Rhein-Pfalz Kreis Nicht aufgeben und den Regen wegspielen

Die Tische reichten anfangs nicht aus, so viele Besucher kamen zum Konzert der Beat Brothers vor dem Palatinum.
Die Tische reichten anfangs nicht aus, so viele Besucher kamen zum Konzert der Beat Brothers vor dem Palatinum.

«Mutterstadt.» Die Beat Brothers haben gespielt und der Platz vor dem Palatinum wurde zum Tanzboden. Zum Festjahr 1250 Jahre Mutterstadt war das die Freiluftparty der Gemeinde. Der Zuspruch war riesig. Gut 450 Leute kamen – die Musiker waren positiv überrascht.

„I won`t back down“ von Tom Petty and the Heartbreakers ist das zweite Stück der Beat Brothers am Samstagabend vor dem Palatinum. „Ich geb` nicht auf“ heißt das auf Deutsch und das gilt gleich auch für die Band und das Publikum. Es ziehen nämlich da noch dunkle Wolken herauf aus dem Süden. Tische und Bänke sind voll besetzt, schnell noch schaffen Helfer weitere Garnituren heran. Auch der Bürgermeister ist unter denen, die mit anpacken. Vor dem Getränkestand gibt es anfangs eine lange Schlange, aber die wird zügig abgearbeitet. Immer wieder sieht man Leute mit dem Schorle-Gedeck, Riesling und „Sauer Wasser“ zurück zu ihren Plätzen kehren. Später verteilt sich die Nachfrage, das Team am Stand hat die Sache im Griff. Die Beat Brothers spielen längst nicht mehr nur Beatmusik. Das war vor gut 30 Jahren mal der Anfang der Gruppe. Da spielten die Männer in schwarzen Anzügen und schmalen Krawatten mit authentischen Instrumenten und Sound ausschließlich die Musik der frühen 60er. Inzwischen gibt es im Repertoire auch neuere Sachen, wie etwa „Every Breath you take“ von The Police. Die Gründer der Band sind tatsächlich Brüder, nämlich Franz Matejcek am Bass und sein Bruder Arno am Schlagzeug. Der wird vom Publikum gefeiert, als er „Wipe out“, einen bekannten Surf Music Klassiker der Surfaris von 1963 trommelte. Die beiden Gitarristen sind Aushilfen, die als Sven (halbakustische Gitarre) und Martin (Stratocaster) vorgestellt werden. Alle singen – und die meisten Refrains erklingen in schönem mehrstimmigem Chorgesang. In Mutterstadt gibt es mehrere Stücke der „Travelling Wilburys“ zu hören, die Ende der 80er Jahre an die „guten alten Zeiten“ erinnerten. George Harrison, Roy Orbison, Bob Dylan, Jeff Lynne und Tom Petty taten sich für diese Band zusammen. Ihr erstes gemeinsam aufgenommenes Stück war „Handle with Care“ und das spielen die Beat Brothers vor dem Palatinum auch zum Auftakt. Handgemachte Gitarrenmusik steht immer noch im Mittelpunkt ihres Repertoires. Deshalb kommen auch noch mehrere Stücke von Tom Petty, wie etwa „Into the great wide open“. Und von Schmuse-Sänger Roy Orbison haben die Musiker auch einiges mitgebracht, „You got it“ zum Beispiel. Wenn es um Gitarrenrock pur geht, darf natürlich Creedence Clearwater Revival nicht fehlen. Den Mississippi Dampfer „Proud Mary“ kennt jeder im Publikum, das „Rollin’ on the river“ singen viele mit. Die Frage „Have you ever seen the Rain“ kann man an diesem Abend nicht eindeutig beantworten. Es tröpfelt mal ein bisschen und der Himmel verdunkelt sich bedrohlich. Erfahrene Open Air Besucher klappen die Schirme auf, die dann über den Zuhörern im Takt wippen. Aber das Unwetter zieht glücklicherweise vorüber und schon bald werden die Schirme wieder zugeklappt. Nach und nach beginnen die Leute zu tanzen. Erst sind es einzelne, die sich neben den Tischen und Bänken bewegen, mit der Zeit werden es aber immer mehr. Nach einiger Zeit entwickelt sich sogar eine spontane Choreografie, die an Line Dance erinnert. Da dämmert es dann schon und die Band beginnt das zweite Set. Einen „Bad Moon Rising“ müssen die Zuhörer nicht fürchten, das Wetter hält und die Stimmung steigt. Anfangs witzelt Frank Matejcek noch, die Musiker hätten Mutterstadt für „etwas verschlafen“ gehalten. Sie lassen sich aber gerne eines Besseren Belehren.

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