Limburgerhof
Neujahrsempfang virtuell gefeiert
Was gehört zu einem richtig zünftigen Empfang zum Beginn eines neuen Jahres? Der Bürgermeister begrüßt seine Gäste, es gibt Musik, ein Schornsteinfegermeister überbringt Glückwünsche. Aufs vergangene Jahr wird zurückgeblickt in Wort und Bild, eventuell gibt es noch ein wenig Show-Programm. Dann werden die Sektgläser gefüllt, es wird aufs neue Jahr angestoßen, es folgen gute Gespräche und Small Talk. So weit, so gut und vertraut, aber mit Regeln der Kontaktbeschränkung, des Abstandhaltens und der Hygiene absolut nicht vereinbar. Wenn nun aber Schulunterricht, Büroarbeit, Studium und noch vieles mehr online laufen, warum nicht auch ein Neujahrsempfang?
Ohne Small Talk und Festgarderobe
Gut, das mit den netten Gesprächen und dem Small Talk am Ende muss leider ausfallen. Ebenso das richtige Anstoßen mit einem guten Tropfen. Und um am Empfang teilzunehmen, muss sich niemand in Schale werfen und den guten Anzug und das kleine Schwarze aus dem Schrank holen. Aber sonst zeigt der knapp 40 Minuten lange Beitrag, dass sich die Macher aus der Gemeindeverwaltung einiges haben einfallen lassen für diese unfreiwillige „Filmpremiere“.
Mit Sekt und „Lewwerworschd“
Zu den Klängen von „Auld lang syne“ begrüßt Bürgermeister Andreas Poignée (CDU) seine Gäste vor den Monitoren zum „ersten und hoffentlich letzten virtuellen Neujahrsempfang der Gemeinde Limburgerhof“. Seine Empfehlung, gleich mal den Sekt und das „gute Lewwerworschdbrot“ bereitzustellen, wird wahrscheinlich nicht immer befolgt werden können. Je nach Tageszeit, zu der der geneigte Zuschauer sich den Empfang gönnt. Aber immerhin: Die von der Gemeinde zusammengestellten 250 „Do-it-yourself-Neujahrsdutte“ mit den besagten Leckereien waren rechtzeitig restlos ausverkauft, verrät der Bürgermeister.
Mit Schornsteinfeger und Sternsingern
„Außergewöhnliche Umstände erfordern nun einmal außergewöhnliche Maßnahmen“, findet Poignée. Und so überbringt Schornsteinfegermeister Georg Magin seinen gereimten Neujahrsgruß ebenso über Video, wie die Sternsinger ihren Segen samt Gesang – wie sie es sonst auf der Bühne im Kultursaal gemacht hätten. Apropos Gesang: Da kommt das „Limburgerhof-Lied“ des 2005 verstorbenen Musikers Charlie Büttner zu Ehren, gesungen und gespielt von Kai Büttner.
Viele Bilder aus der Gemeinde gibt es zu sehen unter dem Stichwort „Lichtblicke“, und auch im Jahresrück- und -ausblick des Bürgermeisters wird deutlich, dass trotz des alles überschattenden bösen Virus’ einiges passiert ist in Limburgerhof. Ein steter Wechsel zwischen Shutdown und Lockerung. Vieles habe gefehlt, vieles ist ausgefallen, doch Poignée verspricht, dass die Vorbereitungen nicht umsonst waren, die Pläne in den Schubladen liegen. Auch für den ziemlich untergegangenen 90. Geburtstag Limburgerhofs – der 100. in zehn Jahren werde dann umso ausgiebiger gefeiert.
„Solidarische Gemeinschaft“
Neben vielen dunklen Momenten sollten nicht die hellen, positiven vergessen werden, mahnt der Bürgermeister. Es habe sich gezeigt, dass die Limburgerhofer eine „feste und solidarische Gemeinschaft“ gebildet und durch den Zusammenhalt viele Herausforderungen gemeistert hätten. Und nach vielen Dankesworten an alle, die sich eingesetzt haben im „herrlichen Städtchen“, wie Limburgerhof in Büttners Lied besungen wird, wird nun doch angestoßen – also digital halt. Begleitet vom mit einem Augenzwinkern vorgebrachten Schlusswort des Rathauschefs, das man für diese letzte Szene leider mehrere Anläufe gebraucht habe ... Soll ja nicht verkommen, der gute Tropfen aus der Neijohrsdutt.
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