Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Neujahrsempfang: Worauf es wirklich ankommt

 Premiere am Rednerpult: Michael Niederberger übernimmt beim Neujahrsempfang in Maxdorf für den erkrankten Bürgermeister.
Premiere am Rednerpult: Michael Niederberger übernimmt beim Neujahrsempfang in Maxdorf für den erkrankten Bürgermeister.

„Sie sind bestimmt überrascht, dass ich hier stehe“, sprach Michael Niederberger (CDU), Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Maxdorf, beim Neujahrsempfang in der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums. Dafür lieferte er auch einen guten Grund: Bürgermeister Paul Poje (CDU) war erkrankt.

Seine überraschende Premiere am Rednerpult mache ihn schon ein bisschen nervös, gestand Niederberger vor den etwa 350 Besuchern. Dennoch machte er seine Sache gut, als er in Vertretung des Rathauschefs das vergangene Jahr Revue passieren ließ und die Bürger auf die wichtigsten Vorhaben im noch jungen neuen Jahr einstimmte. Die Hoffnung, dass wieder Frieden einkehrt, habe sich leider nicht erfüllt, sagte er im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine. Die Ohnmacht, all das Leid und Morden, all die Grausamkeiten und Kriegsverbrechen nicht verhindern zu können, lasse einen teilweise verzweifeln. Obendrein habe der Terrorangriff der Hamas auf Israel die Welt zusätzlich erschüttert. „Sollten wir uns angesichts der weltweiten Krisen nicht glücklich schätzen, dass wir hier in Sicherheit leben dürfen? Empören wir uns vielleicht zu oft über Banalitäten, während andere Menschen ums Überleben kämpfen?“, fragte er in die Runde.

Zusammenhalt ist wichtig

Und Niederberger gab noch etwas anderes zu bedenken: „Haben wir nicht alle Eltern oder Großeltern, die vor weniger als 100 Jahren ihr geliebtes Zuhause verlassen mussten, um sich in Sicherheit zu bringen? Und waren sie nicht auch froh, wenn sie aufgenommen wurden?“ Daran gelte es, sich in der Debatte um Flüchtlingsunterkünfte zu erinnern. Bisher sei es in der Verbandsgemeinde stets gelungen, Hilfesuchende menschenwürdig zu beherbergen. Daher appelliere er an die Bürger, den ehrenamtlichen Helfern, der Verwaltung und den politisch Verantwortlichen die Chance zu geben, das auch weiterhin zu schaffen. „Es ist unsere politische, gesellschaftliche und moralische Pflicht, diesen Menschen zu helfen. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft dadurch gespalten wird“, erklärte er.

Zumal nur mit Zusammenhalt vieles gelinge. Etwa dem Umwelt- und Klimaschutz Priorität einzuräumen durch parteiübergreifende Beschlüsse in den Gremien, sagte der Erste Beigeordnete. In der Ortsgemeinde Fußgönheim sei durch unzählige Arbeitseinsätze mit dem Naturgarten ein Vorzeigeprojekt entstanden. Hierfür danke er allen engagierten Bürgern und dem Verein Artenerben. Als weiteres Beispiel nannte er die erhöhten Sicherheitsauflagen des Landes, wegen denen der Fasnachtsumzug 2023 abgesagt wurde. In der Folge hätten sich alle Beteiligten zusammengesetzt und Lösungen erarbeitet, sodass in vier Wochen in Birkenheide wieder ein närrischer Umzug stattfinden könne. Gemeinsamkeit war auch die Grundlage für ein besonderes Jubiläum: das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Longvic.

Gerade in diesen herausfordernden Zeiten könne die Kommune stolz auf ihre vielen Vereine und Institutionen sein, deren Arbeit eine „wahnsinnige Bereicherung“ darstelle. Exemplarisch nannte Niederberger die Feuerwehr, das Netzwerk Hilfe, den Seniorenbeirat, die Tafelfreunde und das Deutsche Rote Kreuz. Die Brandbekämpfer seien im alten Jahr 206-mal ausgerückt – davon 74-mal zu Löscheinsätzen und all die anderen Male, um Technische Hilfe zu leisten. Großes Ziel sei, für die drei Ortswehren ein zentrales Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Hierfür sei eine große Hürde überwunden worden: „Die Eigentümer der benötigten Grundstücke sind bereit, diese der Verbandsgemeinde zu verkaufen. Das ist ein sehr großer Meilenstein.“ Auch dem First-Responder-Team dankte Niederberger. 2023 habe es 153-mal die Zeit zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des eigentlichen Rettungsdienstes überbrückt.

Als Erfolge auf politischer Ebene nannte er, dass die Turnhalle der Birkenheider Grundschule endlich saniert und mit dem Erneuern der evangelischen Kita begonnen wurde. Licht am Ende des Tunnels gebe es bei der Dauerbaustelle Wiesenstraße in Maxdorf: Sie soll bis zum Sommer 2024 abgeschlossen werden. Beim Großprojekt „Ausbau der Haidwaldschule“ gehe es im neuen Jahr zunächst damit weiter, dass die Fachplanungen ausgeschrieben werden.

Daneben überreichte Niederberger Sieglinde Riegel-Möckel den Ehrenbrief der Verbandsgemeinde für ihr jahrzehntelanges vielfältiges ehrenamtliches Wirken. Die Ausgezeichnete nutzte die Gelegenheit, um Nachwuchs zu werben: „Ihr Jugendlichen. geht in die Vereine, engagiert euch! Ihr werdet sehen, es macht Spaß.“ Daneben erhielten die im vergangenen Jahr besonders erfolgreichen Sportler die Sportehrenbriefe.

Charmant moderiert wurde der Abend von Keshia Graber und Kiara Kögel, zwei Auszubildenden der Gemeindeverwaltung. Musikalisch gestalteten den Neujahrsempfang ebenfalls junge Damen: Pauline Bellmann, Marlene Keck, Lilian Kerner und Paula Safferling von der Jugendtreffband Fußgönheim.

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