Mutterstadt
Mutterstadter Rundsporthalle ist weiterhin geschlossen
Bäume stürzten um, der Bahnverkehr wurde lahmgelegt, Unterricht fiel aus, die Müllabfuhr kam nicht. Die Region kam beim Sturmtief „Sabine“ recht glimpflich davon. Polizei und Feuerwehren zogen eine „unaufgeregte“ Bilanz. Eine Baustelle bleibt jedoch noch: die Rundsporthalle Mutterstadt. Das Dach wurde durch den Sturm beschädigt. Es ist die zweite Baustelle dieser Art. Ein Sturm hat in der Nacht zum 21. Juli vergangenen Jahres schwere Schäden am Dach des Schifferstadter Gymnasiums angerichtet. Die Reparaturarbeiten dort laufen.
In Mutterstadt wird das noch dauern. Die Schadenshöhe steht bisher nicht fest. Ein Gutachten muss zeigen, inwieweit Schäden an der Tragkonstruktion und dem darunter in der Halle sichtbaren Zugstabsystem entstanden sind. Die Untersuchungen laufen laut Kreisverwaltung derzeit.
Wasser ist ins Dach eingedrungen
„Bedingt durch die außergewöhnlich starken Windkräfte bis zu 60 Kilogramm Zugkräfte pro Quadrater beim Sturmtief hat sich die Kunststoffabdichtungsbahn angehoben, ist zum Teil zerrissen und in Bruchstücken vom Dach geweht worden“, sagt ein Sprecher der Kreisverwaltung über den Schaden an der Mutterstadter Rundsporthalle. Das Dach besteht aus einer vier bis sechs Millimeter dicken Stahlmembran, über der sich eine Wärmedämmung aus Polystyrol-Platten befindet. Darüber liegt eine Kunststoffabdichtungsbahn. Diese Bahn und die Wärmedämmung haben sich durch den Sturm bewegt und verschoben. Dämmplatten liegen nun zum Teil übereinander. Die Abdichtungsbahn weist dort, wo sie nicht abgerissen ist, Falten auf. Zudem ist der Randverbund zur Attika in weiten Bereichen beschädigt, informiert die Verwaltung.
Bisher ist kein Wasser ins Innere der Halle eingedrungen, lediglich in den Dachaufbau. „Es ist aber davon auszugehen, dass der gesamte Dachaufbau über der Stahlmembran rückgebaut werden muss, da sich auf dieser Tragkonstruktion Wasser befindet, das zu Korrosion und damit Schädigung des Tragwerkes führen kann“, teilt der Kreissprecher weiter mit. Um dies auszuschließen, muss die Membran freigelegt werden, trocknen und benötigt gegebenenfalls einen neuen Schutzanstrich. Erst danach ist laut Verwaltung eine Entscheidung über die Wiederherstellung des Dachaufbaus möglich.
Dauer unbekannt
Daher bleibt die Rundsporthalle noch geschlossen. Die Gemeinde hat dem Kreis als Schulträger Zeiten zur Nutzung der TSG-Halle angeboten. Je nach Witterung werde der Sportunterricht auch nach draußen verlegt. Vereine müssten sich für die Zeit der Sperrung ebenfalls ein anderes Trainingsquartier suchen. Denn erst wenn die Dachmembran freigelegt sei, sich kein Material mehr vom Dachaufbau lösen könne und die Untersuchungen am Tragwerk ergeben habe, dass keine statischen Schäden bestehen, wird die Halle wieder freigegeben. Wie lange das dauert, das ist laut Kreisverwaltung derzeit noch nicht bekannt.