Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Netzwerken in der Corona-Krise: „Bürger helfen Bürgern“ in Mutterstadt gestartet

Die Helfer holen den Einkaufszettel und das Geld ab und erledigen den Einkauf für ältere Menschen oder jene, die in Quarantäne s
Die Helfer holen den Einkaufszettel und das Geld ab und erledigen den Einkauf für ältere Menschen oder jene, die in Quarantäne sind.

Auf die Kommune kommen im sozialen Bereich immer mehr Aufgaben zu, sagt Christine Franz. Die Mutterstadter Sozialarbeiterin kümmert sich in der Gemeinde um viele Themenfelder. Während der Corona-Krise koordiniert sie zusätzlich das neue Netzwerk „Bürger helfen Bürgern“.

Der Familienbund ist aufgebrochen. Die Struktur hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Für eine Gemeinde bedeutet das: Sie kommt immer mehr in die Pflicht zu helfen. Dort, wo früher eben die Verwandten im Alltag unter die Arme gegriffen haben. Doch die wohnen oft nicht mehr in der Nähe oder sind beruflich zu arg eingespannt. Kinderbetreuung, häusliche Pflege, Haushaltshilfe. All das schlägt daher nun häufig bei einer Verwaltung auf.

Nun hat die Mutterstadter Verwaltung aufgrund der Corona-Krise ein neues Netzwerk aufgebaut: „Bürger helfen Bürgern“. Ältere Menschen oder jene, die in Quarantäne sind, sollen Unterstützung beim Einkauf oder notwendigen Apothekengängen bekommen. Dazu haben sich die Gemeinde, der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Bürgerstiftung zusammengeschlossen, berichtet Sozialarbeiterin Christine Franz.

Helfer gesucht

Das DRK stellt sein Auto und auch Personal zur Verfügung, um die Einkäufe zu erledigen. Wer Hilfe braucht, kann sich bei Christine Franz im Rathaus melden, sie gibt die Daten weiter und die Helfer kommen zu Hause vorbei und holen Einkaufszettel, Rezept und Geld ab. Nach dem Einkauf stellen sie die Sachen vor die Tür. „Wir wollen einen Helferpool aufbauen“, sagt Franz. Es sei auch schon Hilfe von Bürgern angeboten worden. Wer das Projekt unterstützen möchte, könne sich bei ihr melden.

Christine Franz’ Job ist es, für die Gemeinde Konzepte zur Unterstützung zu erstellen. Nicht nur in Krisenzeiten. „Viele Probleme sind über Netzwerkarbeit lösbar“, sagt sie. Ein soziales Netz fange auf und biete gleichzeitig auch Hilfe zur Selbsthilfe. Begleiten und moderieren sind da die Stichworte – in Familien, bei der Betreuung Älterer oder der Unterstützung von Flüchtlingen etwa.

„Ich bringe die Leute an einen Tisch“

„Wir müssen uns für Kooperationen öffnen“, findet die Sozialarbeiterin. Wie bei „Bürger helfen Bürgern“ oder auch dem Jahnstraßentreff, der von Gemeinde, DRK und Ökumenischer Sozialstation gestemmt wird. „Wir müssen die Menschen mit ins Boot holen. Als Kommune können wir uns dann einklinken.“

Christine Franz ist in diesen Fällen die erste Anlaufstelle, der Dreh- und Angelpunkt der Netzwerkarbeit. „Ich bringe die Leute an einen Tisch.“ Es gehe ständig darum, neue Projekte ins Leben zu rufen. Deshalb engagiert sie sich auch in Gremien wie dem Ökumenischen Arbeitskreis „Solidarität mit Ausländern“ oder dem Netzwerk „Demenz“. In ihrer Arbeit geht es ihr auch darum, Einzelfallhilfe zu geben. Was auch heißt, dass die Sozialarbeiterin Hausbesuche macht. „Ich gehe hin, klingle, biete Hilfe an und zeige Möglichkeiten auf“, sagt Franz, die sich in der Gemeinde auch um die Themen Gleichstellung und Menschen mit Behinderung kümmert. Hilfe zur Selbsthilfe ist ihr wichtig. Und: Präsenz zeigen, bekannt sein im Ort. „Die Menschen sollen wissen, dass sie sich an mich wenden können.“

So auch bei „Bürger helfen Bürgern“, das nun gestartet ist. Eine weitere Idee für die Corona-Krise gibt es schon, auch wenn sie noch in den Kinderschuhen steckt: eine Hotline zum Plaudern. Denn gerade in der Isolation seien gute Gespräche wichtig, findet die Sozialarbeiterin.

Kontakt

Christine Franz ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 06234/946462 und per E-Mail an christine.franz@mutterstadt.de erreichbar.

Christine Franz
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