Rhein-Pfalz Kreis „Nehme künftig die Treppe“

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«GRÜNSTADT.» Was macht man, wenn man im Aufzug stecken bleibt? Jörg Adam (48) hatte auf dem Grünstadter Bahnhof das Pech. Er hat von 7.10 bis 8.20 Uhr – und damit mehr als eine Stunde – gewartet, bevor er von einem Bahn-Mitarbeiter aus dem Lift gerettet wurde. Im RHEINPFALZ-Gespräch erzählt der Bockenheimer, warum er in Zukunft lieber nicht in einen Aufzug steigt.

Herr Adam, was ist denn da in der vergangenen Woche passiert?

Ich wollte mit dem Aufzug rauffahren auf Gleis 5, um den Zug nach Kirchheim zu nehmen. Dann ist der Aufzug ein paar Meter gefahren und stecken geblieben. Hat das jemand bemerkt? Nein, das hat keiner mitgekriegt. Ich habe ja zwischen den Betonwänden festgesteckt, da konnte mich keiner sehen. Was haben Sie dann gemacht? Ich habe den Knopf im Aufzug gedrückt, da hat sich ein Mann gemeldet und gesagt, er meldet sich zurück. Dann hat er sich zurückgemeldet und gesagt, in 20, 25 Minuten kommt jemand. Das Problem war, dass es so laut war durch die ganzen Züge und man nichts verstanden hat im Aufzug. Man musste schreien, dass der andere was versteht. Aber es kam Ihnen auch dann niemand zu Hilfe? Genau, deswegen habe ich nochmal auf den Knopf gedrückt. Da war eine Frau dran, die sagte, sie kümmert sich und ruft zurück. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht? Was soll ich machen zwischen den Betonwänden? Wenn ich die Betonwand betrachte, wird’s auch nicht anders. Also habe ich das Handy rausgeholt und Spiele gemacht, damit die Zeit rumgeht. Hatten Sie Panik? Panik habe ich keine geschoben. Ich bin herzkrank, das wäre wahrscheinlich aufs Herz gegangen, und dann wäre Feierabend gewesen. Aber es gibt ja andere Menschen, die haben Platzangst und bekommen Panik. Man steigert sich dann rein. Was haben Sie gedacht, als Sie im Aufzug steckten? Ich stand drin und habe gedacht: Hoffentlich kommen die bald, sonst wird’s kalt. Und außerdem musste ich auf die Toilette. Ich kann ja nicht in den Fahrstuhl pinkeln. Aber irgendwann kam dann Hilfe? Um 8.15 Uhr kam ein Techniker, er kam direkt von Mannheim angefahren. Er hat den Aufzug per Hand raufgesteuert. In dem Moment sind auch die Feuerwehr und ein Krankenwagen eingetroffen. Aber da war ich schon draußen. Es ist gut, dass die Feuerwehr und der Krankenwagen da waren. Aber was wäre denn passiert, wenn irgendwo Notfälle sind? Dann stehen die da am Bahnhof rum. Die Bahnhofsaufzüge sollen im nächsten Frühjahr erneuert werden. Die Feuerwehr hat in den letzten sechs Jahren 64 Menschen aus den Aufzügen am Grünstadter Bahnhof geholt, es gab insgesamt 39 Einsätze ... ... dann bin ich der 40. Vielleicht tut sich endlich mal was bei der Bahn. Das müssen die abstellen. Mir ist schon klar, dass ein Aufzug zum Fahren da ist, trotzdem: Warum haben Sie den Lift denn überhaupt benutzt? Normalerweise nehme ich die Treppe, aber ich hatte einen Ziehwagen dabei, den wollte ich nicht über die Treppen schleppen. Ich kann ja nicht wissen, dass das Ding stecken bleibt. Ich wünsche Ihnen für die kommenden Aufzugfahrten alles Gute! Danke. Aber ich lauf’ in Zukunft. | Interview: Kathrin Schnurrer

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