Waldsee Ortsrandstraße: Lückenschluss rückt näher
Über die Nordumfahrung fließt der von Altrip kommende Verkehr über die Umgehungsstraße und Schlichtstraße zum Kreisel am Pennymarkt und dann weiter entlang des Neubaugebiets Lausbühl bis an die Rehhütter Straße. Weiter nach Süden geht es von dort aus nicht. Von Speyer kommend gelangen Fahrzeuge über die Albert-Einstein-Allee am westlichen Ortsrand zum Kreisel am Wasgau-Markt. Hier ist dann ebenfalls Schluss. Wer weiter nach Norden möchte, muss innerorts über die Goethestraße fahren. Nun soll das letzte Stück, eine Ortsrandstraße vom Kreisel am Wasgau-Markt bis zur Rehhütter Straße, endlich gebaut werden.
Gewünscht haben sich das die meisten Ratsmitglieder seit Jahrzehnten. Es würde die Goethestraße und die Ortsmitte massiv entlasten. Doch klar war immer: Eine Straße einfach über die Felder zu bauen, wird nicht genehmigt. Anders sieht es aus, wenn ein neues Neubaugebiet westlich der Goethestraße entwickelt würde. Das darf dann von einer Ortsrandstraße begrenzt werden.
Dieses neue Neubaugebiet darf die Ortsgemeinde nun entwickeln. Es hat eine Fläche von rund 11 Hektar. Das Wohngebiet selbst ist 8,2 Hektar groß, auf die Ortsrandstraße entfallen 2,5 Hektar. Ende vergangenen Jahres hat die Ortsgemeinde Waldsee das Planungsbüro Firu aus Kaiserslautern beauftragt, mit den Vorarbeiten für den Bebauungsplan zu beginnen. Über einen Zwischenstand informierte nun Kevin Brüll von Firu am Donnerstagabend in der letzten Ortsgemeinderatssitzung vor der Kommunalwahl.
Im Moment laufen noch Voruntersuchungen. Die genaue Trasse der Ortsrandstraße muss mit dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt werden. Es müssen Verkehrslärmgutachten und artenschutzrechtliche Gutachten eingeholt sowie ein Konzept für die Entwässerung erstellt werden. Geprüft werde muss auch, ob und – wenn ja – wie Lerchenstraße, Ransweg und Adalbert-Stifter-Straße in die neue Ortsrandstraße einmünden sollen. Steht das fest, kann die Wohnbebauung geplant werden.
Kita angedacht
Erste Ideen hat Kevin Brüll schon, doch nichts davon ist in Stein gemeißelt. Wie es konkret aussehen soll, wird der Gemeinderat entscheiden. Es soll Grundstücke für Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser geben. Ideal wäre es, wenn direkt an die aktuelle Wohnbebauung eher niedrigere Häuser angrenzen und zur Straße hin dann höhere. Damit sind Mehrfamilienhäuser, keine Hochhäuser gemeint. Angrenzend an einige Grundstücke in der Goethestraße, dort wo jetzt eine Streuobstwiese ist, hat die Ortsgemeinde Waldsee eigene Grundstücke. Hier könnte zum Beispiel eine Kita gebaut werden. „In dem Neubaugebiet werden viele Familien mit Kindern wohnen“, erklärt Brüll.
Über die Sommerpause werden nun schon weitere Gutachten für die Planung eingeholt und es wird mit der Planung der Straßentrasse begonnen. Parallel dazu wird ein städtebauliches Konzept erstellt, das als Grundlage für Entwürfe dient, die dem Gemeinderat dann vorgestellt werden. Im Herbst wird es dann eine der ersten Aufgaben des neu gewählten Ortsgemeinderates in Waldsee sein, zu bestimmen, wie das neue Wohngebiet konkret aussehen soll. Dazu soll es einen Workshop geben. „Wir arbeiten so lang daran, bis es für Sie passt“, versprach Kevin Brüll.
Bis der Bebauungsplan dann spruchreif ist, wird es nach Schätzung von Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) rund zwei Jahre dauern. „Wenn alles läuft wie geplant, werden wir mit dem Bau der Umgehungsstraße in der nächsten Legislaturperiode zumindest beginnen“, prognostiziert sie. Der Gemeinderat müsse sich auch Gedanken machen, wie die „Bebauungsaffinität der Eigentümer“ erhöht werden könne. Denn Ziel des Neubaugebietes sei es schon, Wohnraum auf den Grundstücken zu schaffen.