Rhein-Pfalz Kreis Nicht jeder nur ein Kreuz

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Ludwigshafen. Die karge und enthaltsame Fastenzeit hat zwar gerade erst begonnen, aber am Sonntag könnte doch die ein oder andere Sektflasche ploppen. Wenn es denn bei der Landratswahl und bei den Bürgermeisterwahlen zu eindeutigen Ergebnissen kommt. Wenn nicht? Dann gibt es in zwei Wochen, sprich: am 19. März, Stichwahlen. Was den „Ochse“ in Schifferstadt anbelangt, kann es nur eine Mehrheit geben: Entweder wird der Gebäudekomplex zu einer Begegnungsstätte umgebaut oder eben nicht. Spannend bleibt, wie viele Menschen im Kreis es für wichtig halten, am Sonntag abzustimmen beziehungsweise wählen zu gehen. Barometer dafür kann das Briefwahlverhalten sein. Für die Landratswahl sind bislang 19.847 Briefwahlanträge gestellt worden. Wahlberechtigt sind rund 123.000 Bürger. Bei der Wahl in Maxdorf haben bislang 2250 Briefwahl beantragt. Wahlberechtigt sind 10.200 Bürger. Und in Neuhofen wollten 980 von 6024 Wahlberechtigten im Vorfeld ihr Kreuzchen setzen. Und wen können die Kreisbürger, Maxdorfer und Neuhofener wählen? Drei Wahlen, acht Kandidaten, ein Bürgerentscheid, eine Übersicht. Landratswahl Landrat bleiben will Clemens Körner (CDU). Der 57-jährige Dudenhofener hat früh angekündigt, für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen. Seine erste endet am 18. November 2017. Bereits am darauf folgenden Tag – der Übergang ist nahtlos – sitzt im Chefsessel, wer am 5. März oder bei einer späteren Stichwahl von den Kreisbürgern gewählt wird. Körner hat immerhin zwei Herausforderer. Der eine ist Elias Weinacht (32) aus Mutterstadt, der für die Grünen antritt. Der andere ist German Bachert. Der 58-Jährige wohnt in Limburgerhof und ist bei der AfD. Die SPD im Kreis verzichtet auf einen Kandidaten. Zuletzt war der Kreisbeigeordnete Bernhard Kukatzki im Gespräch gewesen, der inzwischen jedoch als Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz arbeitet. Bleibt Körner Landrat, möchte der CDU-Politiker an Projekte anschließen, die er auf den Weg gebracht hat, sein Engagement etwa in Bildung, Klima- und Katastrophenschutz, Tourismus, Infrastruktur und Wirtschaftsförderung stecken. Elias Weinacht arbeitet als Referent des Ludwigshafener Grünen-Landtagsabgeordneten Bernhard Braun. Er sieht noch Defizite beim Umwelt- und Gewässerschutz, die er als Landrat beheben würde, außerdem möchte er mehr sozialen Wohnungsbau schaffen. Wird German Bachert Landrat, will er die Demokratie stärken. Zurzeit baut er Vertriebsnetzwerke für Telekommunikationsunternehmen auf. Verbandsbürgermeisterwahl Für das Amt des Verbandsbürgermeisters in Maxdorf haben sich ebenfalls drei Männer beworben. Abgelöst wird eine Frau: Marie-Luise Klein (SPD) tritt aus persönlichen Gründen, wie sie sagt, nicht mehr an. Die 63-Jährige hat acht Jahre lang die Geschicke der Maxdorfer, Birkenheidener und Fußgönheimer gelenkt. Ihre Amtszeit endet am 31. Juli dieses Jahres. Ab August möchten sowohl Paul Poje (CDU) als auch Oliver Nagel-Schwab (FDP) das Ruder übernehmen, beide leben in der Verbandsgemeinde. Die Sozialdemokraten haben sich dieses Mal von außen Verstärkung geholt: Für sie tritt der in Bobenheim-Roxheim lebende Frank Sommer an. Paul Poje ist 55 Jahre alt und arbeitet als Diplom-Informatiker bei der BASF. Er ist derzeit Beigeordneter der Verbandsgemeinde. Das ist auch sein Herausforderer Oliver Nagel-Schwab. Der 40-Jährige hatte bei der Wahl 2009 schon einmal seinen Hut in den Ring geworfen. Der Diplom-Betriebswirt ist beim Roten Kreuz als Unterkunftsleiter der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Speyer angestellt. Erst knapp vor Bewerbungsschluss am 16. Januar hatte die SPD ihre Suche nach einem Kandidaten beendet: Der 45-jährige Frank Sommer stammt ursprünglich aus Mecklenburg, ist Vermessungsamtsrat und arbeitet bei der Stadtverwaltung Worms. Ortsbürgermeisterwahl In Neuhofen ist ein Ehrenamt zu vergeben: Nach der Fusion mit Altrip und der Verbandsgemeinde Waldsee ist ein Ortsbürgermeister zu wählen. Die Amtszeit von Neuhofens letztem hauptamtlichen Rathauschef, Gerhard Frey, endet am 31. Mai. Ab 1. Juni möchte Roland Brendel (SPD) auf dessen Stuhl Platz nehmen. Der 70-Jährige hatte sich schon aus der Kommunalpolitik zurückgezogen, um jüngeren Platz zu machen. Jetzt will es der ehemalige Fraktionschef doch noch mal wissen. Gegen ihn wird Ralf Marohn als gemeinsamer Kandidat von CDU und FDP antreten. Der 49-Jährige ist selbstständiger Unternehmer. Seit der Kommunalwahl 2014 sitzt er für die FDP sowohl im Orts- als auch im Verbandsgemeinderat. Davor war er zehn Jahre lang Beigeordneter der damals noch selbstständigen Gemeinde. Normalerweise werden Ortsbürgermeister mit der Kommunalwahl gewählt, wegen der Fusion ist der Urnengang jetzt außer der Reihe. Der Gewählte ist nur zwei Jahre im Amt. |Archivfotos: Kandidaten/frei

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