Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ortsstraßen: Noch mehr Tempo 30

Zwischen der Bushaltestelle Schauernheim-Nord und der Schulstraße soll auf der Speyerer Straße auch bald Tempo 30 gelten.
Zwischen der Bushaltestelle Schauernheim-Nord und der Schulstraße soll auf der Speyerer Straße auch bald Tempo 30 gelten.

Abschnitt für Abschnitt dehnen die Dannstadt-Schauernheimer das Tempo-Limit auf den Landesstraßen im Dorf aus. Jetzt haben sie Tempo 30 für weitere Bereiche angeordnet beziehungsweise die Geltungsdauer erweitert – und sind längst nicht fertig.

Auf Kreis- und Landesstraßen müssen Autofahrer auch innerorts freie Fahrt haben und dazu mit mindestens 50 Stundenkilometern unterwegs sein dürfen: Diesen Standpunkt vertrat der Gesetzgeber lange und sehr beharrlich. Doch bei den Bürgern setzte ein Umdenken ein, immer lauter und immer öfter forderten sie ein Tempo-30-Limit. Und allmählich erlaubte der Gesetzgeber nach und nach solche Geschwindigkeitsbegrenzungen – zunächst aus Sicherheits-, später auch als Lärmschutzgründen. Zuletzt senkte er gar die Grenzwerte für den zulässigen Lärmpegel. Das ermöglichte es Kommunen wie Dannstadt-Schauernheim, Autofahrer auch auf den sogenannten klassifizierten Straßen wie der Haupt- und der Ludwigshafener Straße im Ortsteil Dannstadt sowie auf der Speyerer Straße in Schauernheim auszubremsen.

Den entscheidenden Durchbruch verkündete Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim im Frühjahr 2021: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) habe die wiederholt gestellten Anträge auf Tempo 30 endlich genehmigt – zumindest für manche Abschnitte. So durfte das Tempolimit auf der Hauptstraße in Dannstadt ganztägig zwischen der Frieden- und Kirchenstraße und auf der Speyerer Straße der bereits vorhandene Abschnitt bis zur Autobahnbrücke Richtung Dannstadt verlängert werden. Zumindest nachts von 22 bis 6 Uhr dürfen Verkehrsteilnehmer darüber hinaus auf der Ludwigshafener Straße zwischen Kantstraße und Seebachring nicht mehr schneller als 30 „Sachen“ fahren. Bis der LBM die entsprechenden Schilder aufstellte, verging dann noch mal ein halbes Jahr.

Noch mal alles unter die Lupe genommen

In der Zwischenzeit hakten die Politiker des Ortsgemeinderats hartnäckig nach. Vor der katholischen Kita St. Michael – zwischen Kirchen- und Weinbietstraße – müsste doch zum Schutz der Kita-Kinder ebenfalls Tempo 30 möglich sein, argumentierten sie – und sollten Recht behalten: Wochentags von 6 bis 18 Uhr müssen Autofahrer seit Dezember auch hier den Fuß vom Gaspedal nehmen.

Doch einige sachkundige Volksvertreter arbeiteten sich noch tiefer in das Thema ein, nahmen die Lärmkartierungen und -berechnungen des Landesbetriebs noch einmal ganz genau unter die Lupe und fanden einige Unstimmigkeiten. Ihre Überzeugung: Da geht noch mehr. Der Gemeinderat beauftragte daraufhin die Verwaltung, wieder bei der Landesbehörde nachzuhaken – und hatte erneut Erfolg. „Am 6. Januar haben wir auf der Hauptstraße ganztägig Tempo 30 angeordnet, und zwar von der Kirchen- bis zur Albrecht-Dürer-Straße“, berichtete Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) im Februar dem Dorfparlament. Dasselbe gelte für die Speyerer Straße von der Schulstraße bis zur Bushaltestelle Schauernheim-Nord. Für eine zusätzliche Ausweitung des Tempolimits nach Norden in Richtung Ortsausgang nach Fußgönheim gebe es allerdings keine Grundlage.

Böhler Straße geht leer aus

Damit gibt sich die Kommune aber nicht zufrieden. Laut Ortschefin Winkelmann werden bei zehn von zwölf berechneten Anwesen in der Ludwigshafener Straße die zulässigen Höchstwerte den ganzen Tag überschritten. Auf der Grundlage solle eine Anfrage für das Umbeschildern in ein rund um die Uhr gültiges Tempo-30-Limit erfolgen. In der Hauptstraße zwischen Friedenstraße und Ampelkreuzung wiederum überschreite der Lärmpegel tagsüber bei 13 von 51 Anwesen das erlaubte Maß, nachts bei 37. „Diese Werte sprechen dafür, eine nächtliche Erweiterung von Tempo 30 für diesen Abschnitt zu beantragen“, sagte sie.

Die Anwohner in der Böhler Straße gingen hingegen leer aus. Von 32 Anwesen sei der Verkehr nur bei vieren nachts zu laut. „Das rechtfertigt keine Anfrage“, erklärte Winkelmann.

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