Schifferstadt
Neues Leitungsteam in Senioren-Residenz St. Johannes
Vier Frauen tragen in der Senioren-Residenz St. Johannes in Schifferstadt dafür Sorge, dass es den Bewohnern gut geht und die Mitarbeiter gerne hier arbeiten. Sie haben eines gemeinsam: Sie sind präsent in den Wohnbereichen und packen auch mal selbst mit an.
„Das kann ich gar nicht anders“, sagt Erna Ermisch. Die 34-jährige neue Einrichtungsleiterin ist gelernte Krankenschwester. Der Kontakt mit Menschen ist ihr wichtig, ständiges Dazulernen ebenso. Sie hat am Krankenhaus in Worms gearbeitet, ist an die örtliche Sozialstation gewechselt, hat eine gerontopsychiatrische Ausbildung gemacht und eine Tagespflege mit Wohngemeinschaften mitgestaltet. „Am Ende waren es über 500 Klienten, ich habe mich wieder nach klein und fein gesehnt“, sagt sie.
So ist sie als Pflegedienstleiterin in die Seniorenresidenz St. Sebastian nach Dudenhofen gewechselt, die wie St. Johannes auch von der Firma Incura betrieben wird. Im April ist Erna Ermisch nach St. Johannes gekommen, wo sie eigentlich bei der Suche und Einarbeitung einer neuen Pflegedienstleitung helfen sollte. Dass sie im Juli selbst die Einrichtung übernehmen würde, war nicht geplant, hatte sich aber so ergeben, da ihr Vorgänger Daniel Schäfer sich privat neu orientieren wollte.
Erfahrung als Leasing-Kraft
Auch die Suche nach der neuen Pflegedienstleitung war erfolgreich: Sarina Klaus-Zoder (36) stammt aus Speyer, ist gelernte Altenpflegerin, hat in Rüsselsheim im ambulanten Dienst gearbeitet, sich dann aber wieder zurück in die Heimat gesehnt. In einem Speyerer Seniorenheim war sie Wohnbereichsleiterin, bevor sie sich vor drei Jahren mit einem eigenen Pflegedienst selbstständig machte. Da es schwer war, geeignete Mitarbeiter zu finden, gab sie den schweren Herzens wieder auf. „Dann habe ich die Stelle hier entdeckt und seit Anfang Juni bin ich hier“, sagt sie.
Ihre Stellvertreterin Andrea Gruber ist ebenfalls neu im Team. Sie kam Ende Mai. Die 56-Jährige ist gelernte Krankenschwester, hat auf Intensivstationen gearbeitet und dann später bundesweit als Leasing-Kraft. „Das hat meinen Horizont sehr erweitert“, erklärt sie. Berufsbegleitend hat sie studiert und hat einen Bachelor in Gesundheits- und Sozialwesen. Da sie aufgrund von Wirbelsäulenproblemen nicht mehr schwer heben darf, freut sie sich nun über die organisatorische Arbeit, springt aber auch im Wohnbereich ein, wenn nötig.
Vier Frauen, vier Blickwinkel
Jüngste im Team ist die Gesundheits- und Sozialmanagerin Ina Hopfinger (31), die das Team seit Anfang Juli als stellvertretende Einrichtungsleiterin ergänzt. Sie hat in der Verwaltung eines Seniorenheims in Limburgerhof und dann als Teamleiterin bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Neustadt gearbeitet. In Schifferstadt ist sie nun je zur Hälfte in der Verwaltung und als stellvertretende Einrichtungsleiterin tätig. „Diesen Job gibt es in anderen Einrichtungen nicht“, erklärt Erna Ermisch.
Frischen Wind und neues Denken möchten die vier Frauen nun in die Senioren-Residenz St. Johannes bringen, aber sicher nicht alles umkrempeln, sagen sie. Jede habe einen anderen Blickwinkel und sieht Möglichkeiten, Stellschräubchen zu drehen, erklärt Ermisch. Das Leitungsteam setze auf Präsenz und Kommunikation mit allen Beteiligten. Die Mitarbeiter sollen Freude an der Arbeit haben. Denn dann fühlen sich auch die Bewohner wohl.