Rhein-Pfalz Kreis Nicht jammern, sondern machen
«Dannstadt-Schauernheim.» Die Geschichte der Chorgemeinschaft 1868/1958 ist wechselhaft. Doch heute ist der Verein ein Aushängeschild für Dannstadt-Schauernheim, findet Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Grund genug also, den 150. Geburtstag ausgiebig zu feiern – mit Festbankett und Liederabend, zu dem am Wochenende viele befreundete Chöre gekommen sind.
Der Bürgermeister ist zugleich Schirmherr des Geburtstags. Stefan Veth, selbst Mitglied der Chorgemeinschaft 1868/1958, blickte in seiner Festansprache in drei Bildern „Alte Zeit“, „Neue Zeit“ und „Gegenwart“ auf die 150-jährige wechselhafte Vereinsgeschichte mit vielen Spaltungen und neuen Zusammenschlüssen zurück. Heute sei der Verein eine Bereicherung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in der Gemeinde, sagte Veth, ein Aushängeschild. Bei allen Gastmusikern und befreundeten Chören, die sich die Chorgemeinschaft zur Feier einlud, die musikalische Klammer des Festbanketts am Freitag im Zentrum Alte Schule gestaltete der Jubilar unter der Leitung von Chorleiterin Ulrike Müller selbst. Mit den beiden auf Italienisch gesungenen „Va Pensiero“ und „Caro mio ben“ bewiesen die Mitglieder der Chorgemeinschaft gleich zu Beginn ihre sprachlichen Fähigkeiten. Zum Ende sangen sie die etwas melancholischen Stücke „My Way – so leb dein Leben“ und „Sehnsucht nach Frieden“. Hartmut Doppler, Präsident des Chorverbands der Pfalz und Vizepräsident des Deutschen Chorverbands, betonte, dass es nicht darum gehe zu jammern und zu fragen, wie die Zukunft des Chorgesangs aussehe, sondern optimistisch in die Zukunft zu blicken. Es hätten sich zwar traditionelle Formen des Chorgesangs überlebt, aber dafür sind neue Formate entstanden und werden sicher auch in Zukunft entstehen. „Chorgesang will einen Horizont eröffnen, gemeinsam ein Projekt auf den Weg zu bringen“, lautete sein Fazit. Für die Chorgemeinschaft brachte er die Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbands mit. Das musikalische Programm am Festabend reichte von traditionellen und modernen geistlichen Liedern, etwa „Ubi Caritas“ und „Here we are“ von der Singgruppe Lichtblicke oder „Hebe deine Augen auf“ vom Evangelischen Singkreis Schauernheim mit seinem Dirigenten Kevin Breitbach über Volkslieder bis zu Popmusik. Der Katholische Kirchenchor St. Michael mit Chorleiterin Anna Plakhova gratulierte passend zur Jahreszeit mit „Der Mai“. Den stimmungsmäßigen Höhepunkt bot der kleinste Chor des Abends. Der Gesangverein 1909 Schauernheim erinnerte mit „Bajazzo“ und „Riport a me“ an die Männerchorwurzeln der Chorgemeinschaft und mit einem Potpourri der 50er-Jahre an die Wiedergründungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Band La Back-Beats brachte mit den zwei Frank-Sinatra-Hits „Moon river“ und „Strangers in the night“ sowie dem instrumentalen Santana-Hit „Europa“ Abwechslung zwischen den einzelnen Programmblöcken. Der Liederabend am Samstag war in Form eines Freundschaftssingens angelegt, das mit dem Pfälzer Sängergruß „Grüne Reben“ entsprechend der Tradition eröffnet wurde. Der Chor des Orpheus aus Ludwigshafen, der Gesangverein Volkschor Birkenheide, die Chöre der Fleischerinnung Mannheim, die Chorgemeinschaft Hochdorf-Assenheim, der MGV Einigkeit Roschbach, die Singgemeinschaft MGV Schauernheim – GV Germania Fußgönheim gaben ein musikalisches Stelldichein zu Ehren der Chorgemeinschaft.