Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Mutterstadt: Historisches Rathaus in neuem Glanz

1738 gilt als das Baujahr des Gebäudes in seinem jetzigen Zustand, die Jahreszahl ist nun farblich an einer Fachwerkecke hervorg
1738 gilt als das Baujahr des Gebäudes in seinem jetzigen Zustand, die Jahreszahl ist nun farblich an einer Fachwerkecke hervorgehoben. 30 Jahre nach dem Umbau zum Museum musste das historische Rathaus ein wenig aufgehübscht werden. Foto: historischer Verein / frei

Zwischen 1988 und 1990 ist das alte Rathaus in Mutterstadt zum Museum umgebaut worden. Drei Jahrzehnte später war eine Fassadenrenovierung nötig. Nun sei „ein weiterer wichtiger Baustein der Mutterstadter Ortskernsanierung fertig“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider. Zu entdecken gibt es aber auch etwas ganz Neues.

Was sich dahinter verbirgt, muss man erst einmal nachschlagen. „Gobi 18“ lautet der Farbcode, in dem die Fenster und die Fassade des historischen Rathauses in Mutterstadt gestrichen sind – das ist ein Beige-Ton. Und die Klappläden sind in „Ral 5024“ gehalten, einem Pastellblau. Die Farben wurden laut der Mutterstadter Ortsgruppe des Historischen Vereins in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde gewählt und an die frühere Farbgebung angelehnt. Ein besonderer Farbtupfer ist nun die bisher nicht mehr sichtbare Jahreszahl 1738, die als Baujahr des Gebäudes in seinem jetzigen Zustand gilt. Sie ist an der südöstlichen Fachwerkecke unter dem Walmdach farblich hervorgehoben.

Seit 30 Jahren ein Museum

Vor rund 30 Jahren wurde das alte Rathaus saniert und zum Museum umgebaut. Nun mussten Schäden am Fachwerk, den Gefachen sowie am Putz beseitigt werden. Im Zuge dessen wurde der Blitzschutz instandgesetzt und ein Fallrohr ausgetauscht. Dazu kam der Austausch von zwei Fenstern im Obergeschoss, die jetzt als zweiter Rettungsweg genutzt werden können. Die Sanierung hat rund 32.000 Euro gekostet, die die Gemeinde übernimmt. Ihr gehört das Gebäude. Hauptnutzer ist der Historische Verein, seit 1990 dient das alte Rathaus als Museum für Ortsgeschichte mit einer Dauerausstellung, Schautafeln für die Orts- und Vereinsgeschichte und einem „Römerraum“. Zwei kleinere Räume stehen den Historikern für Vereinsaktivitäten zur Verfügung. Den Veranstaltungsraum im Obergeschoss nutzt die Gemeinde auch für Empfänge und Ehrungen. Seit 2007 sind hier auch wieder standesamtliche Trauungen möglich.

„Baustein der Ortskernsanierung“

„Mit unserem historischen Rathaus erstrahlt jetzt eines unserer wenigen noch existenten Fachwerk-Kleinodien, die es alle zu erhalten gilt, wieder in neuem Glanz“, sagt Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). „Damit ist ein weiterer wichtiger Baustein der Mutterstadter Ortskernsanierung fertiggestellt.“ Vereinsvorsitzender Lutz Bauer und Ortshistoriker Volker Schläfer freuten sich darüber, dass dieses für Mutterstadt so symbolträchtige Gebäude als schmucker Blickfang in der Ortsmitte erhalten werde. Gleichzeitig dankten sie der Verwaltung dafür, dass die Gemeinde das Gebäude finanziert. Das wisse der Verein zu schätzen, da dieses finanzielle Engagement nicht überall selbstverständlich sei.

x