Rhein-Pfalz Kreis
Oldtimer-Fahrt Goldener Hut: Von Schifferstadt starten 128 Teams
Oldies aus den vergangenen 90 Jahren Automobil-Geschichte sind am Samstag bei der 12. Oldtimer-Fahrt „Goldener Hut“ durch die Pfalz gecruist. 128 Fahrer-Teams sind von Schifferstadt aus gestartet. Auch Rettichkönig Tobias I. war mit on Tour, bei der Orientierung und Geschick gefragt ist.
Etwas versteckt, am Stadtrand von Schifferstadt, steht am Samstagmorgen ein Pracht-Auto neben dem anderen. Vorbei an Modellen wie Ford Capri 1, Renault Alpine A 310 oder VW Käfer bahnen sich die Besucher den Weg in die Waldfesthalle. Um 9.40 Uhr werden dort die letzten Details für die Strecke besprochen, bevor um 10 Uhr der erste Wagen an den Start geht.
Hans Schwind, der Vorsitzende des Motorsport-und Automobil-Clubs (MAC) Schifferstadt, der die Veranstaltung ausrichtet, erklärt den Fahrern anhand des 20-seitigen Bordbuchs, was sie auf dem Weg alles beachten müssen. Rund 125 Kilometer stehen ihnen bevor. Rund 50 Helfer des MAC sind an diesem Tag im Einsatz. Seit November sind die Vereinsmitglieder mit der Organisation der Veranstaltung beschäftigt.
Die gute Organisation überzeugt
Die Betreuung durch Hans Schwind und seine Vereinskollegen schätzen Gerhard Hemberger und Birgit Blum aus Mannheim besonders. Deshalb sind sie auch bereits zum dritten Mal bei der Schifferstadter Oldtimer-Fahrt dabei. Die beiden sind Mitglieder des Vereins All Classics Open, der am 1. Mai traditionell selbst eine Ausfahrt mit Oldtimern organisiert. Auch Susanne Albert, die Präsidentin des Mannheimer Vereins, ist mit von der Partie. Das Wetter meint es zwar nicht ganz so gut mit ihnen, trotzdem freuen sie sich, dass sie bald an den Start dürfen. „Ich hab ein englisches Auto, das ist Regen gewöhnt“, sagt Albert und schmunzelt.
Für Gerd und Erna Bohnert aus Bobenheim-Roxheim, die eine der vorderen Startnummern ergattert haben, geht es derweil schon los. Auf der Rückbank ihres Citroën 11 CV Berlina Normal aus den 1950er-Jahren hat der Schifferstadter Rettichkönig Tobias I. Platz genommen, der als Repräsentant der Stadt dabei sein wird. Das Ehepaar fährt zum ersten Mal in Schifferstadt mit, die Leidenschaft zu Oldtimern teilen sie aber schon lange. Der Citroën ist seit 1978 in Bohnerts Besitz. Als Oldtimer gelten Wagen gemeinhin, wenn sie älter als 30 Jahre sind. In Schifferstadt sind allerdings auch acht Youngtimer, die zwischen 1990 und 1994 gebaut wurden, zugelassen worden.
Bei manchen Aufgaben braucht es Geschick
Stephan Wagners VW Käfer hat bereits 45 Jahre auf dem Buckel. Das Gefährt des Schauernheimers fällt mit seiner orangefarbenen Lackierung direkt ins Auge. Nicht weniger Charme versprüht die Corvette, Baujahr 1960, von Inge und Werner Beiermeister, die schon seit einigen Jahren aus dem Heilbronner Raum anreisen, um an der Pfälzer Ausfahrt teilzunehmen.
Familien mit Kindern kommen schon vor dem Start vorbei, um die betagten Karossen ganz genau zu bestaunen. Die Oldie-Besitzer sind derweil um die Pflege und die Präsentation ihrer Wagen bemüht. Nach dem Regen am Morgen werden mit Microfaser-Tüchern auch noch die letzten Wassertropfen von der Motorhaube gewischt. Schließlich ist die Pflege der alten Gefährte das A und O.
Die Fahrt führt die 128 Teams an der Haardt entlang über Grünstadt nach Weisenheim am Berg, wo eine Mittagspause eingeplant ist. Gegen 15.30 Uhr werden dann die ersten Teams in Schifferstadt zurückerwartet. Da die nahegelegene Gemeinde Altrip in diesem Jahr ihr 1650-jähriges Ortsjubiläum feiert, haben die Fahrer auch hier Station gemacht und wurden mit ihren Fahrzeugen auf dem Ludwigsplatz vorgestellt.
Bei der Fahrt geht es nicht darum, wer am schnellsten ans Ziel kommt, sondern vielmehr um gleichmäßiges Fahren, um Geschicklichkeit und Orientierungssinn. Auf der gut 120 Kilometer langen Strecke haben die Teams fünf Aufgaben praktischer und theoretischer Art zu bewältigen. Am Schifferstadter Schillerplatz beispielsweise ging es darum, mit der Vorderkante der Stoßstange möglichst genau einen Meter vor einen Pfosten zu fahren.
Am Ende gibt es in fünf Fahrklassen Gewinner zu küren. Ein Gesamtsieger bekommt den größten Pokal überreicht. In diesem Jahr geht er an Oldtimer-Liebhaber aus Hassloch. Manfred Naumer und Elke Bücher können mit ihrem Mercedes Benz 220 D, Baujahr 1970, auf ganzer Linie überzeugen.
Hans Schwind ist zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. In rund drei Monaten wird er sich dann wieder an die Planung der nächsten Oldtimer-Fahrt machen. Bis es dann wieder heißen wird: Allseits eine gute und sichere Fahrt.