Rhein-Pfalz Kreis Niedrigerer Wasserpreis bald auch für Altrip
SCHIFFERSTADT. Der Zweckverband für Wasserversorgung Pfälzische Mittelrheingruppe (PMG) hat im Geschäftsjahr 2015 5,56 Prozent mehr Wasser als im Vorjahr verkauft. Der Kubikmeterpreis bleibt weiter der niedrigste in der Region, hieß es in der Sitzung der Verbandsversammlung in Schifferstadt. Davon wird bald auch Altrip profitieren, Verhandlungen über die Versorgung Iggelheims laufen derzeit.
Der PMG gehören die Mitgliedsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Limburgerhof, Mutterstadt, Schifferstadt, Böhl-Iggelheim (versorgt wird Böhl) und die Verbandsgemeinde Rheinauen an (versorgt werden bisher Otterstadt, Neuhofen und Waldsee). Das Leitungsnetz ist 372 Kilometer lang. Im Versorgungsgebiet lebten 2015 75.854 Menschen, 956 mehr als im Vorjahr. Denen hat die PMG rund 4,3 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkauft. Damit werde die bisherige Rekordmarke von 2003 um etwa vier Prozent übertroffen. Der Verbandsvorsitzende Otto Reiland (CDU) erläuterte, dass in der Region auch viele Gärten bewässert werden und deshalb der Verbrauch pro Kopf stets etwas höher als im Bundesdurchschnitt liege. Im Vorjahr waren es 122 Liter pro Kopf und Tag. Den Tagesrekord gab es am 4. Juli 2015 mit 22.447 Kubikmetern. Für die Verbraucher bleibt der Wasserpreis mit netto 92 Cent pro Kubikmeter weiterhin günstig. Der einmal jährlich erhobene Grundpreis wurde 2015 von 36 auf 39 Euro erhöht. In den Genuss günstigerer Preise wird künftig auch Neumitglied Altrip kommen. Hier garantiert die PMG einen Kubikmeterpreis von netto 99,6 Cent für die nächsten zehn Jahre. Der geringfügige Mehrpreis dient der Finanzierung des Leitungsnetzes, das von den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) stammt und künftig von der PMG genutzt wird. Wie berichtet, wird Altrip ab 1. Mai 2017 ebenfalls durch die Pfälzische Mittelrheingruppe versorgt – eine Folge der Fusion zur Verbandsgemeinde Rheinauen. Altrip wird derzeit noch von den TWL beliefert – zu einem höheren Preis. Dieser Vertrag wurde zum 30. April 2017 gekündigt. Noch keine Einigung gibt es zwischen PMG und den Gemeindewerken Haßloch, was die Übernahme des Leitungsnetzes in Iggelheim betrifft. Die PMG will den Ortsteil versorgen und müsste dafür die Leitungen übernehmen, die den Haßlochern gehören. Die geforderte Kaufsumme liege noch deutlich entfernt von dem Angebot der PMG. Wie Reiland erklärte, gebe es nach wie vor kein allgemein anerkanntes Verfahren zur Wertermittlung. Der Werksausschuss der PMG habe in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ein eigenes Gutachten zur Kaufpreisermittlung in Auftrag zu geben. Die PMG behalte sich vor, von ihrem Angebot zurückzutreten, wenn die Übernahme der Wasserversorgung in Iggelheim nicht wirtschaftlich realisierbar sei. Der Umsatzerlös des Zweckverbands ist im Vergleich zum Vorjahr um 288.000 Euro gestiegen auf 5,71 Millionen Euro. Die Aufwendungen stiegen um knapp drei Prozent auf sechs Millionen Euro. Dies ist laut Bericht auf höhere Material- und Personalkosten zurückzuführen. Größere Investitionen gab es für die Erneuerung von Hauptleitungen und Hausanschlüssen. Sie waren ohne Darlehen möglich und wurden aus Eigenmitteln finanziert. Das Eigenkapital lag Ende 2015 bei 15,7 Millionen Euro, 74 Prozent der Bilanzsumme. Die Verbandsversammlung beschloss einstimmig, den Jahresgewinn von 168.000 Euro der allgemeinen Rücklage zuzuschlagen. Im Vorjahr betrug der Gewinn rund 170.000 Euro. Von der Konzessionsabgabe werden 300.000 Euro an die Mitgliedsgemeinden ausgezahlt, entsprechend dem Anteil des verkauften Trinkwassers. Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, das der Zweckverband an die Gemeinden entrichtet für die Nutzung deren öffentlichen Raumes für Verlegung, Betrieb und Unterhalt des Leitungsnetzes. |ghx