Rhein-Pfalz Kreis Nur manchmal eiert die Maschine

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Waldsee. Im Januar haben die Beschäftigten der neu gebildeten Waldseer Verbandsgemeindeverwaltung ihren ersten gemeinsamen Personalrat gewählt. Im Februar konstituierte sich das Gremium und bestimmte Nicole Balbach zu seiner Vorsitzenden. Die 30-Jährige stand seit 2013 schon an der Spitze des Personalrats der alten Waldseer Verwaltung. Altrip und Neuhofen waren bis Mitte 2014 verbandsfreie Gemeinden mit eigenen Verwaltungen, nun ist die Zentrale aller vier Orte der Verbandsgemeinde in Waldsee. Was auch bedeutet, dass etliche der 80 Mitarbeiter den Dienstort oder sogar die Abteilung wechseln mussten. Dieser Prozess sei „erstaunlich gut“ gelaufen, sagt Balbach. Und ihr Stellvertreter Wolfgang Frombold ergänzt, dass nur in Einzelfällen mehr Gesprächsbedarf nötig gewesen sei. Vergangenes Jahr hatten der im Juni gewählte Bürgermeister Otto Reiland (CDU) und Büroleiter Detlef Schneider Gespräche mit allen Mitarbeitern über deren künftige Aufgaben geführt. „Das waren wirklich gute Gespräche“, sagt Balbach, und auch Frombold lobt, dass Reiland ein offenes Ohr für Probleme habe. Härtefälle sind aus Sicht des Personalrats berücksichtigt worden. Dazu habe beispielsweise schon gezählt, wenn ein Mitarbeiter etwa keinen fahrbaren Untersatz habe. Die Personalrätin sieht aber auch, dass die Orte der Verbandsgemeinde nicht wirklich weit auseinanderliegen. Sie erinnert an Fusionen von Großbanken, wodurch die Arbeitsplätze von einer in eine andere Großstadt verlegt worden seien. Die Stimmung beim Personal sei jedenfalls gut, wirkliche Unzufriedenheit gebe es „nur im Promillebereich“, wie Frombold es ausdrückt. „Es klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen, aber es ist wirklich gut gelaufen“, sagt Balbach, die jedoch auch darauf hinweist, dass es schon eine besondere Situation für die Mitarbeiter sei, die große Umstellungen mit sich bringt. Schließlich hätten manche Beschäftigte mit einem neuen Bürgermeister, einem neuen Fachbereichsleiter, einem neuen Dienstort und einem neuen Aufgabengebiet zu tun. Wer früher in Altrip und Neuhofen gearbeitet habe, müsse sich auch noch daran gewöhnen, wofür die Verbands- und wofür die Ortsgemeinden zuständig ist, sagt die Personalratsvorsitzende. Diese Unterscheidung gab es in den beiden Orten bis vor Kurzem ja noch nicht. Für so manchen sei es wohl auch etwas gewöhnungsbedürftig, dass ihr früherer Verwaltungschef jetzt „nur“ noch Ortsbürgermeister sei. Generell sei klar, dass die Einarbeitung noch eine Weile dauere. Frombold sagt: „Die Maschine läuft, manchmal eiert sie ein bisschen.“ Die Veränderungen haben aus Sicht des 56-Jährigen den Mitarbeitern auch die Chance verschafft, ein neues Aufgabengebiet zu übernehmen, was ansonsten kaum möglich gewesen wäre. Frombold zählt da selbst dazu. Im Neuhofener Rathaus war er mit der Abwasser-Beseitigung befasst, jetzt sitzt er in Waldsee in der Finanzabteilung. Der Wechsel war ursprünglich nicht Frombolds Wunsch gewesen: „Es ist mir nahegelegt worden.“ Er habe sich Gedanken darüber gemacht und freute sich dann über die Gelegenheit, noch einmal etwas Neues anzugehen. Bis zur Neuwahl des fünfköpfigen Personalrats im Januar hatten die drei Räte der bisherigen Verwaltungen ein großes Gremium gebildet. Die vergangenen Monate waren schon eine intensive Zeit für die Arbeitnehmervertreter. Doch ein großer Teil der Arbeit steht noch an. Balbach zählt auf: Betriebsvereinbarung, Dienstordnung, Leistungsentgeltverordnung. Bei Letzterer geht es darum, dass zwei Prozent der ständigen Monatsentgelte des Vorjahres an die Beschäftigten ausgeschüttet werden. In Waldsee war die Grundlage dafür eine systematische Leistungsbeurteilung durch die jeweiligen Fachbereichsleiter. Da dies aber nicht in allen Verwaltungen gleich gehandhabt wurde, muss eine neue Vereinbarung getroffen werden. Und auch ein weiteres, etwas heikles Thema steht auf der Agenda. Durch die Gemeindefusion haben die Beamten die Möglichkeit, einen Antrag auf vorzeitigen Ruhestand zu stellen. Sieben haben das bisher auch getan. Die übrigen Beschäftigten haben diese Möglichkeit nicht. Der Personalrat hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, auch für diese Kollegen eine Regelung zu erreichen. Balbach kennt aber auch das große Problem dabei: Die Kosten dafür müsste die Verbandsgemeinde tragen; bei den Beamten ist dies nicht der Fall. Nach Ansicht des Personalrats sind die Mitarbeiter der drei Verwaltungen schon zusammengewachsen. Dazu beigetragen haben ein gemeinsamer Betriebsausflug 2013 und ein Kennenlernfest im vergangenen Jahr. Einen Schub hat nach Ansicht von Frombold die Fasnacht dem Teamgeist verliehen. Er war jedenfalls begeistert: „Das war hier im Haus was richtig Tolles, das wird hier gelebt.“

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