Rhein-Pfalz Kreis Nicht nur die Haubenlerche ist schuld

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Dannstadt-Schauernheim. Schwierigkeit Nummer eins ist die Haubenlerche. Das Vorkommen der bedrohten Vogelart wird von Befürwortern des Straßenbauprojekts zwar immer wieder bezweifelt. Es gibt aber anscheinend ein Dokument des Landesbetriebs Mobilität (LBM) dazu, in das die SPD-/FDP-Fraktion Einblick fordert. Inzwischen hat der LBM die Unterlagen der Dannstadt-Schauernheimer Gemeindeverwaltung nach wiederholten Anfragen zumindest teilweise zugänglich gemacht. „Es ist ausschnittsweise bei uns eingegangen“, erklärt Bauabteilungsleiter Bernd Ziegler. Aber: Die Einsicht ist beschränkt. Das heißt: Die Auszüge aus dem landespflegerischen Begleitplan sind nicht jedermann zugänglich, sondern dürfen nur verwaltungsintern eingesehen und weder verschickt noch kopiert werden. Nach Zieglers Angaben haben Experten fünf Brutpaare festgestellt. Auf der geplanten Trasse für die Ortsumgehung im benachbarten Assenheim seien ebenfalls welche gesichtet worden. Schwierigkeit Nummer zwei sind die Kosten. Ursprünglich waren 1,6 Millionen Euro für die Verlegung der Kreisstraße 22 von der Böhler Straße auf eine Trasse außerhalb des Orts beim Münchhof vorgesehen. Dafür muss die Haubenlerche umgesiedelt und hierfür wiederum mehr Fläche erworben werden als erwartet, außerdem müssen Wasserleitungen verlegt und Forderungen des Denkmalschutzes erfüllt werden. Unter dem Strich würden die Kosten dadurch wohl um zwei Millionen auf rund 3,6 Millionen Euro steigen. Schwierigkeit Nummer drei ist der Münchhofweg. Derzeit verhandelt die Ortsgemeinde mit den Grundstückseigentümern darüber, ob diese bereit wären, etwas von ihren Grundstücken für die Verbreiterung des Wirtschaftswegs abzugeben. Der Rhein-Pfalz-Kreis und der von ihm beauftragte LBM lassen die Planungen vorerst ruhen und warten ab, was bei den Verhandlungen herauskommt. Die Heimlichtuerei um das in Rat und Dorf diskutierte Gutachten stößt bereits auf Kritik. Der Verein Bürgerwille weist in einem Schreiben an den LBM auf das Landestransparenzgesetz hin und fordert Einsicht in das komplette Dokument. „Dieses Thema geht die Öffentlichkeit etwas an, da kann so ein Gutachten nicht einfach unter Verschluss gehalten werden“, findet der Vorsitzende Volker Bolz. Außerdem könne er nicht nachvollziehen, weshalb ständig die Haubenlerche angeführt werde. Denn auf der Internetseite artenfinder.de, die vom BUND und dem Land Rheinland-Pfalz unterstützt werde, sei in Dannstadt-Schauernheim kein Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Vogels eingetragen. Diesen letzten Punkt greift auch die SPD/FDP-Fraktion auf: „Wir sind erstaunt, dass keine Natur- und Umweltschutzorganisation die Haubenlerchen hier in ihren Karten vermerkt hat“, bemerkt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gerlinde Braun.

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