadter wurde schon gestiftet, erzählt Starck, der Aichach drei Mal besucht hat.
Das Stadtfest als Höhepunkt
Das eine Reise nach Aichach mit seinen 16 (!) Stadtteilen sich wie nach Hause kommen anfühle – das hat fast wörtlich auch Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) gesagt, die regelmäßig in Aichach zu Gast ist. Sie ist auch schon mit der Radtruppe mitgestrampelt, „anstrengend, aber schön“. Das kulturelle Angebot in der Partnerstadt sei vielfältig. Vor allem wegen der Menschen, findet sie, sei es eine herzliche und enge Verbindung. „Bayern und Pfälzer – das passt halt menschlich“, sagt auch Martin Starck und lacht. Im Biergarten zusammen sitzen nach einer ausgiebigen Radtour, das hat was. Und die Landschaft rund um Aichach sei einfach „mega“, mit vielen Rad- und Wanderwegen. Das große Stadtfest, das die Schifferstadter gerne besuchen, sei ein echter Höhepunkt. Dort werde ein ganzer Ochs am Spieß gebraten, erinnert sich Starck genießerisch.
Die bayerische Kreisstadt am Flüsschen Paar hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die sanierte historische Altstadt, ein barockes Rathaus aus dem 17. Jahrhundert und Stadtmauern mit Türmen und Toren etwa. Mehrere Museen gibt es in der Stadt, etwa das Stadtmuseum und das Wittelsbacher Museum im Unteren Tor. Denn, für historisch Interessierte: Aichach wirbt für sich als „Wiege der Wittelsbacher“, deren Stammsitz war im heutigen Stadtteil Oberwittelsbach, Ausgrabungen sind im Museum zu sehen. Und im renovierten Wasserschloss im Stadtteil Unterwittelsbach hat Kaiserin Elisabeth von Österreich – „Sissi“ – Kindheitstage verbracht, es war das Jagdschloss ihres Vaters Herzog Max. Dort gibt es regelmäßig Ausstellungen über das Leben der österreichischen Kaiserin.
Wer nicht hinradeln will, ist auch per Auto in knapp dreieinhalb Stunden in der Partnerstadt. Und mit dem Zug: Von Mannheim durchfahren bis Augsburg, von dort ist es nur ein kleines Stück, sagt Starck. Überhaupt sei die Lage sehr zentral: „Das Allgäu, Ammersee, Kloster Andechs – das ist alles nicht weit von dort“. Falls man als Besucher dann doch das Bedürfnis hat, die Aichacher Stadtmauern zu verlassen.
Die Serie
Fast alle Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis pflegen Partnerschaften zu Orten im Aus- und Inland. In dieser Serie stellen wir vor, was es für Touristen in den Partnergemeinden und deren Umgebung alles zu sehen gibt und wecken so hoffentlich die Lust auf „Urlaub in der Partnergemeinde“.