Rhein-Pfalz Kreis Nicht für die Katz
«Dannstadt-Schauernheim.»21 Zuhörer überzeugt der Vortrag von Holger Jansen und Ralph Hintz von der Agentur Landmobil auf Anhieb. Sie möchten am Bürgerbus-Projekt mitwirken und melden sich noch am Abend verbindlich für die nächste Veranstaltung an, bei der alles geplant werden soll. „Wir haben bis jetzt acht Fahrer und vier Leute für den Telefondienst. Jeweils zwei weitere Menschen wollen bei der Organisation und Öffentlichkeitsarbeit helfen“, berichtet Sachbearbeiterin Sarah Liebchen am Dienstagmorgen. „Wir hoffen aber auf noch mehr Helfer. 20 Leute haben die Formulare mit nach Hause genommen, um sich alles in Ruhe zu überlegen“, sagt sie. Für diejenigen, die vom Bürgerbus zum ersten Mal hören, fassen die Landmobil-Experten am Montagabend die wichtigsten Fakten noch einmal zusammen. Holger Jansen übernimmt den theoretischen und rechtlichen Teil: Das Projekt soll vor allem ältere Mitmenschen mobil machen, es ihnen erlauben, am Dorfleben teilzunehmen und für alltägliche Besorgungen wie Arztbesuche, Behördengänge oder Einkäufe nicht mehr auf Kinder oder Nachbarn angewiesen zu sein. In anderen Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis wie Limburgerhof, Böhl-Iggelheim, Maxdorf und Schifferstadt wurde ein Bürgerbus – wenn auch nicht über die Agentur - bereits erfolgreich eingeführt. Dort rollt der ehrenamtlich organisierte Fahrdienst – meistens zwei Mal die Woche. „Maximal acht Personen darf ein Fahrer im Bürgerbus mitnehmen“, erklärt Jansen. Wer als Fahrer mitmachen möchte, muss von einem Betriebsarzt untersucht werden. Versichert seien die ehrenamtlichen Helfer über die Verbandsgemeinde. Wichtig: Der Bürgerbus darf nicht darauf ausgelegt sein, Gewinne zu erwirtschaften. Denn er soll dem Öffentlichen Nahverkehr keine Konkurrenz machen. Der Vorteil: Der Bürgerbus kann auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Hier schaltet sich Hintz ein, der selbst in seiner Heimatgemeinde Fahrer ist und aus der Praxis berichtet. „Sie teilen dem Telefondienst am Tag vor der Fahrt mit, wann sie wohin möchten und wann wir sie wieder abholen sollen.“ Neben Senioren könne zum Beispiel auch eine junge Mutter mit zwei kranken Kindern, die kein Auto hat, zum Kinderarzt gefahren werden. „Nur Discofahrten machen wir nicht. Diesen Spaß wollen wir Eltern nicht abnehmen“, erklärt er und schmunzelt. Ratsam sei auch, das Bürgerbus-Fahrzeug zu warten und etwa mit einer örtlichen Tankstelle eine Vereinbarung zu treffen für die regelmäßige Reinigung und das Tanken. Gerade für den Winter werde zudem eine Unterstellmöglichkeit benötigt. Aus Erfahrung gut sei auch eine Übergabestelle für den Schlüssel, die unabhängig von den Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich ist. Als nächstes gibt es am 20. Mai eine Planungsveranstaltung. In einer anschließenden Schulung lernen die Helfer, wie der Telefondienst funktioniert und ein Fahrplan erstellt wird. Dann wird der Bus besorgt, der noch dieses Jahr starten soll. Noch Fragen? Wer sich für das Projekt Bürgerbus interessiert oder mitmachen möchte, kann sich bei Sarah Liebchen melden, Telefonnummer 06231/401-120, E-Mail sarah.liebchen@vgds.de.