Rhein-Pfalz Kreis Modefotograf aus Leidenschaft

SCHIFFERSTADT. Eine Woche unterwegs mit zwei hübschen und bekannten Models, und das unter der strahlenden Sonne von Ibiza – darum werden den Schifferstadter Peter Kessler bestimmt viele beneiden. Vor allem Männer wahrscheinlich. Aber Kessler hat diese Reise im Juni nicht (nur) zum Vergnügen unternommen. Es ging dabei um Foto-Shootings in Sachen Mode und Schönheit. Das Ungewöhnliche daran: Kessler betreibt dies als Hobbyfotograf.
Braun gebrannt und ganz entspannt sitzt Peter Kessler auf seinem heimischen Balkon in Schifferstadt. „Eine unglaublich tolle Reise“ sei zu Ende gegangen, erzählt er, noch voller Eindrücke von einer arbeitsreichen, aber auch sehr harmonischen Woche, wie der 46-Jährige berichtet. Ein- bis zweimal im Jahr unternimmt Kessler solche Shooting-Reisen, und das ganz ordentlich in seinem Urlaub. Denn seine täglichen Brötchen verdient er ganz unmusisch seit gut 30 Jahren als kaufmännischer Angestellter in der BASF in Ludwigshafen, wo er auch schon seine Ausbildung absolviert hat. „Und ich liebe meinen Job noch immer“, bekräftigt er. Und wie wird man dann Modefotograf, so ganz nebenbei, und ist mit professionellen Models im sonnigen Süden unterwegs? Schließlich werden Jolina Fust und Betty Taube dem einen oder anderen Fan von Heidi Klums Sendung „Germany’s next Topmodel“ bekannt sein. Die beiden wurden im vergangenen Jahr Zweite und Vierte bei dem Model-Casting und sind ganz gut im Geschäft. Die 20-jährige Taube ist inzwischen auch als Reporterin für Magazinsendungen unterwegs, die 18-jährige Jolina ist noch Schülerin, wird aber auch für die Laufstege gebucht. Kessler ist von der einen auf die andere Seite der Kamera gewechselt. Denn er hat einige Jahre selbst nebenbei als Model gejobbt. „Dadurch habe ich natürlich viele Fotografen kennengelernt und gemerkt, dass mir das viel mehr Spaß macht“, erzählt er. Mehr und mehr habe er sich dann ab etwa 2007 mit der Fotografie beschäftigt, „in Richtung Beauty und Fashion“. Von den Profis habe er viele Tipps bekommen und sich dazu einiges autodidaktisch angeeignet. Bei Fotokünstler Calvin Hollywood habe er beispielsweise vieles über Retusche gelernt, erinnert er sich. Die guten Kontakte aus seiner Zeit als Model seien da sehr hilfreich gewesen. Und die Liebe zur Modefotografie ist geblieben: „Bienchen und Blümchen vor der Kamera sind nicht so mein Ding.“ So kam auch die Verbindung zur Agentur One eins zustande, die Heidi Klums Topmodel-Show organisiert. Und damit zu den beiden Models. Nach monatelanger Planung stand dann die Shooting-Reise nach Ibiza, für Kessler die erste Reise dorthin. Denn bisher hat er auf Mallorca nach dem besonderen Licht für seine Fotos gesucht. Neben den beiden Models waren zwei Visagistinnen und ein weiterer Fotograf aus Wiesbaden dabei. Auf einer gemieteten Finca ging es dann los mit der Arbeit, und Motive gab es auf der kleinen Insel jede Menge. „Morgens beim Joggen in der Umgebung habe ich da schon tolle Locations gefunden“, schwärmt Kessler. Von Jolina Fust und Betty Taube ist Kessler begeistert. Sie seien überhaupt nicht zickig, alles sei „super-harmonisch“ abgelaufen. Und außer den Aufnahmen für Bade-, Sport- und andere Mode gab es natürlich auch Freizeit. „Ein bisschen Urlaub will ich ja auch machen“, sagt er. Aufwendig sind die Nacharbeiten. Die besten der rund 2500 Fotos müssen nach dem Fotoshooting bearbeitet werden. Sie werden sich auf den Sedcards der Models wiederfinden, aber auch bei anderen Agenturen von Hamburg bis Los Angeles, sagt der Fotograf. Die Nachbearbeitung hat Kessler in den restlichen Urlaubstagen zu Hause gemacht, alles in der eigenen Wohnung und immer begleitet von zwei betagten Vierbeinern, Katze Bonnie und Kater Lancelot. „Es ist und bleibt Hobby. Fotografiert wird normal am Wochenende, und am Abend bearbeite ich die Bilder“, erläutert er. Im Winter funktioniert der Schifferstadter auch schon mal seine Wohnung zum Studio um, aber „Open Air“ ist ihm lieber. Ein Studio will er nicht anmieten, „es soll immer noch Hobby bleiben.“ Der 46-Jährige hat den leisen Verdacht, „dass mir viel Spaß am Fotografieren verloren gehen würde, wenn ich das machen würde, um Geld zu verdienen.“ Stattdessen freut er sich schon jetzt auf die nächste Fotoreise im Herbst. Einen Traum hat er noch: mal in Südafrika fotografieren. Kontakt www.peter-kessler.de