Fussgönheim
Naturgarten: Einweihung mit hohem Besuch aus Mainz
Der Naturgarten Fußgönheim sei ein besonderes bürgerschaftliches Engagement, das so in Rheinland-Pfalz selten sei. Lediglich ein weiteres Projekt sei ihr bekannt, bei dem von der Idee bis zur Fertigstellung alles von Bürgern auf die Beine gestellt wurde. Die Ministerin hat in den Fußgönheimer Naturgarten eine Schlehe gepflanzt. Sie machte Mut, für weitere Initiativen und empfahl den Machern, sich mit weiteren Projekten zur Unterstützung an die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz zu wenden.
Das Projekt Naturgarten kostete 17.000 Euro, informierte Projektleiter Ludwin Kassel. Davon habe die Verbandsgemeinde Maxdorf 6000 Euro übernommen, die Ortsgemeinde Fußgönheim 5000 Euro und beachtliche 6000 Euro seien durch private Spenden eingegangen. Hinter dem Projekt steht der Verein Artenerben. Der Name kommt von der Idee, das Artensterben zu bekämpfen und für mehr Biodiversität zu sorgen.
Der in der Verbandsgemeinde ansässige Verein hat die 1600 Quadratmeter große Fläche mit Mitgliedern und freiwilligen Helfern gestaltet. Laut Kassel waren 40 Leute beteiligt. Diese haben zusammen rund 700 Arbeitsstunden geleistet. 70 Tonnen Sand und Granulat haben sie auf den verschiedenen Abschnitten verteilt. Auch der Bauhof der Gemeinde habe das Projekt unterstützt. Beim Pflanzen haben Kinder der Schillerschule geholfen.
Fünf „Inseln“ im Naturgärtchen
„Es war für uns keine Quälerei. Es hat richtig Spaß gemacht“, sagte Kassel bei der offiziellen Übergabe des Gärtchens an die Gemeinde. Dafür überreichte Kassel dem Fußgönheimer Bürgermeister Jochen Schubert (FWG) symbolisch eine Gießkanne. Schulkinder der ersten bis vierten Klassen haben bei der kleinen Feier von ihrer Mithilfe berichtet. Sie haben unter anderem auch Stelen bemalt, die bunte Verschönerungen an den Beeten darstellen. „Der Verein Artenerben will Flächen nutzen, die eh da sind, und sie für mehr Biodiversität aufwerten“, erklärte der Vorsitzende Martin Scholtissek im RHEINPFALZ-Gespräch. „Eh da“ seien Flächen, die nicht genutzt werden und brach liegen.
Das Naturgärtchen liegt nördlich direkt im Anschluss an den Friedhof Fußgönheim. Fünf „Inseln“ haben die Helfer dort angelegt, die sich alle durch unterschiedlichen Bewuchs und Kleinklima auszeichnen. Es gibt ein Silberwäldchen mit Sanddorn und Ölweide, eine Blühwiese mit regionalen Blumen, darunter Königskerze und Rainfarn, ein mediterranes Staudenbeet mit Lavendel und mehr, eine Magerwiese mit einer Trockenmauer aus Natursteinen und ein Beet mit einheimischen Stauden.
Die fachliche Beratung übernahm Joachim Hegmann, ein Fachmann für Naturgärten. Welche weiteren Flächen in der Gemarkung der Verbandsgemeinde für mehr Biodiversität ertüchtigt werden könnten, habe für den Verein Artenerben das Neustadter Institut Agro Science untersucht. Eder hatte den Naturgarten bei Baubeginn besucht, damals noch als Staatssekretärin. Das bürgerschaftliche Engagement lobte sie als vorbildlich. Es gebe viele Möglichkeiten, Beiträge zur Klimaverbesserung und Artenvielfalt zu leisten. Das gelte auch für private Gärten. Denn aus vielen kleine Beiträgen werde ein großer Beitrag. Der Fußgönheimer Musiker, Maler und Geigenbauer Ernst Kaeshammer gestaltete den musikalischen Rahmen.