Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Mutterstadter Kitas: Viele Sprachen unter einem Dach

Die Kita Am alten Damm im gleichnamigen Mutterstadter Wohngebiet wurde 2014 eröffnet. 125 Kinder sind dort untergebracht.
Die Kita Am alten Damm im gleichnamigen Mutterstadter Wohngebiet wurde 2014 eröffnet. 125 Kinder sind dort untergebracht.

Ein Gartenprojekt war vergangenes Jahr der Hit in der Kita Am alten Damm in Mutterstadt, im Haus des Kindes war ein Komitee für das Sommerfest ein voller Erfolg. Doch trotzdem bleiben auch große Herausforderungen im Alltag.

Die Kita Am alten Damm im gleichnamigen Mutterstadter Neubaugebiet besuchten 125 Kinder (Stand Dezember 2019) zwischen einem und sechs Jahren. Sie wurden betreut von 24 Erziehern (21 Frauen, drei Männer), einer Teilzeitauszubildenden, einer Kinderpflegerin im zweiten Ausbildungsjahr, zwei Langzeitpraktikantinnen, einer Sprachförderkraft sowie vier Integrationsfachkräften. So steht es im Jahresbericht, der nun im Sozialausschuss präsentiert wurde.

Zu den Höhepunkten zählte laut Kita-Leiterin Julia Arz das Projekt „Mein Kinder-Garten“. Dafür legte der Bauhof der Gemeinde Anfang des Jahres im hinteren Teil des Außengeländes vier Hochbeete an und befüllte diese mit Erde. Der Verein Freie Saaten stellte allerlei Saatgut zur Verfügung, mit dem die Kinder Gemüse wie Tomaten, Zucchini und Inkagurken sowie Kräuter wie Petersilie, Dill und Schnittlauch anbauen konnten. Das alles wurde schließlich auch geerntet und beim Frühstücksbüfett verkostet. Damit über die Sommerferien nicht alles vertrocknet, hätten der Bauhof zudem eine Bewässerungsanlage verlegt und der Förderverein eine passende Zeitschaltuhr gesponsert. So könne das Projekt 2020 hoffentlich fortgesetzt werden.

Kinder mit Mehrbedarf sind Herausforderung

In der Kita Haus des Kindes im Mandelgraben sind ebenso 125 Kinder im Alter von einem Jahr bis sechs Jahren untergebracht, darunter 19 Hortkinder. Um sie kümmern sich 24 Erzieherinnen, eine Erzieherin im Anerkennungsjahr, eine Teilzeitauszubildende im zweiten Ausbildungsjahr und eine Sprachförderkraft. Leiterin Michaela Horlacher hob die Sprachvielfalt hervor: Demnach wird bei 70 Kindern zu Hause ausschließlich Deutsch gesprochen, während die restlichen Jungen und Mädchen mit einer anderen Muttersprache aufwachsen. Vertreten seien Türkisch, Russisch, Arabisch, Bulgarisch, Italienisch, Kroatisch, Englisch, Griechisch, Polnisch, Serbisch, Spanisch, Mazedonisch, Kurdisch und Rumänisch.

Eine große Herausforderung waren Horlacher zufolge die sogenannten Kinder mit Mehrbedarf. Für die betreffenden Schulanfänger seien in Zusammenarbeit mit der Grundschule Fördergutachten erstellt und mit den Eltern intensive Gespräche geführt worden. Zudem seien sie beim Kinderarzt und im Kinderzentrum vorgestellt sowie von Förderlehrkräfte in der Kita und zu Hause beobachtet worden. „Diese Kinder benötigten auch im Kita-Alltag ständige Begleitung, Zeit und Aufsicht“, sagte Horlacher. Einige von ihnen hätten nach den Gutachten einen guten Weg für die Schule einschlagen können. „Doch leider waren nicht alle Eltern mit dem aufgezeigten Förderbedarf ihrer Kinder einverstanden“, bedauerte sie.

Wenig Resonanz auf Veranstaltung der Kitas und der Kommune

Für die Planung des Sommerfests sei erstmals ein Komitee aus Kindern, Eltern und Erziehern gegründet worden. Dazu wählten die Kleinen für jede Gruppe zwei Vertreter, die Elterninteressen vertraten drei Mütter, und es beteiligten sich drei Erzieherinnen. Am Ende seien die Eltern erstaunt gewesen, wie viele der Ideen, die die Kinder vorgeschlagen hatten, umgesetzt werden konnten.

Enttäuscht zeigten sich die Kita-Leiterinnen und die Gemeinde, dass nur wenige Eltern die Gelegenheit nutzten, sich bei einer gemeinsamen Veranstaltung der beiden Kitas und der Kommune in der Neuen Pforte über das pädagogische Konzept des Situationsansatzes zu informieren. Dieses spielt in beiden Einrichtungen einige wichtige Rolle. „Es ist wirklich schade, dass so wenige kamen, da an diesem Abend dokumentiert wurde, dass die Gemeinde relativ viel Geld in die Fortbildung ihrer Erzieher steckt. Das ist längst nicht überall so. Dadurch entsteht ein echter Mehrwert auch für die Familien“, sagte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD).

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