Rhein-Pfalz Kreis Nein zu Programm „Jung kauft Alt“

Als ehrenwert, aber für Lambsheim momentan nicht sinnvoll hat der Bauausschuss der Ortsgemeinde am Dienstagabend den Antrag der Grünen für ein Wohnbauförderprogramm auf Eis gelegt.
Die Fraktion hatte sich mit dem Vorschlag eingebracht, dass die Ortsgemeinde Lambsheim speziell junge Familien unterstützt, die Altbauten kaufen statt neu bauen wollen. Nach dem Vorbild der Gemeinde Hiddenhausen im Kreis Herford und einiger Orte in der Eifel könnten Kaufprämien und Zuschüsse für baufachliche Gutachten gezahlt werden, so die Überlegung. Damit könne dem Problem von Leerständen im Ortskern entgegengewirkt werden. Martin Eberle stellte den Grünen-Antrag vor, der auch die Forderung nach einem Leerstandskataster enthält. Letzteres sei teuer, weil so ein Kataster ständig aktuell gehalten sein müsse, sagte Sabine Josy von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. Sie bestätigte, dass die Verwaltung von Hiddenhausen durchaus positive Erfahrungen mit ihrem Programm „Jung kauft Alt“ gemacht habe. In einem Medienbericht vom Februar heißt es, die Kommune gebe seit 2014 jährlich 270.000 Euro dafür aus und habe fast 500 Hauskäufe gefördert. Die Ausschussmitglieder diskutierten am Dienstag das Für und Wider eines solchen Programms und kamen am Ende überein, den Antrag vorerst nicht weiterzuverfolgen. Das Argument, in Lambsheim gebe es keine Leerstände, überzeugte auch Martin Eberle, denn mehrere Redner hatten glaubhaft geschildert, wie schwer es seit Längerem schon sei, im Ort ein Haus zu kaufen, denn die Nachfrage sei sehr groß. Altbauten gingen meist „unter der Hand weg“. Soll heißen: Dass ein Wohnhaus zum Verkauf stehe, müsse in der Regel gar nicht groß öffentlich gemacht werden. Das Programm „Jung kauft Alt“ passe nicht auf Lambsheim, meinten die Vertreter von CDU, SPD und FDP. Weitere Argumente dagegen waren die angespannte Haushaltslage der Gemeinde und der Zuschnitt des Förderprogramms auf eine ganz bestimmte Gruppe von jungen Familien. Julian Haller (SPD) gab das Problem junger Singles zu bedenken, die nach dem Auszug aus dem Elternhaus gern im Ort bleiben würden, aber keinen bezahlbaren Wohnraum fänden. Grundsätzlich halten die Ausschussmitglieder ein städtebauliches Förderprogramm für eine gute Idee.