Rhein-Pfalz Kreis Neun Kilometer flussabwärts

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Böhl-Iggelheim/Wolfstein. Eine Kanufahrt auf dem Fluss Glan von Lauterecken nach Meisenheim ist am Mittwoch ein spannendes Abenteuer für 14 deutsche und französische Kinder gewesen. Sie verbringen zusammen sechs Tage in der Jugendherberge in Wolfstein. Der Austausch wird von den deutsch-französischen Partnergemeinden Böhl-Iggelheim und Wahagnies organisiert und vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gefördert.

Am Ablegeplatz ist noch alles ruhig am Morgen, Christine und Hans-Jürgen Seybold bereiten gerade die Kanus für die zwanzigköpfige Truppe aus Böhl-Iggelheim und Wahagnies vor. Die Kanadier werden mit Tonnen, Paddeln und Wagen bestückt, mit denen sie an den Ausstiegsstellen besser über Land gefahren werden können. Da kommt die Gruppe auch schon: „Neun deutsche und fünf französische Kinder sind in diesem Jahr dabei“, erzählt Birgit Kerler, die zusammen mit Sybille Hubl den Austausch betreut. Die Kinder können es nicht abwarten. Kaum angekommen, nehmen sie auch schon die Kanus in Beschlag. Doch vorher müssen Schwimmwesten angelegt werden. Einige protestieren, andere sind besorgt: „Frau Kerler, wir kippen aber nicht mit dem Boot um?“ Frau Kerler beruhigt: „Nein, natürlich nicht.“ Die Stimmung ist ausgelassen, die Schwimmwesten sehen einfach zu lustig aus. Hans-Jürgen Seybold beginnt mit der Einweisung auf dem Trockenen, Sybille Hubl übersetzt ins Französische. „Neun Kilometer Flussstrecke liegen vor euch, ein Wehr muss umgangen werden“, erklärt Seybold. Es werden auch Hindernisse und Naturschutzzonen passiert. Dann kann es losgehen. Mit aller Kraft werden nun die Kanadier-Kanus in den Glan geschoben. Die erste Rast ist in Medard am Wehr, wo die Boote auch ein Teilstück über Land gefahren werden müssen. Dort stärkt sich die Gruppe erst einmal. „Die erste Etappe war ein wenig anstrengend, aber jetzt wissen alle, wie es funktioniert, und dann kann es nach der Pause weitergehen“, erzählt Kerler. Von den Kindern gibt es beide Daumen hoch. Niklas (12), Mathis (13) und Christian (9) sind begeistert von der Tour: „Einmal sind wir zu dicht unter einem Baum durchgefahren, und da hinten an den Stromschnellen sind wir sogar eine Zeit lang rückwärts gefahren.“ Sie verstehen sich super mit ihren französischen Gästen: „Wir spielen in der Jugendherberge immer zusammen Fußball. Die meisten sind zum ersten Mal dabei, andere auch schon öfter: Zum Beispiel Alexy aus Wahagnies, für ihn ist es das fünfte Mal. Es gefalle ihm hier in Deutschland jedes mal sehr gut. Zwar unterhielten sich die Jungen meistens mit Händen und Füßen, aber da ist immer noch Mathis. Der kann mit fließendem Französisch übersetzen. Und Alexy kann auch ein wenig Englisch. Am Ende der Tour in Meisenheim geht’s zurück in die Jugendherberge – dort wird noch ein Fußballturnier ausgetragen. „Jeden Tag drehen wir einen Film und schneiden ihn am Schluss zusammen“, erzählen die Jungs. Und es gibt viel zu filmen: Gestern war die Gruppe im Kalkbergwerk in Wolfstein und im Schwimmbad. Morgen gibt es eine Geocaching-Tour mit dem Fahrrad. Zum Abschluss wird am Freitag im Pfälzerwald gewandert, und danach gibt es ein großes Lagerfeuer und Stockbrot. Für die Kinder jede Menge Programm in den sechs Tagen. Doch sicherlich werden einige von ihnen nächstes Jahr wieder dabei sein. (uck)

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