Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neubaugebiet wird immer schwieriger

Ob hier jemals Wohnhäuser entstehen? Das geplante Neubaugebiet ist rechtlich äußerst knifflig.
Ob hier jemals Wohnhäuser entstehen? Das geplante Neubaugebiet ist rechtlich äußerst knifflig.

Für das geplante Neubaugebiet „Zwischen Hauptstraße und Böhler Straße“ im Südwesten Dannstadts liegen nun weitere Gutachten vor. Doch voran geht es nicht, denn noch mehr Probleme tauchen auf.

Ein Geruchs- und ein Lärmschutzgutachten liegen nun vor. Aufgrund ihrer Ergebnisse sollten der Bau- sowie der Haupt- und Finanzausschuss dem Ortsgemeinderat empfehlen, wie das Gebiet weiter geplant werden soll. Dazu sahen sich die beiden Gremien jedoch nicht in der Lage.

Die zwei Gutachten waren nötig, da das Neubaugebiet an landwirtschaftliche Betriebe grenzt, von denen sowohl ein gewisser Lärmpegel als auch eine gewisse Geruchsbelästigung ausgehen können. Dazu kommt der Lärm der Kreisstraße 22 (Böhler Straße) und der Landesstraße 454 (Hauptstraße), zwischen denen das Areal liegt. Als problematisch erweisen sich vor allem die Grenzbereiche des Plangebiets: in unmittelbarer Nachbarschaft der landwirtschaftlichen Betriebe im Südosten, der Hauptstraße im Osten und der Kreisstraße im Westen. Im Südosten müssten die Gebäude so errichtet werden, dass sie eine Art Lärmschutzriegel bilden. Zudem dürften Bauherren nach Süden hin keine Fenster einbauen, die sich öffnen lassen. Im Westen zeichnet sich wegen des Abschnitts entlang der K22 ein Konflikt zwischen der Gemeinde und dem Landesbetrieb Mobilität ab.

LBM lehnt günstigste Lösung ab

Denn die lärmschutztechnisch sauberste und günstigste Lösung bestünde darin, das Ortseingangsschild nach Süden an den Beginn des Neubaugebiets zu versetzen und entlang des Gebiets ein Tempo-50-Limit einzuführen. So ließen sich laut Gutachter Udo Thorn von der IBS GmbH alle Grenzwerte tags und nachts einhalten. Der LBM lehnt das jedoch ab: Das Schild müsse am jetzigen Standort bleiben und die zulässige Höchstgeschwindigkeit mindestens 70 Stundenkilometer betragen. Das würde allerdings für die Kommune bedeuten, dass sie ein Lärmschutzwand errichten muss. „Was uns mindestens 500.000 Euro kosten würde“, merkte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) an. Und selbst eine solche Wand würde lediglich die Erdgeschosse sowie bestenfalls das erste Obergeschoss sinnvoll schützen, hob der Gutachter hervor. Alle weiteren Stockwerke bekämen trotzdem noch zu viel Lärm ab.

Ein Lärmschutzwall als Alternative wäre günstiger, bräuchte aber viel mehr Platz. Dadurch würde das Neubaugebiet, das gegenüber der ursprünglichen Planung bereits verkleinert wurde – weiter schrumpfen. Das würde auch für die Option gelten, es grundsätzlich weiter von der Straße wegzurücken.

Unattraktiv für künftige Bauherren?

„Es ist ein richtig schwieriges Baugebiet mit vielen Problemen“, brachte es Marc Hauck (FDP) auf den Punkt. Dennoch brauche Dannstadt-Schauernheim dringend Bauland. Besonders ärgerlich fand er, dass der LBM „mit fünferlei Maß misst“ und sinnvolle Lösungsvorschläge einfach ablehne. Daneben kritisierte er, dass für das Geruchsgutachten nicht die tatsächliche Belastung gemessen wurde, sondern es nur auf Grundlage der erteilten Genehmigungen und deren – theoretischer – maximaler Ausnutzung berechnet wurde. Zudem befürchtete Hauck, wie auch Uwe Schölles (SPD), dass das Gebiet mit derart vielen Einschränkungen für Bauherren deutlich weniger attraktiv wäre.

Wegen des großen Klärungsbedarfs vertagten die Ausschüsse das Thema schließlich, obwohl die Zeit drängt. Denn die Veränderungssperre, die eine wichtige Zufahrt sichert, ist nur begrenzt gültig. Zudem soll mit dem LBM verhandelt werden.

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